Was hat Kryptozoologie mit der Aquarienhaltung von Fischen zu tun? Bekannte Kryptide wie der Orang pendek oder der
Zwergelefant haben wenig mit der Haltung von Fischen im Aquarium zu tun. Selbst
Nessi oder der riesige Hai Carcharocles megalodon, der erst vor wenigen
10.000 Jahren ausgestorben ist, sind keine Tiere, die für die Aquarienhaltung
geeignet wären. Dennoch ist gibt es in der Geschichte der Aquaristik zahlreiche
Beispiele von Tieren, die zunächst gerüchteweise bekannt wurden, bevor man sie
fangen und für die Aquaristik einführen konnte. Blaue Skalare? {mosimage}Seit seiner Ersteinfuhr für die Aquaristik, die etwa um
1912 erfolgte, galt der Skalar (Pterophyllum scalare) als der
Aquarienfisch schlechthin, erfolgreiche Skalarhalter konnten auf staunende
Besucher ebenso hoffen wie auf höchstes Prestige unter den Kollegen. Kein
Wunder, diese Tiere wurden selten eingeführt und waren entsprechend teuer. Dazu
kam, daß sie unter den damals vorherrschenden aquaristischen Bedingungen schwer
zu halten waren, die Zucht ist erst viel später gelungen.
In den 20er Jahren wurden die Importe zahlreicher,
vermutlich wurden auch andere Lokalformen von P. scalare importiert, so daß der
einst sehr begehrte Blattflosser, Blattfisch oder Segelflosser einfacher zu
bekommen und zu halten war. Zuchterfolge stellten sich ein, aus dem einstigen
König der Aquarienfische wurde ein ungewöhnlicher, aber für Jedermann
erhältlicher Fisch. Etwa zu dieser Zeit kam das Gerücht auf, in den Tiefen des
Amazonasbeckens gebe es "Blaue Skalare". Drei Expeditionen machten sich auf, in den Tiefen des
amazonischen Dschungels nach blauen Skalaren zu suchen, bis schließlich 1921
Willi Eimecke aus Hamburg einen Fisch einführte, der eine gewisse Ähnlichkeit
mit Skalaren hatte und einzelne türkisblaue Wurmlinien an Rücken und
Afterflosse zeigte. Als sich dann auch noch herausstellte, dass diese
wunderschönen Tiere nicht nur mit dem Skalar eng verwandt waren, sondern sich
auch allen Zuchtbestrebungen widersetzten, war der Wunsch nach "blauen
Skalaren" mehr als erfüllt. Besonders wichtig war immer die schlechte Züchtbarkeit der
Tiere, da Fische, die sich einfach und schnell vermehren ließen, schnell an
Prestige verloren.
{mosimage} Es gibt jedoch auch immer wieder Berichte über blaue
Zuchtformen von Skalaren, so in Stawikowski & Werner (1998). In den 90er
Jahren führte Steffen Rothe aus Peru deutlich blau gefärbte Skalare nach
Deutschland ein. Solche Importe erfolgten sporadisch auch in den folgenden
Jahren, immer aus Peru. Könnte es möglich sein, daß hier tatsächlich der Ursprung
der Legende um die blauen Skalare liegt und die Entdeckung der Diskusfische für
die Aquaristik die Legende zwar erklärte und den Wunsch vieler Aquarianer
befriedigte, aber echte blaue Skalare erst viele Jahrzehnte später entdeckt
wurde? Schwimmendes Gold vom Rio Ucayali "Es mag 1935 oder 1936 gewesen sein, als einem
Franzosen, ein Glücksritter wie er im Buche stand, das Glück hold war.
