Die Bestie von Gevaudan

Kryptide, die nicht zur Hominologie oder Dracontologie gehören

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon BlackSun » 30.07.2013 16:47

Hi,

übrigens unser Hund kann durchaus Geräusche vonsichgeben, die wie Gekicher klingt. Es ist ein Gequietsche und Gekicher wenn er sehr aufgeregt ist und sich gerade tiereisch freut. Klingt wie eine kleine Hyäne.

Irgendwo in diesem Beitrag wurde angezweifelt, dass Hunde 24 ft weit springen können. 24 ft sind ja ca 7,3 m. Es gibt im Hundesport die Disziplin dogdiving. Da springen Hunde ihrem Spielzeug in das Wasser hinterher. Der Rekord leigt bei ca. 9 Metern. In einer Vorführung auf einer Hundeshow habe ich einen Labrador gesehen der über 5 hintereinandergestellte Gartenstüle gesprungen ist. Das war "nur" ein Labrador!.

Also power genug haben hunde auf jeden fall.
Gruß Sebastian

„Wenn man an solche Geschichten glaubt, gibt es eine Bestie, die dem Willen Davy Jones’ gehorcht, ein fürchterliches Ungeheuer mit riesigen Tentakeln, das einem das Gesicht wegsaugt und ein ganzes Schiff in die zermalmende Tiefe zieht: DER KRAKEN!“ - Joshamee Gibbs
Benutzeravatar
BlackSun
Zoologe
Zoologe
 
Beiträge: 390
Registriert: 10.01.2005 02:37
Wohnort: Berlin

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Lutentio » 11.08.2013 11:52

Hi,

dass manche Hunde weite Sprünge machen können, bezweifle ich auch nicht. Die Angaben über die Sprungweite kann ja außerdem übertreiben sein.

Dass es sich um katzenartige Tiere gehandelt hat, kann zwar nicht ausgeschlossen werden, aber es gibt m.E. auch nichts, was dafür spricht. Und auch die Theorie mit der Hyäne ist etwas abwegig.

Wenn es keine gewöhnlichen Wölfe waren, die aus noch unbekannten Gründen zu Menschenfressern wurden, dann glaube ich auch an Wolf-Hund-Hybriden.

Gruß
Lutentio
Lutentio
 

Neu im Forum!

Beitragvon Dilldapp » 08.02.2014 09:17

Hallo,

ich bin der Neue :-)

Hatte gerade schon was zum Thema "Bestie" geschrieben - leider ist es irgendwie weg...

Vielleicht probiere ich es später noch mal.

Grüße

Dilldapp
Dilldapp
 

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon architeuthis » 25.04.2014 16:04

Leider war ich geraume Zeit schon nicht mehr hier, weshalb ich erst jetzt noch mal meinen Senf zu diesem Beitrag abgeben kann.

Ich denke, wir werden heutzutage nicht mehr erfahren, um was es sich bei der Bestie von Gevaudan wirklich gehandelt hat. Man kann die damaligen Überlieferungen glauben oder auch nicht, aber ich finde sie liefern interessante Anhaltspunkte.
Liebe Grüße Architeuthis
Benutzeravatar
architeuthis
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 43
Registriert: 11.07.2013 16:33
Wohnort: Oberbayern

