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Beitragvon Sven » 18.09.2005 17:49

Ja, halt klein, fast nur Betonboden und kein Badebecken. Obs immer noch so ist weiß ich nicht, aber 2000 war es so. Und da gabs trotzdem mächtig nachwuchs.

MfG Sven
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Beitragvon Tobias » 18.09.2005 18:41

Hallo Sven,

Betonboden ist bei Elefantenhaltung nicht nur kein Nachteil, sondern sogar ein Vorteil. Die hornigen Sohlen der Füße müssen nämlich abgerieben werden, sonst reissen sie sehr schnell, was (wie ich auch aus eigener Erfahrung weiss) sehr schmerzhaft ist.
Da aber Zoo-Elefanten im Gegensatz zu ihren wildlebenden Verwandten nicht täglich mehrere Dutzend km laufen müssen, um sich zu ernähren, würden auf einem natürlichen Boden die Sohlen der Füße nicht ausreichend abnutzen.

Andererseits hast du Recht, gerade Elefanten sind für "behaviour enrichment", also ein Interessantmachen der Umgebung sehr dankbar. Verschiedene Untergründe und seien es nur ein paar Quadratmeter, Sand, Kies, Rindenhächsel etc. sind da von Vorteil, Badebecken sehr beliebt usw. Es gibt da eine Riesenzahl von Möglichkeiten, den Jungs den Tag abwechslungsreich zu gestalten, wesentlich mehr als nur die Gehegeeinrichtung. Das geht los beim Abschrubben und endet bei der Futterverteilung im Gehege, letztendlich lassen sich auch die Elefanten was Neues einfallen. Wenn dann die Tierpfleger einfühlsam genug sind (und Elefantenpfleger ist eine Berufung, das macht niemand "mal eben", ebenso wie Aquarienpfleger, Menschenaffen oder Delfinpfleger), gibt es eine gute Partnerschaft zwischen Elefanten und Pflegern. Das ist letztlich der Punkt, der wesentlich ausschlaggebender ist, als Betonboden oder ein Badebecken.

schöne Grüße

Tobias
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Beitragvon Sven » 18.09.2005 18:55

Hi

als ich da war standen die Elefanten webend an der Mauer.

Soweit ich weiß kommt es von der Haltung auf Betonboden oft zu "Hufkrebs".
Im nächsten Tiergarten-Rundbrief wird es einen Artkel zu den Bodengründen in der Ele-Haltung geben.

MfG Sven
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Beitragvon Kouprey » 19.09.2005 20:08

Ich hatte schon "das Vergnügen", Elefantenfußsohlen zu behandeln-incl. Raspeln :naja: . Gerade bei den Sohlen kann man nicht von Elefanten im allgemeinen sprechen: die Asiatischen Elefanten haben als Waldbewohner viel empfindlichere Sohlen als die afrikanischen Steppenloxodonten und bekommen z.T. bei dauernder Betonhaltung Entzündungen und schwerwiegende Fußschäden, richtiggehende "Löcher" in der Sohlenhaut, die nur schwer verheilen.
Aber auch für die Afrikaner wie auch für alle Huftiere und übrigen Zootiere gilt, dass reine Betonhaltung nicht das Beste ist, da so auch nebst Beschäftigungsmangelerscheinungen Gelenkschäden auftreten können. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist auch das für den Zoobesucher negative Aussehen eine Betonwüste.siehe alte Anlagen im Münster Allwetterzoo. Um überlangem Klauenwachstum und zuviel Pflegeaufwand vorzubeugen, werden gerade Huftiergehege unterschiedlich strukturiert, z.B. mit Betonböden bei häufig benutzten Stellen(Futterkrippen).
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Beitragvon Ayla » 23.02.2006 09:58

Hallo Ihr,

in Paris gibt es aber 2 Zoos. Meine Ansicht, betrifft aber einen Besuch von vor 1996, weiß nicht, wie es jetzt ist: In einem davon werden die Elefanten so gehalten wie in jedem normalen Durchschnittszoo auch (gibt es dort diesen wirklich riesigen Elefanten noch?), in dem anderen konnten einem die Elefanten aber wirklich leid tun. Von ausschließlichem Beton abgesehen, war einfach kein Platz da. Gar keiner.

Das schlimmste, was ich damals in Frankreich gesehen habe, waren die Tiergehege von Nancy. Sie waren/sind? in einen normalen Park integriert und folglich kostenlos anzusehen. In Erinnerung geblieben sind mir ein Affe (weiß gar nicht mehr, was für einer) und ein Bär. Käfige! von der Größe, wie man sich eine Gefägniszelle vorstellt. Kann sich aber inzwischen alles geändert haben.