Jahrelang war er in Südamerika unterwegs gewesen, hatte Schmetterlinge und
Orchideen gesammelt, Vögel und Krokodile gejagt, als er krank, vermutlich mit
Malaria infiziert, in ein Indio-Dorf kam. Dort wurde er gesund gepflegt und als
besonderen Anstoß zur Heilung zeigte ihm eine alte Indio-Dame einen Krug, in
dem drei Neonfische schwammen." Diese Geschichte verbreitete August Rabaut, als er 1936
die ersten Neonsalmler aus Südamerika nach Frankreich brachte. Mit nur vier
lebenden Exemplaren des gerade 2 cm langen Fischchens löste er einen gewaltigen
"Run" unter den Zierfischimporteuren aus, den Werner Ladiges in
seinem Buch "Schwimmendes Gold vom Rio Ukayali" beschrieben hat, eine
Geschichte voller offener und verdeckter Finten und Verwirrungen, die keinem
Agentenroman nachsteht. {mosimage}1956, 20 Jahre nach der Ersteinfuhr des Neonsalmlers wurde
ein weiteres, noch farbenprächtigeres Tier eingeführt, der Rote Neon. Bei ihm
erstreckt sich der leuchtende rote Streifen über die gesamte Körperlänge und
der blaue Anteil ist auch deutlich größer als bei seinem Vetter, dem
Neonsalmler. Auch zu diesem Tier gibt es eine Räuberpistole, diesmal
lieferten sich Wissenschaftler einen Kampf um das Recht, dem Tier mit einer
früheren Erstbeschreibung1 den wissenschaftlichen Namen zu geben: Sowohl die
Arbeitsgruppen um Weitzmann und Myers als auch die Arbeitsgruppe um Leonard P.
Schultz bearbeiteten das Fischchen. Zuletzt "gewann" Schultz, der im Tropical Fish
Hobbyist publizierte aufgrund eines Bauerntricks: Er setzte den Herausgeber
unter Druck, so dass die TFH zwei Tage früher als üblich erschien, einen Tag
vor dem Stanford Ichthyological Bulletin, in dem Myers & Weitzmann ihre
Erstbeschreibung veröffentlichten. Um alle Eventualitäten auszuschliessen,
lieferten die Mitarbeiter von Schultz die TFH sogar persönlich an
Zeitschriftenkioske und Abonnenten aus, allerdings nur am Erscheinungsort. So heisst der Rote Neon heute Paracheirodon axelrodi (Schultz), 1956 und der von Myers & Weitzmann vorgeschlagene Name Hyphessobrycon
cardinalis gilt als jüngeres und damit ungültiges Synonym. In der Literatur der 50er und 60er Jahre wird an mehreren
Stellen eine Form des Roten Neon diskutiert, die angeblich bis zu 7 cm lang
werden soll. Leider existiert nur eine (schlechte) Aquarell-Illustration dieser
Form, aber das reichte bereits als Grundlage für wilde Spekulationen aus. Gibt
es vielleicht noch mehr rot-blau leuchtende Salmler in Südamerika? Ja, gibt es: eine dritte Form: Aus dem Stromgebiet des
oberen Rio Negro und Orinoco wurde 1963 vom Franzosen Géry der Blaue Neon als Hyphessobrycon
simulans beschrieben. Er bleibt mit nur 2,5 cm Gesamtlänge deutlich kleiner
als der Rote Neon und sein rotes Band leuchtet weitaus schwächer, deswegen
wurde er nie wirklich populär. Unter der Hand erzählen Exporteure und ichthyologisch
angehauchte Reisende, dass in Südamerika mindestens noch drei weitere Formen
von leuchtenden Fischen vorkommen sollen, die alle noch nicht exportiert
wurden. Heute werden alle drei beschriebenen rot- und blau
leuchtenden Formen in der Gattung Paracheirodon zusammengefasst, was
jedoch vermutlich nicht den wirklichen Verwandtschaftsbeziehungen entspricht.
So wurde aus dem Neonsalmler Paracheirodon innesi, der Rote Neon heisst P.