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 04.01.2016 09:38

Seitdem dieser Thread vor über einem Jahrzehnt aufgemacht wurde, sind eine Reihe von Sachbüchern erschienen (nicht nur auf Französisch, auch auf Deutsch und Englisch), die sich seriös mit der Bestie des Gévaudan befassen und die zeitgenössischen Quellen analysieren. Auch viele der damaligen Originalberichte, mit denen zum Beispiel Dienstvorgesetzte über Angriffe der Bestie informiert wurden, kann heute jeder in Buchform einsehen (auf Französisch bzw. übersetzt ins Englische), niemand muss dazu Archive in Frankreich aufsuchen. Keine Rolle spielen in ernsthaften Sachbüchern Spekulationen, dass die Bestie zur Menschenjagd abgerichtet worden war oder dass sie einer prähistorischen oder der Wissenschaft unbekannten Spezies angehörte. Und auf einen menschlichen Massenmörder konnte ohnehin nur jemand kommen, der sich gar nicht erst die Mühe gemacht hatte, die Quellen einzusehen. Offenbar war der "Fall Gévaudan" kein Einzelfall in der französischen Geschichte: Es gab dem französischen Historiker Moriceau zufolge schon seit dem 17. Jahrhundert mehrere Angriffswellen von "bêtes féroces" (wilden Bestien), denen zahllose Menschen zum Opfer fielen. Im 17. Jahrhundert kamen Menagerien in Mode, Großraubtiere wurden importiert und in Wandermenagerien durchs Land gekarrt. Außerdem gab es im Gévaudan eine relativ hohe Wolfsdichte, und es sind aus den 1760er Jahren vereinzelte Angriffe von Wölfen auf Menschen dokumentiert. Eine heutige Sichtweise besagt deshalb: "Die Bestie" waren Wölfe, die aus verschiedenen Gründen zur Bestie hochstilisiert wurden. Eine andere Sichtweise besagt: Die wenigen Wolfsangriffe können die Attacken der Bestie nicht erklären, es muss außerdem eine Großkatze im Spiel gewesen sein. Das von Chastel erschossene Tier war wahrscheinlich ein normaler Wolf, dem im Autopsiebericht Merkmale der Bestie angedichtet wurden. Beispielsweise wurde sinngemäß festgehalten: 'Das Tier sieht nur hinten wie ein Wolf aus: Sein Kopf ist monströs.' Nun passen aber die damals angegebenen Maße des Kopfes hervorragend zu denen eines ganz normalen Wolfes, was nur eine von mehreren Ungereimtheiten im Autopsiebericht ist.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Quagga » 04.01.2016 14:46

Hallo und Willkommen im Forum, Roger :)!

Eben, die ganzen Ungereimtheiten im Autopsiebericht, bzw. die Beschreibungen mit widersprüchlichen Merkmalen- man kann ja alles von Wolf, großem Wolfshund, große Raubkatze bis hin zu verschiedenen Hyänen hinein interpretieren.

Da das alles so fürchterlich verworren, vertuscht und verfälscht ist, bin ich fast soweit, in Richtung der Söhne adeliger Familien zu "ermitteln", deren Vater oder Eltern eine Menagerie und damit exotische Tiere hatten. Handaufzuchten liegen ja absolut nicht im Bereich des Abwegigen, und die Benutzung eines solchen Tiers zur Befriedigung eines eher kränklichen Geistes (Menschenjagd) würde für mich inzwischen auch nicht abwegig sein- krank, sicherlich, aber leider durchaus im Spektrum möglicher menschlicher Störungen.

Grüße,
Andreas
"If i see a track i know something made it!"
Weise Erkenntnis eines Hobby- Kryptozoologen :gut:
Benutzeravatar
Quagga
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 838
Registriert: 19.01.2004 04:58