Viele Grüße

Andrea
Ayla
 

Beitragvon Tobias » 23.02.2006 10:58

Hallo Andrea,

du solltest aber versuchen, zwischen deinen ästhetischen Ansprüchen und den Ansprüchen des Tieres zu unterscheiden. Reiner Beton ist für uns, alleine schon durch die Plattenbauten der 70er Jahre, negativ belegt. Das Wort "Betonwüste" spricht dafür.
Den Tieren ist egal, ob ihr Gehege naturnah aussieht oder nicht, hier ist Beton oft von Vorteil, weil sich damit schnell, funktionell, hygienisch und kostengünstig Strukturen schaffen lassen, die für die Tiere wichtig sind. Nur die Besucher akzeptieren das nicht.

Anders ist es, wenn es um die Funktion geht. Vieles, aber nicht alles lässt sich gut mit Beton darstellen. Strukturierung? kein Problem, in einfachen Fällen Betonplatten, wenns schöner aussehen soll, kann man Felsen aus Beton nachbauen, in jeder gewünschten Form, Farbe und Größe. Die Bodenstruktur muß natürlich an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden, Waldtiere brauchen oft weichere Böden, Savannentiere Böden, die gut drainiert sind und Felsbewohner sind mit Hartböden in der Regel gut bedient.
Auch andere Gegenstände, z.B. Spielzeug, Kratzplätze etc. müssen im Material angepasst sein, da eigenet sich meist Holz sehr gut, Versuche mit Kunststoffen sind meist gescheitert, die einige Berechtigung, die GFK heute in der Gehegedeko noch hat, betrifft Aquarien und Terrarien, aber auch dort wird es wieder von Beton verdrängt.

schöne Grüße

Tobias
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Beitragvon Ayla » 23.02.2006 14:33

Das mag ja alles sein; deine Ausführungen bezgl. verschiedener Ansprüche der Tiere an den Boden fand ich interessant, .... aber Platz braucht ein Elefant trotzdem, oder....?

Und ich denke, dass auch einem Affen, bzw. einem Bären ein gewisser Raum zusteht.

Ich weiß nicht, wie es in den von mir kritisierten Zoos heute aussieht; wenn ich aber (jetzt nur die Elefantenhaltung) mit dem heutigen Schönbrunn oder Köln vergleiche, sind die Unterschiede offensichtlich.

Viele Grüße

Andrea
Ayla
 

Beitragvon Tobias » 23.02.2006 15:25

Hallo Andrea,

Platz ist nicht alles, aber oft wichtig. Letztendlich geht es bei einer erfolgreichen Tierhaltung darum, dass sich die Tiere so gut wie möglich selber beschäftigen und sich so wenig wie möglich langweilen.

Diese Selbst-Beschäftigung kommt zum großen Teil aus dem Tier heraus, hierzu gehören u.a. Reviermarkierungen und Revierkontrolle, Nahrungssuche, Untersuchung von neuen Gegebenheiten, soziale Kontakte, Beobachtung von anderen Tieren und Menschen.
Dazu kommen noch andere Bedürfnisse wie Bewegung, Fortpflanzungsversuche, Jungenaufzucht, aber auch elementare Dinge wie ein ausreichender Schlafplatz (wenn es denn Tiere mit festem Schlafplatz sind), passende Klimatisierung, ausreichend und qualitativ brauchbare Nahrung.