axelrodi und der blaue P. simulans. Weitere aquaristische Kryptide Ein weiteres, aquaristisch bekanntes Kryptid schwimmt in
den Gewässern der Kongo-Zuflüsse in Zentralafrika. Dort wurde Anfang der 80er
Jahre, als man diese Gegend halbwegs gefahrlos bereisen konnte, ein Fisch
fotografiert, der es in sich hat: Es handelt sich um einen klein bleibenden
Messerfisch aus der Xenomystus-Verwandtschaft, der gerade 6 cm
Gesamtlänge erreicht. Auf dem Foto schimmert er durch das dunkle Wasser im
Zugnetz so metallisch blau, wie es sonst nur die Flügel eines Morpho-Falters
tun. Von diesem Tier ist nichts ausser dem Bild bekannt, der
Fundort wird aus verständlichen Gründen von dem Exporteur, der den Fisch damals
gefangen hat, geheim gehalten. Ein Fisch, der im Aquarium schwimmt, ist kein verborgenes
Tier, kann also kein Kryptid sein. Dennoch gibt es weitere Arten, die zwar von Fotos, aber
weder wissenschaftlich noch aquaristisch bekannt sind. Ein Beispiel dieser Tiere ist ein Cichlide2 aus dem Rio
Sambú in Ostpanama, den H.J. Mayland in einem seiner Bücher (siehe Literatur)
nur mit "Großer Grüner" benannte, sowie ein Foto abbildete. Große
grüne Cichliden aus der Caquetaia umbrifera-Gruppe wurden an
verschiedenen Stellen in der aquaristischen Literatur (u.a. Stawikowski/ Werner
1;2) vorgestellt, aber keines der Tiere deckt sich annähernd mit dem von
Mayland fotografierten Exemplar. Leider war Mayland kein Ichthyologe, sondern
reisender Aquarianer. So wanderte dieses Tier keineswegs in Alkohol, um einige
Zeit später in einer Museumssammlung wieder aufzutauchen, sondern in seiner
Bratpfanne. Aus Kolumbien, genauer aus der pazifischen Abdachung des
Landes, aus dem Baudó-River stammt eine andere Form des aquaristischen
Kryptids: "Cichlasoma" microlepis heißt der Kandidat. Für ihn
gibt es außer der Erstbeschreibung bzw. die beiden der Erstbeschreibung
zugrunde liegenden Typen keinerlei Belege. Durch die hinterlegten Typen ist es
jedoch unzweifelhaft, daß es diese Tiere gibt. Die Einheimischen kennen dort einen etwa 20 cm langen
"Mojarra rossada", der aber sehr schwer zu fangen ist. Heiner Garbe,
ein reisender Aquarianer, der grosse Erfahrung in der Haltung von Cichliden
hat, sah beim Schnorcheln in dieser Gegend am Rande seines Sichtbereiches
flüchtende, silberne Fische mit rotem Schimmer. Fangen konnte er sie nicht. "Cichlasoma"
microlepis? Weiterhin gibt es Arten, die aquaristisch teilweise lange
bekannt sind, die aber weder einen wissenschaftlichen Namen haben, noch in der
wissenschaftlichen oder populären Literatur Eingang finden. Zumindest erwähnt wurde in der aquaristischen Literatur
eine Art, die eindeutig der Gattung Uaru zuzuordnen ist und neben Uaru
amphicanthoides und Uaru fernandezyepezi vermutlich die dritte Art
der Gattung darstellt. In der aquaristischen Literatur wird sie als Uaru
spec. "Orange" bezeichnet. {mosimage} Möglicherweise sind die ersten Tiere dieser sehr attraktiven
Art Anfang der 1980er Jahre über ein kirchliches Projekt zum Zierfischfang- und
Export nach Europa gekommen. Dieses Projekt wurde nach nicht allzu langer Zeit
wieder eingestellt. Leider war es dem Autor bis jetzt nicht möglich, genauere
Infos über dieses Projekt zu bekommen. Heute werden sehr selten einige Tiere dieser Art zusammen
mit U. amphicanthoides importiert. Leider handelt es sich bei genau den
Lieferungen, die Uaru spec. "Orange" enthalten, um "die
letzten Mohikaner" einer Fangstation, also gesammelte Restbestände, für
die kein Fundort mehr zu ermitteln ist. Möglicherweise kommen die orangefarbenen Uaru in
einem verhältnismäßig kleinem Gebiet vor, dessen äußerste Grenze gerade noch
eben für den Zierfischexport befischt wird, so gelangen immer mal wieder
einzelne Tiere in den Handel. {mosimage}
Ein konserviertes Exemplar ist in die Fischsammlung des
Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn eingeflossen, wo es mit der
Sammlungsnummer 15759 archiviert ist. Der Sammler, Rainer Stawikowski,
Chefredakteur der renomierten Aquarienzeitschrift DATZ gibt auf dem Etikett an
"Uaru spec. "Oranger Keilfleckbuntbarsch", ohne Fundort,
gewerblicher Zierfischimport aus Brasilien (oder Kolumbien???). Ded.