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 04.01.2016 17:01

Vielen Dank für den freundlichen Willkommensgruß! Ja, man kann alles Mögliche in das von Chastel erschossene Tier hinein interpretieren. Das wird ja auch fleißig gemacht und trübt den Blick für die Fakten. Meiner Meinung nach ist die Geschichte der Bestie nicht verworren. Im Prinzip braucht man nur zu unterscheiden zwischen den zumeist recht objektiven, überaus zahlreichen und informativen Berichten über die Angriffe der Bestie und den leicht durchschaubaren Versuchen, erlegte Wölfe als Bestie „herauszuputzen“. Es gab etwa ein halbes Dutzend erlegte Wölfe, die von 1764 bis 1767 als „Bestie“ präsentiert wurden. In einem Fall wurde sehr wahrscheinlich absichtlich getäuscht, um die Belohnung zu kassieren (und ein Stück Bauernhemd in den Magen des Tieres bugsiert). Viel öfter lassen die Beschreibungen der toten Wölfe aber erkennen, dass man sich selbst einreden wollte, nun endlich die tote Bestie vor sich zu haben. Das von Chastel erlegte Tier wog 53 Kilogramm, es hatte die Dimensionen eines normalen Wolfes, war mit einem anderen Wolf (wohl einer Wölfin) unterwegs gewesen und von Chastel willkürlich ausgewählt worden. Dieses Tier kann keine erwachsenen Frauen verschleppt haben, es kann keine Trittsiegel von 16 Zentimetern Länge hinterlassen haben, es kann nicht erwachsene Menschen innerhalb kurzer Zeit zur Hälfte aufgefressen haben. Und ganz sicher war es keine Großkatze. Dass die tatsächliche Bestie aus einer Menagerie entwischt war oder aus dem Privatzoo eines Adeligen oder wohlhabenden Bürgers, halte ich für hoch wahrscheinlich. Es ist aber unnötig anzunehmen, dass sie zur Menschenjagd abgerichtet wurde. Offenbar hat sie, um zu überleben, schlicht und einfach das erbeutet, was leicht zu erbeuten war.

Grüße,
Roger
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 06.01.2016 06:22

Hi Roger,
wenn das alles so leicht und klar zu be- bzw. widerlegen ist- was für eine Großkatze war es denn? Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar, Schneeleopard, die beiden Nebelparder-Arten?
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Tobias » 06.01.2016 11:11

Hallo Roger,

du schreibst u.a.:

Roger hat geschrieben:Auch viele der damaligen Originalberichte, mit denen zum Beispiel Dienstvorgesetzte über Angriffe der Bestie informiert wurden, kann heute jeder in Buchform einsehen (auf Französisch bzw. übersetzt ins Englische), niemand muss dazu Archive in Frankreich aufsuchen.


Damit bekomme ich aber nur das, was der Autor des Buches gefunden hat (wenn er denn die Originalberichte abgelichtet hat) oder seine Interpretation der Berichte. Forschung wird es erst, wenn ich selber an die Quellen wandere, möglicherweise weitere Berichte ausgrabe, die vorher noch nicht bekannt waren. Nur so erhalte ich neue Daten, die eine Interpretation unterstützen oder hinfällig machen.

Keine Rolle spielen in ernsthaften Sachbüchern Spekulationen, dass die Bestie zur Menschenjagd abgerichtet worden war (...) Und auf einen menschlichen Massenmörder konnte ohnehin nur jemand kommen, der sich gar nicht erst die Mühe gemacht hatte, die Quellen einzusehen. Offenbar war der "Fall Gévaudan" kein Einzelfall in der französischen Geschichte: Es gab dem französischen Historiker Moriceau zufolge schon seit dem 17. Jahrhundert mehrere Angriffswellen von "bêtes féroces" (wilden Bestien), denen zahllose Menschen zum Opfer fielen.


Auch mit dieser Interpretation wäre ich vorsichtig. Ich kenne z.B. aus dem Umfeld der "Blutgräfin" Elisabet Báthory zahlreiche Fälle, wo es für Aristokraten völlig normal war, Leute aus dem "gewöhnlichen Volk" umzubringen. Probleme gab es immer erst, wenn Menschen umgebracht wurden, "die zählten", also Leute von Stand oder Rang. Das waren bei Bathory Mädchen aus dem niederen Adel, in anderen Fällen Kinder wohlhabender oder gar reicher Bürger. Oft wurden Ermittlungen angestellt, die dann aber schnell "erfolglos" im Sande verliefen. Ob das an den beschränkten Methoden der "Polizei" lag, ob hier der Gutsherr sein Veto einlegte oder ob man einfach nicht gegen Adelige ermittelte, kann ich nicht beurteilen. Ich kann mir jeden Fall vorstellen, alle Mischversionen und dass es bei jedem Fall anders war.
Ob 150 Jahre nach Bathory im vorrevolutionären, absolutistischen Frankreich so etwas vorkam, weiß ich nicht. Es wird auch keine Unterlagen geben, die das belegen, aber ich kann mir das sehr gut vorstellen.
In diese Situation würde problemlos passen, dass ein Adeliger sich eine oder mehrere Großkatzen angeschafft hat und sie tatsächlich zum Spaß auf Menschenjagd gehen ließ. Hierzu passt auch die Vermutung, dass bereits vor dem Tod von Jeanne Boulet Übergriffe stattgefunden haben, die aber nicht ausreichend dokumentiert wurden (oder deren Dokumentation "verschwand").