Wenn ein Tier nun in 2 Minuten sein Revier abgelaufen und markiert hat, tut es das während der Zeit, die sein Instinkt für die Revierpatroullie einplant, 30 mal in der Stunde. Die Bewegung wird stereotyp, was dem Besucher auffällt ("Der läuft immer die selbe Runde, ist das normal?" ist der übliche Spruch), das Tier aber nur in sofern stört, als dass neue Eindrücke fehlen.
Eine längere Laufstrecke wäre günstig, aber ist gerade bei größeren Tieren kaum zu realisieren. Geparde schreiten ihr Revier mit einer Geschwindigkeit ab, die etwas höher ist, als die Schrittgeschwindigkeit eines Menschen, ich schätze Pi mal Auge 6 km/h. Wenn der Gepard auch nur 20 Minuten für eine Revierrunde brauchen soll, habe ich einen Patroullienweg von 2 km. Nun gehe ich davon aus, dass die Wege so gestaltet sind, dass er auf einer Patrollie die Aussengrenze je einmal mit und gegen dem Uhrzeigersinn abgelaufen wird sowie die Aussengrenzenlänge noch einmal innerhalb Revier abgeschritten wird. In diesem Fall komme ich auf eine Aussengrenzenlänge von etwa 650 m. Das ist 2/3 mehr als die Aussengrenze eines Sportplatzes.
Nun kommt das Platzproblem: wo bekomme ich mal eben die Geländegröße her und v.a. wann kann ein Besucher den dort sicherlich mit aussreichend Platz versorgten Geparden zu Gesicht bekommen?
Ich muß also ein kleineres Gehege so bauen, dass der Gepard (bzw. die Gepardengruppe) trotz kürzerer Revierpatroullien immer noch beschäftigt ist. Das setzt z.B. eine dreidimensionale Struktur voraus, die so beschaffen ist, dass sich die Tiere bewegen müssen, um das gesamte Gehege überblicken zu können. Das entzieht einen Teil des Reviers aus ihrer Kontrolle, sie sind gezwungen, regelmäßig nachsehen zu gehen.

Weiter kann ich ihr Revier verändern, in dem ich z.B. Baumstämme, Steine, Felsen, Büsche etc. neu einbringe oder entferne, ausgetretene Wege blockiere, neue charakteristische Stellen schaffe, an denen man markieren kann etc. Ausserdem kommen -ganz wichtig bei Raubtieren- Veränderungen im Geruch hinzu. Klassisch sind Gewürze, die man an verschiedenen Stellen des Geheges verteilt, aber auch Kot potentieller Beutetiere bzw. Lebensraummitbewohner, sogar Stücke alten Aases würden sich eignen.
In einigen Anlagen ist es zusätzlich möglich, dass Aussenanlagen zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Tieren genutzt werden, z.B. vormittags vom Leopard, nachmittags vom Tiger oder vormittags von Leopard A, nachmittags von Leopard B. Auf diese Weise kommt richtiges Revierfeeling auf, da sich die Reviere dieser Tiere in der Natur auch überlappen, aus den Markierungen der Tiere kann der jeweils andere auch herauslesen, wie es dem Nachbarn geht etc. Gerade bei solitär lebenden Tieren wie vielen Katzen sind Kontakte zum Nachbarn essenziell.

Bei vielen anderen Tieren ist eine gemeinsame Haltung möglich, die die Tiere zusätzlich fordert. Wenn man ein Zebra ist, kann man nicht dort lang rennen, wo gerade zwei Nashörner stehen, nein, man hält einen gewissen Abstand. Selbiges gilt für Giraffen. Gleichzeitig beobachten die großen Tiere die kleineren in ihrem Verhalten, um ggf. eine Gefahr zu erkennen (die es im Zoo ja nur selten gibt, wenn der Tierarzt nicht grad unterwegs ist).
Auch die Vergesellschaftung von Bären mit bestimmten Affen hat durchaus Erfolg, wenn sich beide Arten nur zeitweise sehen und aus dem Weg gehen können. Die Affen scheuchen die Bären auf, die in Zoos oft träge werden. Andersrum halten die Bären ständig neue Situationen für die Affen bereit und stellen doch eine Gefahr da, wenn man als Affe mal nicht aufpasst.

Auch bei der Fütterung kann man eine Menge tun. In Duisburg gibt es ein Seilzugsystem, mit dem Fleischstücke für die Wildhunde durch die Anlage gefahren werden, so dass die Tiere gezwungen sind, zu rennen und zu springen, um ihr Futter zu beschaffen. Ähnliches funktioniert auch bei Geparden. Löwen und Tiger kann man selten dazu bewegen, eine solche Anlage zu nutzen, sie jagen anders. Gerade bei Tigern und Leoparden macht es aber Sinn, das Futter so unterzubringen, dass Sprünge bzw. Klettern notwendig ist, um es zu bekommen.
Da Katzen meist nach Erhalt des Futterreizes eine Weile brauchen, um fressen zu können (der Magen muß erst Magensäure ausschütten), kann man hier Tierbeschäftigung mit Besucherbeschäftigung kombinieren. Wenn du mal eine "klassische" Raubtierfütterung gesehen hast (Klappe geht auf, Löwe rennt 2 Schritte, legt sich hin und leckt 3 Minuten an der Keule rum, bevor er reinbeißt) und das mit einem Tiger vergleicht, der 3 m hoch nach seinem Futter springen muß (und das ggf. erst nach einigen Versuchen schafft), wirst du mir Recht geben, dass das viel interessanter ist, sowohl für den Besucher wie für den Tiger.

Andere Tiere kann man mit anderem Futter beschäftigen... ein Eimer Erdnüsse über die Elefantenanlage verteilt, beschäftigt die Tieren einige Stunden. In der Natur sind die Nahrungsbrocken auch klein, eine Rüsselspitze voll hier, 4 m weiter eine weitere Rüsselspitze, so ernähren sich Elefanten oft. Das kann man nachvollziehen.
Für andere Tiere nehme ich etwas anderes... Einen Ball mit Loch, in das man Brekkies oder Brühwürfel oder Grillen oder Rosinen oder Nüsse oder Mais oder oder oder füllen kann, ist für viele Tiere eine lohnende Beschäftigung, mit der man sich stundenlang abgibt. Ein Bambusstock voll mit Honig und einem winzigen Loch kann einem Orang-Utan einen ganzen Tag versüßen, Nüsse für Papageien oder andere Menschenaffen ebenso.

Der Platzbedarf ist da, keine Frage, aber er ist nicht das einzige, was Zootiere benötigen. Da kommt viel mehr zusammen, was eine gute Zootierhaltung ausmacht.

schöne Grüße

Tobias
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Beitragvon Ayla » 23.02.2006 15:55

Hallo Tobias,

vielen Dank für Deinen ausführlichen und sehr interessanten Artikel. Sehr informativ. Vieles davon war mir neu.
Richtest Du beruflich Zoos ein? Du bist Zoologe, nicht wahr? Reicht das als Ausbildung oder hast Du noch etwas anderes studiert? Arbeitet Ihr mit Architekten zusammen oder gibt es gar richtige "Zooarchitekten" ? In welchen Zoos warst Du tätig?

Leider kann ich Zoos (noch und lange noch) nur aus der Perspektive des normalen Besuchers beurteilen. Aber ich denke, auch wenn es dem durchschnittlichen Besucher nicht möglich ist, die wirkliche Qualität eines Geheges zu beurteilen, so wird es ihm schon auffallen, ob ein Gehege einfach nur nicht ästhetisch oder komplett ungeeignet ist.

Und, glaube mir, in Paris hättest Du keine Möglichkeit gehabt, den Elefanten die Erdnüsse in 4m Entfernung auszulegen. Vielleicht täuscht mich aber auch meine Erinnerung. Von Nancy habe ich Fotos. Ich werde versuchen, sie zu finden.

By the way: Sollte man als Zoo nicht eher auf manche Tierarten verzichten, als sie in veralteten Gehegen zu halten? Verärgert man den Zoobesucher nicht auch mit unästhetischen Gehegen? Alleine, dass der Besucher sich Gedanken über die Haltung machen muss, könnte doch seine Haltung gegenüber Zoos negativ beeinflussen.


Spricht eigentlich etwas dagegen, Geparden entlang der gesamten äußeren Zoogrenze zu halten? Das würde lange Sprintstrecken ergeben und die Gesamtstrecke entspräche einem Vielfachen der Fußballfeldumrandung.
Viele Grüße

Andrea
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Beitragvon Tobias » 23.02.2006 16:15

Hallo Andrea,

über meine privaten Verhältnisse können wir gerne woanders sprechen. Das muß nicht im Forum breitgetreten werden.
Es gibt Architekten, die recht gut zum Thema Zoobau ausgebildet sind, aber um erfahrene Zooleute kommt man bei der Planung von Gehegen zum Glück nicht herum.
Grundsätzlich ist es sehr schwer, in einem Zoo ein Bein auf den Boden zu bekommen, wenn du noch zur Schule gehst, fängst du mit einem Schulpraktikum bzw. einem Praktikum in den Ferien dort an. Danach ist es sinnvoll, eine Tierpflegerlehre zu machen, an die du nach einer gewissen Zeit den Tierpflegermeister oder ein Bio-Studium dran hängst.

Dass es zahlreiche ungeeignete Gehege in den Zoos gibt, ist kein Geheimnis. Das wissen die Zooleute auch selber und würden das lieber heute als morgen ändern, aber leider fehlt das Geld.
Wenn man als Zoo bestimmte Tierarten nicht richtig halten kann, verzichtet man lieber darauf, so gibt es in Frankfurt seit fast 30 Jahren keine Elefanten mehr, Delfinarien kommen immer mehr aus der Mode usw. Dennoch, wenn man die Tiere einmal hat, ist es bei vielen Arten oft schwer, sie abzugeben, auch wenn die Tierhaltung seit Errichtung der Gehege gewaltige Fortschritte gemacht hat. Dann ist es m.E. besser, man hält diese Tiere unter suboptimalen räumlichen Bedingungen, als dass man sie tötet, nur weil die vorhandene Haltungsform vor 30 Jahren modern war und heute nicht mehr ist. Wie gesagt: Gehege ist nicht alles.