Stawikowski, 1988". Die Grenzregion zwischen Brasilien und Kolumbien ist
jedoch wegen des weit verbreiteten illegalen Koka-Anbaus und
Rebellenaktivitäten sehr unsicher und kaum zu bereisen, hinzu kommt, dass
Brasilien Forschungsgenehmigungen sehr selten an Ausländer erteilt, meist nur
dann, wenn ein brasilianisches Institut Hauptbeteiligter ist. Illegale
Forscher, auch forschende Hobbyisten wanderten in Brasilien in den letzten
Jahren regelmäßig ins Gefängnis. Sind Kryptide im Aquarium eine alltägliche Erscheinung? Kryptide sind Tiere, die der (einheimischen) Bevölkerung,
jedoch nicht der Wissenschaft, bekannt sind. Wenn man diesen Maßstab für die Einteilung als Kryptide
anlegt, handelt es sich auch bei nahezu allen L-Welsen um Kryptide. Was sind L- Welse? {mosimage}
Durch die Entdeckung einiger neuer Arten der vorher eher
als graue Mäuse bekannten Harnischwelse wurden diese Tiere populär. Die Fänger
in Südamerika engagierten sich mehr in diesem Bereich und zahlreiche neue,
größtenteils wissenschaftlich unbekannte und teilweise sehr attraktive Arten
wurden eingeführt. Da Händlerbezeichnungen wie "Plecostomos
Snowball", "Tigerpleco", "Panaque spec. Red eye"
aufgrund der zahlreichen Einfuhren von ähnlichen, aber nicht der gleichen Art
angehörigen Tieren zu großer Verwirrung führten, kam man auf eine andere
Lösung. Die deutsche Aquarienzeitschrift DATZ führte 1988 die fortlaufende
Nummerierung der Tiere ein. Dies geschieht für alle nicht 100%ig sicher
identifizierten Harnischwelse, fortlaufend und ohne biologische Bedeutung. Als
"Beschreibung" des L-Welses reicht aus, dass er in der Zeitschrift
mit Foto abgedruckt und mit einer Nummer versehen wird. L-Welse für
Harnischwelse (Loricariidae). Mittlerweile sind weit über 400 L-Nummern
vergeben worden. Da die DATZ die L- und C- Nummern exklusiv vergibt, hat
die (inzwischen eingestellte) Zeitschrift "Das Aquarium" eigene LDA
(Loricariidae, Das Aquarium)-Nummern herausgebracht. Zwischen den L- und
LDA-Nummern gibt es kaum Überschneidungen. {mosimage}
Wenn man sich vergegenwärtigt, welche Reaktionen einige
dieser Fische bei der Ersteinfuhr und oft noch Jahre danach hervorrufen, dann
ist der Vergleich mit einem bekannten Kryptid wie Nessie, dem Megalodon und dem
Sasquatch durchaus berechtigt. Besonders gilt das für Hypancistrus zebra,
den gelb gepunkteten L 14 und L 18 oder die rot markierten L25. Mittlerweile hat sich auch die Wissenschaft den L-Welsen
angenommen, zwei Arbeitsgruppen in den USA und den Niederlanden arbeiten daran,
die komplizierte Systematik zu entschlüsseln, was bereits erste Erfolge
brachte. Einige Arten haben Namen bekommen, aquaristisch wird die L-Nummer aber
oft weiterhin verwendet. Sind diese Arten nun echte Kryptide? Der Autor denkt, daß
sie es sind und die Vorstellung, der hehren Wissenschaft mit dem Aquarienfisch
zu Hause ein Schnippchen geschlagen zu haben, ist schon ein Schmunzeln wert.
- Die "Wissenschaftliche Erstbeschreibung"
Ein wissenschaftliche Erstbeschreibung dient dazu, einem
Lebewesen einen Namen zu geben und es quasi der Wissenschaft vorzustellen.