Das von Chastel erschossene Tier war wahrscheinlich ein normaler Wolf, dem im Autopsiebericht Merkmale der Bestie angedichtet wurden. Beispielsweise wurde sinngemäß festgehalten: 'Das Tier sieht nur hinten wie ein Wolf aus: Sein Kopf ist monströs.' Nun passen aber die damals angegebenen Maße des Kopfes hervorragend zu denen eines ganz normalen Wolfes, was nur eine von mehreren Ungereimtheiten im Autopsiebericht ist.


Die Frage ist, ob die Beschreibung anhand der Autopsie oder später an einem ausgestopften Tier vorgenommen wurde. Damals wurde eine Dermoplastik tatsächlich noch durch Ausstopfen erzeugt: man stopte so viel Stroh in das Tier, wie man rein bekam. Je nach Dehnbarkeit der Haut, Faltenlage usw. veränderte das die Proportionen und Endgröße des Stopfpräparates gewaltig. Ein schönes Beispiel dafür ist der Elefant bei Senckenberg.

Schöne Grüße

Tobias

PS @Kouprey: Es handelte sich zweifelsohne um einen Wolkopard. Ist doch klar!.......................... oder?
"Je ungewöhnlicher eine Tatsache ist, die zu beweisen ist,
um so eindeutiger muss der Beweis sein, um akzeptiert zu werden."

J. Meldrum
Benutzeravatar
Tobias
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 1390
Registriert: 27.04.2005 10:57
Wohnort: NRW

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 06.01.2016 11:43

@Tobias: ich dachte so eher an Liger...^^
http://cdn.meme.am/instances/62192590.jpg
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 06.01.2016 11:58

Kouprey hat geschrieben:Hi Roger,
wenn das alles so leicht und klar zu be- bzw. widerlegen ist- was für eine Großkatze war es denn? Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar, Schneeleopard, die beiden Nebelparder-Arten?


Es war ein Löwe, und zwar ein männliches, subadultes Tier, das wenige Jahre alt war, als es 1764 das Gévaudan erreichte. Die Trittsiegel lagen im oberen Größenbereich von Großkatzen; schon aus diesem Grund, aber auch aus etlichen anderen Gründen, kommen ohnehin nur die beiden größten Arten infrage. Die Bestie hatte einen dunklen Rückenstreifen entlang der Wirbelsäule, wie er manchmal bei Löwen auftritt. Der Schwanz erschien seltsam dünn, am Ende war er scheinbar verdickt. Der Vorderkörper war kräftiger als der Hinterleib, das ist für männliche Löwen typisch. Die Bestie war am Vorderkörper auffallend langhaarig, hatte aber keine ausgeprägte Mähne. Am Hinterkopf und Nacken hatte sie in ihrem ersten Jahr im Gévaudan aufrechte Haare, das ist die typische „Irokesen-Frisur“ etwa zwei- bis dreijähriger Löwenmännchen.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 06.01.2016 12:05

Tobias hat geschrieben:Forschung wird es erst, wenn ich selber an die Quellen wandere, möglicherweise weitere Berichte ausgrabe, die vorher noch nicht bekannt waren.


Das ist eine eigenwillige Interpretation von Forschung. Selbstverständlich darf man sich auf das berufen und das zitieren, was andere bei ihren Forschungen gefunden haben.

In diese Situation würde problemlos passen, dass ein Adeliger sich eine oder mehrere Großkatzen angeschafft hat und sie tatsächlich zum Spaß auf Menschenjagd gehen ließ.


