Yellowstone - Menschheit 1:0

Alle Naturphänomene, die nichts mit Tieren zu tun haben

Beitragvon Kouprey » 19.06.2005 16:06

Was soll derartige Naturkatastrophen-Euphorie? Reichte die Tsunami 2004 nicht? Einziger Zweck solcher Vermutungen über zukünftiger Naturkatastrophen sollte v.a. sein, das Möglichste an Prophylaxe zu erreichen-aber nicht, eine ereignisgeile Erwartungshaltung anzufachen. :nein:
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Beitragvon Lahtzarus » 19.06.2005 18:00

Ich denke, er meinte mal gucken ob es stimmt.
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Beitragvon Kouprey » 19.06.2005 19:11

Das war mir schon klar; betrachte mich nicht beständig als begriffsstutzigen Narren, dem man alles erklären muß... :sauer:
Auch wenn das hier vermutlich nur beschwichtigend gemeint war. :keks:


Zitat:
"Nichts gegen Deep Impact!!!
Endlich mal ein Film, in der die Welt von der Katastrophe (immerhin beinahe) getroffen wird! "

Das und andere "schaurig-pseudopessimistischen" Posts davor verleiteten mich zu posten.
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Beitragvon Lahtzarus » 19.06.2005 21:00

In der Tat war es beschwichtigend gemeint. Tja, und wer hier wen beständig (warum eigebtlich beständig) als begriffstutzigen Narren betrachtet sei mal dahin gestellt.
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Beitragvon Kouprey » 20.06.2005 05:59

"Tja", dann stell's mal schön dahin, und versuche in Zukunft, derartiges zu unterlassen. TIA :ja:
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Beitragvon Lahtzarus » 20.06.2005 08:17

Mal ganz ehrlich ich stelle dich nicht als begriffstutzigen Narren hin. Ich halte dich ganz im Gegenteil für sehr gebildet. Ich versuche etwaige Andeutungen betreffs des Narren zu unterlassen, wenn du das gleiche tust. MfG Lahtzarus
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Beitragvon Kouprey » 20.06.2005 18:44

Danke. Werde meinerseits versuchen, mich daran zu halten. Schön' Tag noch. :ja:
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Beitragvon garret » 03.01.2007 23:51

Nabend.
Muss das Thema nochmal aufgreifen, aktuell ist es ja noch. Möchte auch nicht miterleben, dass es nicht mehr aktuell ist. ;)

Ich hätte da nämlich mal folgende warscheinlich recht törichte Frage zu diesem Super Vulkan: Warum bohrt man da nicht rein, und lässt den Druck langsam endweichen? So wie man eine geschüttelte Sprudelflasche ganz langsam aufmacht?

garret
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Beitragvon Kasuar » 04.01.2007 02:56

Nun, die einfache oder die komplizierte Antwort?

Die einfache Antwort lautet, es besteht schlicht und ergreifend keine Notwendigkeit.
Neueste Forschungsergebnisse legen nahe, dass in absehbarer Zeit (+15.000 Jahre) absolut keine Ausbruchsgefahr besteht.
Darüberhinaus sind auch die mutmaßlich durch Supervulkanausbrüche hervorgerufenen Klimaveränderung in die Diskussion geraten und gelten keineswegs als gesichert.
Also würde ich mir vorerst keine Sorgen machen vor dem Weltuntergang aus dem Erdinnern :wink:

Die kompliziertere Antwort ist, dass es ohne ins Detail zu gehen an den maschinenbautechnischen Anforderungen scheitern würde, ein geeignetes Ventil zu konstruieren, von den finanziellen Komplikationen ganz abgesehen.

Bei Bedarf belege ich morgen die neuen Forschungsergebnisse.

Beste Grüße, Kasuar
Kasuar
 

Beitragvon Pirol » 04.01.2007 19:34

@kasuar: Das würde mich im Detail interessieren; vor allem der von dir angegebene Zeithorizont.

Gruß, Pirol
Pirol
 

Beitragvon Majiy » 05.01.2007 01:47

Das Problem an der Sache dürfte wohl vor allem darin bestehen, dass man keine geschüttelte Sektflasche anbohren kann, ohne das einem die Flasche um die Ohren fliegt. Natürlich hinkt der Vergleich an diversen Stellen, aber darauf dürfte es hinauslaufen.
Majiy
 

Beitragvon Kasuar » 05.01.2007 19:51

@ Pirol:

Low-delta-18-O rhyolites from Yellowstone: magmatic evolution based on analyses of zircons and individual phenocrysts.
I. N. Bindemann und J. W. Valley, Journal of Petrology, Bd. 42, S.1491
Kasuar
 

Beitragvon Pirol » 05.01.2007 23:25

Ei, ei, ei@kasuar: Da hätte ich doch beinahe das gesamte Kompendium "Journal of Petrology 1-44 (1960-2003) zum Schnäppchenpreis von umgerechnet € 5.680,53 gekauft :D ,

wenn ich mich nicht beim Lesen der summary von S. 1491 - 1517 an einen Bindeman und seine Isotopenforschung in Kamtschatka (in Nature gelesen) erinnert hätte. Er ist inzwischen wohl Professor an der Oregon University und forscht v.a. um Yellowstone, aber sein Hauptaugenmerk liegt offenkundig nach wie vor bei den Sauerstoff-Isotopen, nicht bei Eruptionsprognosen.

Mich wunderte deine Aussage mit den +15.000 Jahren.
Die einzige Zeitangabe, die ich deinem Lit.-Zit. entnehmen konnte war die Feststellung Bindemans, dass 'die Umwandlungszeit von zonierten Zirconen zwischen einigen wenigen hundert bis einigen wenigen tausend Jahren liegt, was die Resistenz von bestimmten (low-delta-18-oxygen) Sauerstoff-Isotopen nach seiner Bildung und vor dem Ausbruch reflektiert'.

Ich habe also leider keine Antwort ersehen können. Vielleicht gibst du mir eine kurze eigene summary.

Danke, Pirol
Pirol
 

Beitragvon Kasuar » 06.01.2007 00:03

Da muss sich wohl ein Fehler in meine Unterlagen eingeschlichen haben.
Definitiv hat Bindemann aus seiner Sauerstoffisotopenforschung eine Prognose für die zukünftige Entwicklung der Eruptionswahrscheinlichkeit gezogen.

Die von mir genannten "~" 15.000 Jahre sind eine Extrapolation:
Gemäß des Gesteinszyklus sei eine Eruption innerhalb der nächsten 100.000 Jahre zu erwarten mit einer exponentiell wachsenden Wahrscheinlichkeit. Unter Einbeziehung weiterer eruptionsbegünstigender Faktoren sei es hoch wahrscheinlich, dass der Ausbruch erst jenseits des geschichtlichen Horizontes anzusiedeln sei. Daraus machte ich freier Weise den genannten Zeitrahmen.

Wie ich gerade gesehen habe, ist das von mir zunächst genannte Paper 2001 veröffentlicht worden, das von mir eigentlich gemeinte muss um 2004 herum veröffentlicht worden sein.
Ich bleibe am Ball 8)
Zuletzt geändert von Kasuar am 06.01.2007 00:14, insgesamt 1-mal geändert.
Kasuar
 

Beitragvon Pirol » 06.01.2007 00:13

@kasuar: Da bin ich aber froh, ich dachte schon, ich hätte da was überlesen.
Du machst es aber spannend! Ob das aus 2004 ist, was du suchst, weiss ich natürlich nicht, aber du sprachst von "neuesten Forschungsergebnissen"?

Gruß, Pirol
Pirol
 

Beitragvon Kasuar » 06.01.2007 00:16

"Neuest" im Vergleich zu dem was die von Michael Schneider und Konsorten aufgestachlten Grenzwissenschafts-Internetgänger so als Stand der Erkenntnis annehmen.

Beschäftige mich viel mit der Vergangenheit, da kann der Rahmen schon mal verrücken.

Gruß Kasuar
Kasuar
 

Beitragvon Pirol » 06.01.2007 01:41

Sei's drum. Ich hab da nochmal nachgelesen...
Bindeman hat in Zusammenarbeit mit namhaften Wienschaftlern zahlreiche Arbeiten über den Yellowstone-Komplex veröffentlicht bzw. hat sich selbst sogar im renommierten Scientific American zu Wort melden dürfen. Wer sich im naturwissenschaftlichen struggling for state-of-the-art- Veröffentlichungen ein wenig auskennt, der weiss, was dies wert ist. Zumal als gebürtiger Sowjetrusse.
Tatsächlich titelt ein am 24. Juli 2001 veröff. Aufsatz mit "Chrystal Sample forecast a Yellowstone Eruption within 100.000 years". Darin schätzt er die Zeitspanne bis zu einer erneuten katastrophalen Eruption auf 100.000 Jahre bis eine Million Jahre. Im Juni 2006 erschien dort erneut ein (äußerst lesenswerter) Artikel: "The Secrets of Supervolcanoes". Wiederum operiert Bindeman mit einem 'longterm' bis zum nächsten Ausbruch.
Dies deckt sich mit den sonst zu lesenden Zeitspannen. Drum stolperte ich über deine "+15.000".

Gruß, Pirol
Pirol
 

Beitragvon Kasuar » 06.01.2007 22:57

Wo man nun auch immer den "historical horizon" ansiedeln mag, die Gefahr aus dem Yellowstone-Park scheint erstmal gebannt zu sein. :-)
Kasuar
 

Beitragvon Pirol » 07.01.2007 01:21

Jepp, und die Gefahr, dass wir uns da in was verrennen auch! Übrigens, liest du Heidegger und/oder Nietzsche? Wegen des 'historical horizon'.

Gruß, Pirol
Pirol
 

Re: Yellowstone - Menschheit 1:0

Beitragvon Marozi » 18.12.2009 15:22

Dank neuerlicher Studien steht es im Raum: es könnte noch schlimmer kommen als gedacht denn die Lava-Kammer ist zwanzig Prozent größer als gedacht...
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Leopardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower
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