Hierbei muß das Tier beschrieben und mit einem wissenschaftlichen Namen benannt
werden, Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Tieren sowie Hinweise auf das
Vorkommen des Tieres müssen aufgezeigt werden. Früher sollte, heute muss ein
Typusexemplar in einer Museumssammlung hinterlegt werden. Seit 2000 muß eine
zoologische Erstbeschreibung deutlich als solche gekennzeichnet werden, meist
wird hinter den neu vergebenen wissenschaftlichen Namen ein "nov.
spec." angehängt, was soviel wie "hier neubeschriebene Art"
heisst. Ist eine solche Beschreibung formal korrekt, gilt die
zuerst veröffentlichte Beschreibung als maßgeblich, egal ob spätere
Beschreibungen besser sind oder nicht. Der Artname (der zweite, kleingeschriebene Teil des
wissenschaftlichen Namens) bleibt in der Regel immer erhalten, während der
Gattungsname (der erste, großgeschriebene Teil des wissenschaftlichen Namens)
durchaus bei näherer Untersuchung der Verwandtschaftsbeziehungen verändert
werden kann. Einem solchen Namen wird oft der Name des Erstbeschreibers
sowie die Jahreszahl der Erstbeschreibung angehängt. Der Name des
Erstbeschreibers steht in Klammern, wenn dem Artnamen ein anderer Gattungsname
voraus geht, als in der originalen Kombination.
- Was sind
Cichliden?
Die Familie Cichlidae ist eine der artenreichsten
Fischfamilien, sie gehört zur Ordnung der Barschartigen. Nahe verwandt sind die
Brandungsbarsche, Lippfische und Riffbarsche. In 105 Gattungen gibt es fast
1500 Arten, die über Süd- und Mittelamerika bis nach New Mexico und Texas
verbreitet sind. In Afrika kommen sie nahezu überall südlich der Sahara vor,
aber auch im Nil und Oasengewässern bis in den Atlas. Ebenso findet man sie im
nahen Osten bis Afghanistan, im Irak und Iran, Pakistan und Indien. Besonders artenreich sind die Cichliden in den
afrikanischen Grabenseen Viktoriasee, Tanganijkasee und Malawisee, jedoch sind
durch das Einsetzen von Nilbarschen in den Viktoriasee zahlreiche Arten binnen
kurzer Zeit ausgestorben. Cichliden besiedeln fast ausschließlich Süßgewässer, nur
wenige Arten gehen in Brackwasser oder können längere Zeit im Seewasser
überleben. Für den Aquarianer sind viele Cichlidenarten interessant,
da viele Arten kleine bis mittelgroße Fische darstellen (die kleinsten Arten
erreichen knapp 3 cm Gesamtlänge, Tiere jenseits der 30 cm sind selten und auf
wenige Arten beschränkt, die größten Arten erreichen etwa 80 cm) und oft sehr
farbig sind. Hinzu kommt, dass alle Arten Brutpflege betreiben, teilweise als
Maulbrüter, was im Aquarium gut zu beobachten ist. Andererseits zeichnen sich insbesondere größere Arten
durch robustes Auftreten aus, was sie zu Fischen macht, die kaum in den üblichen
bepflanzten Gesellschaftsaquarien gehalten werden können. Das ist eine
Tatsache, die viele Cichlidenpfleger aber gerne akzeptieren und auf den
besonderen Charakter ihrer Tiere verweisen. Aufgrund ihres differenzierten Verhaltens, zahlreicher
Anpassungen und relativ einfacher Haltbarkeit sind Cichliden zum beliebten
Objekt in Forschung und Lehre geworden. Häufig reisen schreibende Aquarianer in
die Ursprungshabitate ihrer Pfleglinge, um dort Fische zu fangen und zu
importieren bzw. herauszufinden, wie ihre Aquarienfische in der Natur leben.
Durch sie wurden zahlreiche interessante Entdeckungen gemacht.
Literatur - Ladiges,
W. 1973: Schwimmendes Gold vom Rio Ukayali. Engelbert Pfriem Verlag, Wuppertal
- Mayland, H.J., 1984: Mittelamerika, Cichliden und
Lebendgebärende; Landbuch Verlag, Hannover
- Stawikowski, R. & Werner, U. 1988: Die Buntbarsche der
neuen Welt, Südamerika. Edition Kernen, Essen
- Stawikowski, R. & Werner, U. 1998: die Buntbarsche
Amerikas, Band 1. Ulmer Verlag, Stuttgart
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