Dazu braucht man einen Löwen oder Tiger aber nicht abzurichten. Unter welchen Umständen und aus welchen Gründen die Bestie frei kam, wissen wir nicht. Warum sie Menschen jagte, wissen wir dagegen durchaus: Sie hat sie gefressen.

Die Frage ist, ob die Beschreibung anhand der Autopsie oder später an einem ausgestopften Tier vorgenommen wurde. Damals wurde eine Dermoplastik tatsächlich noch durch Ausstopfen erzeugt: man stopte so viel Stroh in das Tier, wie man rein bekam.


An einem ausgestopften Tier eine Autopsie vornehmen zu wollen, ist eine originelle Idee. Die Menschen im Gévaudan waren keine Idioten. Selbstverständlich wurden die Autopsien an den noch relativ frischtoten Kadavern durchgeführt: sowohl bei dem von Antoine als auch bei dem von Chastel erschossenen Wolf jeweils am Tag nach dem Tod des Tieres. Der von Antoine erschossene Wolf wurde in Versailles keineswegs als Stopfpräparat ausgestellt: Der Balg wurde auf einen hölzernen Kern aufgezogen.

Es handelte sich zweifelsohne um einen Wolkopard. Ist doch klar!.......................... oder?


Ich hatte mich in diesem Forum angemeldet, weil ich angenommen hatte, man könnte hier ernsthaft diskutieren.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 06.01.2016 14:54

Roger hat geschrieben:
Kouprey hat geschrieben:Hi Roger,
wenn das alles so leicht und klar zu be- bzw. widerlegen ist- was für eine Großkatze war es denn? Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar, Schneeleopard, die beiden Nebelparder-Arten?


Es war ein Löwe, und zwar ein männliches, subadultes Tier, das wenige Jahre alt war, als es 1764 das Gévaudan erreichte. Die Trittsiegel lagen im oberen Größenbereich von Großkatzen; schon aus diesem Grund, aber auch aus etlichen anderen Gründen, kommen ohnehin nur die beiden größten Arten infrage. Die Bestie hatte einen dunklen Rückenstreifen entlang der Wirbelsäule, wie er manchmal bei Löwen auftritt. Der Schwanz erschien seltsam dünn, am Ende war er scheinbar verdickt. Der Vorderkörper war kräftiger als der Hinterleib, das ist für männliche Löwen typisch. Die Bestie war am Vorderkörper auffallend langhaarig, hatte aber keine ausgeprägte Mähne. Am Hinterkopf und Nacken hatte sie in ihrem ersten Jahr im Gévaudan aufrechte Haare, das ist die typische „Irokesen-Frisur“ etwa zwei- bis dreijähriger Löwenmännchen.


Einen Knochenpanzer trug er nicht? ;) Danke für diese Information, wobei langhaarige Löwen (mit Ausnahme fossiler Formen) eher die Ausnahme darstellen. Wo findet man die diesbezügliche Publikation?

In diesem Forum wird/wurde gern ernsthaft diskutiert, sofern das Thema es zulässt. Allerdings hat sich unter manchen "alteingesessenen" Usern in den Jahren ein freundlich-ungezwungener Unterhaltungsstil entwickelt, der sich mitunter durch Witzeleien wie ebendiese äußert. Sollte dies Unmut erzeugen, bitten wir darum, dies zu entschuldigen.
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 06.01.2016 20:02