Klar schreckt man mit unattraktiven Gehegen Besucher ab. Keine Frage. Die Leute sehen sich lieber die naturähnlicher gestaltete Bärenanlage in der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen an, statt den Betonbunker in Duisburg. Hier spielt sehr viel subjektive Sicht der Dinge eine Rolle "Da haben es die Bären aber viel schöner". Ein anderer beliebter Satz in dieser Hinsicht ist "Ich glaube, das Nashorn würde lieber auf einer saftig grünen Wiese als in dem trockenen, staubigen Gehege stehen". Der Besucher würde das Breitmaul-Nashorn lieber auf der Wiese sehen, aber das Nashorn würde vermutlich auf dieser Wiese binnen weniger Monate schwere Fußkrankheiten bekommen.
Da kann man nur aufklären, was in vielen Zoos ja auch gezielt gemacht wird.

Keine Frage, ich sehe Zootiere auch lieber in naturnah gestalteten Gehegen, alleine schon, weil ich sie gerne fotografiere. Da machen sich einfach Bäume im Hintergrund eines Löwen besser als eine Klinkerwand (ist übrigens das selbe Gehege und der selbe Löwe):

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schöne Grüße

Tobias

Änderung: Löwenbilder vom eigenen Webspace eingestellt, weil zuverlässiger
Zuletzt geändert von Tobias am 23.02.2006 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon jersy » 23.02.2006 16:25

tja, da mach ich mir wohl grad keine freunde aber raus muss es trotzdem:
wenn kein platz da ist, soll auch kein tier gehalten werden welches solchen zwingend braucht.
es kann ja nicht angehen, daß ich hospitalistische tiere im zoo sehe und zu besuchern sagen muss:
"sorry, in der natur sind die gaanz anders, da schütteln sie nicht so mit dem kopf und renne nicht so hin-und-her!"
gesehen bei einem eichhörnchen und einigen meerkatzen im "tierpark gettorf" vor ein paar jahren. wenn ich daran denke, wird mir heute noch ganz anders :willnicht:

der ausgewogenheit zwischen platz, beschäftigung und dem normalen tagesablauf muß ganz einfach mehr aufmerksamkeit geschenkt werden.
wie tobias es schon ausgeführt hat. versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen zoos, nur sollten einige besser gestalltet (vorallem die gehege) werden.
ein höherer eintrittspreis sollte dann auch ohne murren vom puplikum angenommen werden. ich bezahle lieber 5-10 euro mehr für einen gut geführten und gut eingerichteten zoo, als das ich mir noch einmal soetwas wie in gettorf ansehen muss.
insgesammt halte ich die eintrittspreise für zu gering, um damit zu vernünftig wirtschaften zu können.
schön gruß
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Beitragvon Ayla » 24.02.2006 09:09

@Jersy: Da ich mind. einmal im Jahr an der Ostsee bin, hatte ich mir schon überlegt, mal Gettorf zu besuchen. Wenn ich so Deinen Bericht lese, dann kann ich das wohl bleiben lassen, oder? Was hältst Du von dem Zoo Grömitz?

Wieso hält Gettorf ein Eichhörnchen? Gehören die nicht in den Wald? Oder ist es eines, welches verletzt und dann handaufgezogen wurde? Auch dann hätte es man ja wieder eingliedern können.

@Tobias: Nein, ich gehe nicht mehr zu Schule. Habe auch schon eine Ausbildung. Ich mache derzeit mein Abitur nach und möchte anschließend studieren, vorzugsweise etwas in Richtung Zoologie. Paläozoologie finde ich sehr interessant; die Gestaltung von Zoos, damit sie sowohl für Besucher als auch für die Tiere ansprechend sind, ist aber sicherlich auch ein reizvolles Gebiet.

Das es ein Problem ist, andere Zoos zu finden, die bereit sind, die eigenen, nicht mehr nach den neuesten Erkenntnissen entsprechenden Möglichkeiten gehaltenen, womöglich alten Tiere aufzunehmen, kann ich mir vorstellen. Selbst bei manchen Jungtieren ist es ja wohl schwer, einen Platz zu finden, nicht wahr? Andererseits wäre es doch wünschenswert, wenn sich die Zoos jeweils auf einige wenige, möglichst zusammengehörige, Tierarten spezialisieren würden. Man sollte den Besucher nicht unterschätzen, ich bin mir sicher, ihm kommt es heute nicht mehr auf die Vielfalt, sondern auf das Erlebnis und die Lerninhalte an. Ich denke, der Trend geht zum Themenpark.

Gerade bei langlebigen Tieren ist ja wirklich die Frage, ob es noch zumutbar ist, die Käfige/Gehege weitere 20/30 Jahre in einem solchen Zustand zu belassen und ich finde, es sollte sehr genau geprüft werden, wie ein Zoo seine Gelder investiert. Wenn es schon nicht möglich ist, die Käfige/Gehege baulich zu verändern, so wird es doch in meisten Fällen mit geringem Aufwand möglich sein, die Umgebung so zu gestalten, dass der Besucher nicht kopfschüttelnd die Anlage verlässt (auch wenn die einzelne, jeweilige Veränderung für das Tier möglicherweise nur eine kleine Bedeutung hat): freundliche Umgebung, augenscheinliche Sauberkeit, Beschäftigung, angepaßte Lichtverhältnisse.

Was nutzen den Zoos riesige neu gebaute Anlagen, wenn die Besucher ausbleiben, weil sie den Eindruck haben, andere Tiere würden vernachlässigt?


Viele Grüße

Andrea
Ayla
 

Beitragvon Ayla » 24.02.2006 09:28

Hi,

das erste Foto ist übrigens schöner als das zweite, was aber nicht ausschließlich am Hintergrund, sondern an der erhöhten Position des Löwen, der frontalen Aufnahme lund seinem Gesichtsausdruck liegt.

Viele Grüße

Andrea
Ayla
 

Beitragvon jersy » 24.02.2006 12:45

@ayla:
ich bin seid einigen jahren nicht mehr in gettorf gewesen und vieleicht haben sich die verhältnisse ja zum guten geändert. wenn sie sich geändert haben sollten, will ich hier auch keine negativ-werbung machen.

das eichhörnchen war nicht verletzt, jedenfalls nicht körperlich.
das arme ding ist aber ständig auf einem holzstamm hin und her geflitzt. der stamm war ca 60cm lang und lag im käfig (diesen verschlag konnte man nicht als gehege bezeichnen). dieser käfig war etwas kleiner als diese festivaltoiletten.
die mitte des stammes war schon total abgewetzt vom vielen rüberlaufen. ich mag garnicht daran denken, wie lange das tier darüber gelaufen sein muß, um den stamm so abzunutzen. ich nenne soetwas hospitalismus, die zwanghafte wiederholung einer bewegung in diesem falle.
das war irgendwann in der mitte der 80er und ich hoffe mal schwer, daß sich im tierpark gettorf was geändert hat. der tierpark ist nur einen steinwurf weit weg und eigendlich sollte ich mich mal wieder da hintrauen und mir die gegebenheiten mal erneut ansehen.
schön gruß
jersy
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Beitragvon The Crawling Eye » 25.03.2008 10:07

Reicht auch der Schädel eines Hammerkopfs?

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Ansonsten:

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Hoff du brauchst sie noch..

MfG

Ronny
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Beitragvon Allosaurus » 25.03.2008 12:53

Sauriern


Größere Spezies? Ich habe super Fotos von Brachiosaurus brancai, Diplodocus carnegii, Dicreaosaurus hansemanni (auf manchen Fotos sind alle 3 auf einmal drauf), dann noch Iguanodon bernissartensis und 2 Exemplare von Allosaurus fragilis, dann hätte ich noch 3 Dinornis-Spezies.
The physics and chemistry of living cells is basically the same as the physics and chemistry of rocks, just a bit more complicated.

Victor J. Stenger

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Beitragvon The Crawling Eye » 25.03.2008 12:58

@ Marozi:

Ich kann jederzeit gerne Fotos von präparierten Tieren reinstellen, wenn du die auch benötigst.

musst dich nur bei mir melden.

Mfg

Ronny
The Crawling Eye
 

Beitragvon Marozi » 25.03.2008 19:14

Vielen Dank, ich komme darauf zurück. Zwar bearbeite ich derzeit alle Artikel für das kommende Update, aber es besteht kein grundlegender Bedarf an neuen Bildern.
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Leopardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower
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