Es kommt drauf an, ob man einen Scherz macht, den beide Seiten spaßig finden (sollen), oder ob ein neuer Kommentator prophylaktisch durch den Kakao gezogen werden soll; es war also das Erstere gemeint. Jetzt aber wieder zum Ernst des Lebens, Spaß haben wir ohnehin alle genug. Langhaarige Löwen sind auch heutzutage nicht schwer zu finden: Unter den älteren Löwen ist etwa jeder zweite extrem langhaarig, denn er trägt als Männchen eine prachtvolle Mähne. Die Bestie hatte aber keine vollentwickelte Mähne, denn die wäre den Angriffszeugen aufgefallen und hätte ihnen die Artbestimmung des Tieres ermöglicht. Es war allerdings schon für die Leute im Gévaudan eindeutig, dass die Bestie ein männliches Tier war. Und offensichtlich hatte sie Ansätze einer sich entwickelnden Mähne: Der Syndikus Lafont berichtete im November 1764, die Haare der Bestie seien am Vorderkörper so lang, dass er vermute, sie schützten die Bestie vor Gewehrkugeln. Zusammen mit weiteren Beobachtungen wie dem Haarschopf an Kopf und Nacken und den damals ebenfalls beobachteten Flecken an den Körperseiten lässt dies auf ein subadultes Tier schließen: http://livingwithlions.org/mara/how-to/age-lions/
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 06.01.2016 21:48

Mithin das Unlustigste sind Menschen, die glauben, anderen ihre Definition von Humor aufdrängen zu müssen. Dicht gefolgt vom politisch korrekten Witz. Spaß kann man nicht genug haben. Und wer Onlinediskussionen als Ernst des Lebens ansieht, hat offenbar noch nicht wirklich gelebt.

Wenn die Langhaarigkeit sich nur auf die Mähne bezieht-wieso wird dann im vorherigen Beitrag darauf hingewiesen, dass die Mähne nicht ausgeprägt war?
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Quagga » 07.01.2016 00:37

Bitte beim Thema bleiben, ok? Scherzchen sind gerne erlaubt, kamen hier aber offenbar nicht als solche an, also bitte einfach sein lassen, bis man das Gegenüber einschätzen kann...
Ich freu' mich, dass hier mal wieder ein paar Themen fett hervorgehoben sind, wenn ich reinkucke, also bitte nicht schon wieder neuen Leuten mit wenigen hiebgewaltigen Posts den Schädel einschlagen- sind nicht alle solche alteingesessenen Supercracks oder harten Nehmer (denen das Forum nicht gehört, alle, auch neue, User sind willkommen!), und Roger sowie die beiden neuen Userinnen bei den Rindern haben erfreulich viel Detailwissen- sind also sehr nötig in den heutigen Zeiten des langsamen Foren - Siechtums.
Also bitte, gedeihliches Miteinander und nicht wieder schnelles, degenstoßgleiches virtuelles Umbringen und "Revier verteidigen" ;)...

Und wer Onlinediskussionen als Ernst des Lebens ansieht, hat offenbar noch nicht wirklich gelebt.

Und wozu dann das alles hier, wenn es ja doch nicht das Leben und somit nebensächlich ist?
"If i see a track i know something made it!"
Weise Erkenntnis eines Hobby- Kryptozoologen :gut:
Benutzeravatar
Quagga
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 838
Registriert: 19.01.2004 04:58

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 07.01.2016 06:00

Quagga hat geschrieben:Und wozu dann das alles hier, wenn es ja doch nicht das Leben und somit nebensächlich ist?

Dem Spaß zuliebe.^^
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 07.01.2016 08:57

Kouprey hat geschrieben:Mithin das Unlustigste sind Menschen, die glauben, anderen ihre Definition von Humor aufdrängen zu müssen. Dicht gefolgt vom politisch korrekten Witz. Spaß kann man nicht genug haben. Und wer Onlinediskussionen als Ernst des Lebens ansieht, hat offenbar noch nicht wirklich gelebt.

Wenn die Langhaarigkeit sich nur auf die Mähne bezieht-wieso wird dann im vorherigen Beitrag darauf hingewiesen, dass die Mähne nicht ausgeprägt war?


Wenn ich in diesem Zusammenhang von Ernst des Lebens schreibe und dass wir sowieso alle genug Spaß haben, dann hätte ich gedacht: Das ist so dick aufgetragen und so daneben, dass man merkt: kann nicht Ernst gemeint sein. Die Mähne der Bestie war offenbar in der Entwicklung, sie war bereits als lange Behaarung an Vorderkörper und Nacken zu erkennen, so wie man das auf den Fotos der subadulten Männchen auf der geposteten Website sieht.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 07.01.2016 11:10

Roger hat geschrieben:Wenn ich in diesem Zusammenhang von Ernst des Lebens schreibe und dass wir sowieso alle genug Spaß haben, dann hätte ich gedacht: Das ist so dick aufgetragen und so daneben, dass man merkt: kann nicht Ernst gemeint sein.

Tja, willkommen in der Abseitsfalle des missverstandenen Witzes. Deswegen gibt es hier auch so etwas: :happy:

Wenn nur die Mähne gemeint war: warum wurde dann nicht das Adjektiv langmähnig verwendet? Aber egal; kommt das Thema in der Publikation auch vor?
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 07.01.2016 16:10

Kouprey hat geschrieben:Wenn nur die Mähne gemeint war: warum wurde dann nicht das Adjektiv langmähnig verwendet? Aber egal; kommt das Thema in der Publikation auch vor?

Langmähnig? Von wem nicht verwendet? Von den Leuten im Gévaudan? Die haben die langen Haare am Vorderkörper registriert, sind aber nicht darauf gekommen, dass daraus eine richtige Löwenmähne werden könnte. Und auch heute würde man einem zwei- oder dreijährigen Löwen nicht unterstellen dürfen, er sei langmähnig. Mit Publikation meinst du die Masai-Mara-Löwen-Website? Auf der geht es um die Frage: Wie bestimme ich das Alter von Löwen? Zu den Merkmalen, die dort für subadulte Männchen angegeben sind, gehört die Irokesen-Frisur, außerdem sieht man sehr schön die längere Behaarung am Vorderkörper.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 07.01.2016 16:14

Roger hat geschrieben: Die Bestie war am Vorderkörper auffallend langhaarig, hatte aber keine ausgeprägte Mähne


S. "langmähnig" vs. "langhaarig".
Bzgl. Publikation: siehe meine Frage vom 06.01.2016 - 14:54
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 07.01.2016 16:46

Kouprey hat geschrieben:Bzgl. Publikation: siehe meine Frage vom 06.01.2016 - 14:54


Die Löwen-Hypothese ist auf meinem Mist gewachsen, ich habe sie bei Amazon als „Die Bestie des Gévaudan“ zu (digitalem) Papier gebracht. Hervorragende (garantiert löwenfreie) Darstellungen der damaligen Ereignisse gibt es von den versierten Historikern Jay M. Smith: „Monsters of the Gévaudan“ und von Moriceau „La Bête du Gévaudan“. Und unbedingt lesenswert sind auch die Werke der Äbte Pourcher und Fabre, die grundlegende Recherchen in französischen Archiven durchführten.
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 07.01.2016 17:25

@Quagga: fällt das unter Schleichwerbung / Spam?
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Roger » 07.01.2016 17:39

Kouprey hat geschrieben:@Quagga: fällt das unter Schleichwerbung / Spam?

Das ist dreist! Erst mehrfach nachfragen, wo man das nachlesen kann und mich dann der Schleichwerbung bezichtigen. Ich habe hier gratis und für alle lesbar alle wesentlichen Informationen aus dem Buchtext preisgegeben. Und Tschüss!
Roger
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: 03.01.2016 11:47

Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon Kouprey » 07.01.2016 19:18

Nichts für ungut, aber so war das nicht gemeint. Wenn man im Brustton der Überzeugung alle bisherigen Forenbeiträge abwertet und dann eine Behauptung aufstellt, erwartet man irgendwie eine seriöse Grundlage, die das unterstützt. Wenn darauf auf eine kommerzielle Leistung bzw. Produkt verwiesen wird, macht das irgendwie stutzig.
Benutzeravatar
Kouprey
Kryptozoologe
Kryptozoologe
 
Beiträge: 3781
Registriert: 25.12.2004 17:20
Wohnort: Nouméa

VorherigeNächste

Zurück zu Kryptozoologie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder