Kryptozoologie im Aquarium

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Kryptozoologie im Aquarium

Beitragvon Tobias » 12.10.2007 18:23

Hallo,

auf mehrfachen Wunsch poste ich hier den kompletten Artikel (ohne Bilder!), den ich im KZR 2/06 publiziert habe.

Viel Spaß beim Lesen

Tobias




Kryptozoologie im Aquarium


Was hat Kryptozoologie mit der Aquarienhaltung von Fischen zu tun?

Bekannte Kryptide wie der Orang pendek oder der Zwergelefant haben wenig mit der Haltung von Fischen im Aquarium zu tun. Selbst Nessi oder der riesige Hai Carcharocles megalodon, der erst vor wenigen 10.000 Jahren ausgestorben ist, sind keine Tiere, die für die Aquarienhaltung geeignet wären. Dennoch ist gibt es in der Geschichte der Aquaristik zahlreiche Beispiele von Tieren, die zunächst gerüchteweise bekannt wurden, bevor man sie fangen und für die Aquaristik einführen konnte.


Blaue Skalare?

Seit seiner Ersteinfuhr für die Aquaristik, die etwa um 1912 erfolgte, galt der Skalar (Pterophyllum scalare) als der Aquarienfisch schlechthin, erfolgreiche Skalarhalter konnten auf staunende Besucher ebenso hoffen wie auf höchstes Prestige unter den Kollegen. Kein Wunder, diese Tiere wurden selten eingeführt und waren entsprechend teuer. Dazu kam, daß sie unter den damals vorherrschenden aquaristischen Bedingungen schwer zu halten waren, die Zucht ist erst viel später gelungen.


In den 20er Jahren wurden die Importe zahlreicher, vermutlich wurden auch andere Lokalformen von P. scalare importiert, so daß der einst sehr begehrte Blattflosser, Blattfisch oder Segelflosser einfacher zu bekommen und zu halten war. Zuchterfolge stellten sich ein, aus dem einstigen König der Aquarienfische wurde ein ungewöhnlicher, aber für Jedermann erhältlicher Fisch.
Etwa zu dieser Zeit kam das Gerücht auf, in den Tiefen des Amazonasbeckens gebe es "Blaue Skalare".

Drei Expeditionen machten sich auf, in den Tiefen des amazonischen Dschungels nach blauen Skalaren zu suchen, bis schließlich 1921 Willi Eimecke aus Hamburg einen Fisch einführte, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Skalaren hatte und einzelne türkisblaue Wurmlinien an Rücken und Afterflosse zeigte.
Als sich dann auch noch herausstellte, dass diese wunderschönen Tiere nicht nur mit dem Skalar eng verwandt waren, sondern sich auch allen Zuchtbestrebungen widersetzten, war der Wunsch nach "blauen Skalaren" mehr als erfüllt.
Besonders wichtig war immer die schlechte Züchtbarkeit der Tiere, da Fische, die sich einfach und schnell vermehren ließen, schnell an Prestige verloren.

Es gibt jedoch auch immer wieder Berichte über blaue Zuchtformen von Skalaren, so in Stawikowski & Werner (1998). In den 90er Jahren führte Steffen Rothe aus Peru deutlich blau gefärbte Skalare nach Deutschland ein. Solche Importe erfolgten sporadisch auch in den folgenden Jahren, immer aus Peru.
Könnte es möglich sein, daß hier tatsächlich der Ursprung der Legende um die blauen Skalare liegt und die Entdeckung der Diskusfische für die Aquaristik die Legende zwar erklärte und den Wunsch vieler Aquarianer befriedigte, aber echte blaue Skalare erst viele Jahrzehnte später entdeckt wurde?


Schwimmendes Gold vom Rio Ucayali

"Es mag 1935 oder 1936 gewesen sein, als einem Franzosen, ein Glücksritter wie er im Buche stand, das Glück hold war. Jahrelang war er in Südamerika unterwegs gewesen, hatte Schmetterlinge und Orchideen gesammelt, Vögel und Krokodile gejagt, als er krank, vermutlich mit Malaria infiziert, in ein Indio-Dorf kam. Dort wurde er gesund gepflegt und als besonderen Anstoß zur Heilung zeigte ihm eine alte Indio-Dame einen Krug, in dem drei Neonfische schwammen."
Diese Geschichte verbreitete August Rabaut, als er 1936 die ersten Neonsalmler aus Südamerika nach Frankreich brachte. Mit nur vier lebenden Exemplaren des gerade 2 cm langen Fischchens löste er einen gewaltigen "Run" unter den Zierfischimporteuren aus, den Werner Ladiges in seinem Buch "Schwimmendes Gold vom Rio Ukayali" beschrieben hat, eine Geschichte voller offener und verdeckter Finten und Verwirrungen, die keinem Agentenroman nachsteht.


1956, 20 Jahre nach der Ersteinfuhr des Neonsalmlers wurde ein weiteres, noch farbenprächtigeres Tier eingeführt, der Rote Neon. Bei ihm erstreckt sich der leuchtende rote Streifen über die gesamte Körperlänge und der blaue Anteil ist auch deutlich größer als bei seinem Vetter, dem Neonsalmler.
Auch zu diesem Tier gibt es eine Räuberpistole, diesmal lieferten sich Wissenschaftler einen Kampf um das Recht, dem Tier mit einer früheren Erstbeschreibung den wissenschaftlichen Namen zu geben: Sowohl die Arbeitsgruppen um Weitzmann und Myers als auch die Arbeitsgruppe um Leonard P. Schultz bearbeiteten das Fischchen.
Zuletzt "gewann" Schultz, der im Tropical Fish Hobbyist publizierte aufgrund eines Bauerntricks: Er setzte den Herausgeber unter Druck, so dass die TFH zwei Tage früher als üblich erschien, einen Tag vor dem Stanford Ichthyological Bulletin, in dem Myers & Weitzmann ihre Erstbeschreibung veröffentlichten. Um alle Eventualitäten auszuschliessen, lieferten die Mitarbeiter von Schultz die TFH sogar persönlich an Zeitschriftenkioske und Abonnenten aus, allerdings nur am Erscheinungsort.
So heisst der Rote Neon heute Paracheirodon axelrodi (Schultz), 1956 und der von Myers & Weitzmann vorgeschlagene Name Hyphessobrycon cardinalis gilt als jüngeres und damit ungültiges Synonym.

In der Literatur der 50er und 60er Jahre wird an mehreren Stellen eine Form des Roten Neon diskutiert, die angeblich bis zu 7 cm lang werden soll. Leider existiert nur eine (schlechte) Aquarell-Illustration dieser Form, aber das reichte bereits als Grundlage für wilde Spekulationen aus. Gibt es vielleicht noch mehr rot-blau leuchtende Salmler in Südamerika?

Ja, gibt es: eine dritte Form: Aus dem Stromgebiet des oberen Rio Negro und Orinoco wurde 1963 vom Franzosen Géry der Blaue Neon als Hyphessobrycon simulans beschrieben. Er bleibt mit nur 2,5 cm Gesamtlänge deutlich kleiner als der Rote Neon und sein rotes Band leuchtet weitaus schwächer, deswegen wurde er nie wirklich populär.

Unter der Hand erzählen Exporteure und ichthyologisch angehauchte Reisende, dass in Südamerika mindestens noch drei weitere Formen von leuchtenden Fischen vorkommen sollen, die alle noch nicht exportiert wurden.

Heute werden alle drei beschriebenen rot- und blau leuchtenden Formen in der Gattung Paracheirodon zusammengefasst, was jedoch vermutlich nicht den wirklichen Verwandtschaftsbeziehungen entspricht. So wurde aus dem Neonsalmler Paracheirodon innesi, der Rote Neon heisst P. axelrodi und der blaue P. simulans.


Weitere aquaristische Kryptide

Ein weiteres, aquaristisch bekanntes Kryptid schwimmt in den Gewässern der Kongo-Zuflüsse in Zentralafrika. Dort wurde Anfang der 80er Jahre, als man diese Gegend halbwegs gefahrlos bereisen konnte, ein Fisch fotografiert, der es in sich hat: Es handelt sich um einen klein bleibenden Messerfisch aus der Xenomystus-Verwandtschaft, der gerade 6 cm Gesamtlänge erreicht. Auf dem Foto schimmert er durch das dunkle Wasser im Zugnetz so metallisch blau, wie es sonst nur die Flügel eines Morpho-Falters tun.
Von diesem Tier ist nichts ausser dem Bild bekannt, der Fundort wird aus verständlichen Gründen von dem Exporteur, der den Fisch damals gefangen hat, geheim gehalten.


Ein Fisch, der im Aquarium schwimmt, ist kein verborgenes Tier, kann also kein Kryptid sein.
Dennoch gibt es weitere Arten, die zwar von Fotos, aber weder wissenschaftlich noch aquaristisch bekannt sind.
Ein Beispiel dieser Tiere ist ein Cichlide aus dem Rio Sambú in Ostpanama, den H.J. Mayland in einem seiner Bücher (siehe Literatur) nur mit "Großer Grüner" benannte, sowie ein Foto abbildete. Große grüne Cichliden aus der Caquetaia umbrifera-Gruppe wurden an verschiedenen Stellen in der aquaristischen Literatur (u.a. Stawikowski/ Werner 1;2) vorgestellt, aber keines der Tiere deckt sich annähernd mit dem von Mayland fotografierten Exemplar. Leider war Mayland kein Ichthyologe, sondern reisender Aquarianer. So wanderte dieses Tier keineswegs in Alkohol, um einige Zeit später in einer Museumssammlung wieder aufzutauchen, sondern in seiner Bratpfanne.

Aus Kolumbien, genauer aus der pazifischen Abdachung des Landes, aus dem Baudó-River stammt eine andere Form des aquaristischen Kryptids: "Cichlasoma" microlepis heißt der Kandidat. Für ihn gibt es außer der Erstbeschreibung bzw. die beiden der Erstbeschreibung zugrunde liegenden Typen keinerlei Belege. Durch die hinterlegten Typen ist es jedoch unzweifelhaft, daß es diese Tiere gibt.
Die Einheimischen kennen dort einen etwa 20 cm langen "Mojarra rossada", der aber sehr schwer zu fangen ist. Heiner Garbe, ein reisender Aquarianer, der grosse Erfahrung in der Haltung von Cichliden hat, sah beim Schnorcheln in dieser Gegend am Rande seines Sichtbereiches flüchtende, silberne Fische mit rotem Schimmer. Fangen konnte er sie nicht. "Cichlasoma" microlepis?

Weiterhin gibt es Arten, die aquaristisch teilweise lange bekannt sind, die aber weder einen wissenschaftlichen Namen haben, noch in der wissenschaftlichen oder populären Literatur Eingang finden.

Zumindest erwähnt wurde in der aquaristischen Literatur eine Art, die eindeutig der Gattung Uaru zuzuordnen ist und neben Uaru amphicanthoides und Uaru fernandezyepezi vermutlich die dritte Art der Gattung darstellt. In der aquaristischen Literatur wird sie als Uaru spec. "Orange" bezeichnet.


Möglicherweise sind die ersten Tiere dieser sehr attraktiven Art Anfang der 1980er Jahre über ein kirchliches Projekt zum Zierfischfang- und Export nach Europa gekommen. Dieses Projekt wurde nach nicht allzu langer Zeit wieder eingestellt. Leider war es dem Autor bis jetzt nicht möglich, genauere Infos über dieses Projekt zu bekommen.

Heute werden sehr selten einige Tiere dieser Art zusammen mit U. amphicanthoides importiert. Leider handelt es sich bei genau den Lieferungen, die Uaru spec. "Orange" enthalten, um "die letzten Mohikaner" einer Fangstation, also gesammelte Restbestände, für die kein Fundort mehr zu ermitteln ist.
Möglicherweise kommen die orangefarbenen Uaru in einem verhältnismäßig kleinem Gebiet vor, dessen äußerste Grenze gerade noch eben für den Zierfischexport befischt wird, so gelangen immer mal wieder einzelne Tiere in den Handel.
Ein konserviertes Exemplar ist in die Fischsammlung des Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn eingeflossen, wo es mit der Sammlungsnummer 15759 archiviert ist. Der Sammler, Rainer Stawikowski, Chefredakteur der renomierten Aquarienzeitschrift DATZ gibt auf dem Etikett an "Uaru spec. "Oranger Keilfleckbuntbarsch", ohne Fundort, gewerblicher Zierfischimport aus Brasilien (oder Kolumbien???). Ded. Stawikowski, 1988".

Die Grenzregion zwischen Brasilien und Kolumbien ist jedoch wegen des weit verbreiteten illegalen Koka-Anbaus und Rebellenaktivitäten sehr unsicher und kaum zu bereisen, hinzu kommt, dass Brasilien Forschungsgenehmigungen sehr selten an Ausländer erteilt, meist nur dann, wenn ein brasilianisches Institut Hauptbeteiligter ist. Illegale Forscher, auch forschende Hobbyisten wanderten in Brasilien in den letzten Jahren regelmäßig ins Gefängnis.



Sind Kryptide im Aquarium eine alltägliche Erscheinung?

Kryptide sind Tiere, die der (einheimischen) Bevölkerung, jedoch nicht der Wissenschaft, bekannt sind.
Wenn man diesen Maßstab für die Einteilung als Kryptide anlegt, handelt es sich auch bei nahezu allen L-Welsen um Kryptide.

Was sind L- Welse?
Durch die Entdeckung einiger neuer Arten der vorher eher als graue Mäuse bekannten Harnischwelse wurden diese Tiere populär. Die Fänger in Südamerika engagierten sich mehr in diesem Bereich und zahlreiche neue, größtenteils wissenschaftlich unbekannte und teilweise sehr attraktive Arten wurden eingeführt.


Da Händlerbezeichnungen wie "Plecostomos Snowball", "Tigerpleco", "Panaque spec. Red eye" aufgrund der zahlreichen Einfuhren von ähnlichen, aber nicht der gleichen Art angehörigen Tieren zu großer Verwirrung führten, kam man auf eine andere Lösung. Die deutsche Aquarienzeitschrift DATZ führte 1988 die fortlaufende Nummerierung der Tiere ein. Dies geschieht für alle nicht 100%ig sicher identifizierten Harnischwelse, fortlaufend und ohne biologische Bedeutung. Als "Beschreibung" des L-Welses reicht aus, dass er in der Zeitschrift mit Foto abgedruckt und mit einer Nummer versehen wird. L-Welse für Harnischwelse (Loricariidae). Mittlerweile sind weit über 400 L-Nummern vergeben worden.
Da die DATZ die L- und C- Nummern exklusiv vergibt, hat die (inzwischen eingestellte) Zeitschrift "Das Aquarium" eigene LDA (Loricariidae, Das Aquarium)-Nummern herausgebracht. Zwischen den L- und LDA-Nummern gibt es kaum Überschneidungen.

Wenn man sich vergegenwärtigt, welche Reaktionen einige dieser Fische bei der Ersteinfuhr und oft noch Jahre danach hervorrufen, dann ist der Vergleich mit einem bekannten Kryptid wie Nessie, dem Megalodon und dem Sasquatch durchaus berechtigt. Besonders gilt das für Hypancistrus zebra, den gelb gepunkteten L 14 und L 18 oder die rot markierten L25.
Mittlerweile hat sich auch die Wissenschaft den L-Welsen angenommen, zwei Arbeitsgruppen in den USA und den Niederlanden arbeiten daran, die komplizierte Systematik zu entschlüsseln, was bereits erste Erfolge brachte. Einige Arten haben Namen bekommen, aquaristisch wird die L-Nummer aber oft weiterhin verwendet.



Sind diese Arten nun echte Kryptide? Der Autor denkt, daß sie es sind und die Vorstellung, der hehren Wissenschaft mit dem Aquarienfisch zu Hause ein Schnippchen geschlagen zu haben, ist schon ein Schmunzeln wert.



Literatur:

Ladiges, W. 1973: Schwimmendes Gold vom Rio Ukayali. Engelbert Pfriem Verlag, Wuppertal

Mayland, H.J., 1984: Mittelamerika, Cichliden und Lebendgebärende; Landbuch Verlag, Hannover

Stawikowski, R. & Werner, U. 1988: Die Buntbarsche der neuen Welt, Südamerika. Edition Kernen, Essen

Stawikowski, R. & Werner, U. 1998: die Buntbarsche Amerikas, Band 1. Ulmer Verlag, Stuttgart


Kastentext 1:
Die "Wissenschaftliche Erstbeschreibung"

Ein wissenschaftliche Erstbeschreibung dient dazu, einem Lebewesen einen Namen zu geben und es quasi der Wissenschaft vorzustellen. Hierbei muß das Tier beschrieben und mit einem wissenschaftlichen Namen benannt werden, Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Tieren sowie Hinweise auf das Vorkommen des Tieres müssen aufgezeigt werden. Früher sollte, heute muss ein Typusexemplar in einer Museumssammlung hinterlegt werden. Seit 2000 muß eine zoologische Erstbeschreibung deutlich als solche gekennzeichnet werden, meist wird hinter den neu vergebenen wissenschaftlichen Namen ein "nov. spec." angehängt, was soviel wie "hier neubeschriebene Art" heisst.
Ist eine solche Beschreibung formal korrekt, gilt die zuerst veröffentlichte Beschreibung als maßgeblich, egal ob spätere Beschreibungen besser sind oder nicht.
Der Artname (der zweite, kleingeschriebene Teil des wissenschaftlichen Namens) bleibt in der Regel immer erhalten, während der Gattungsname (der erste, großgeschriebene Teil des wissenschaftlichen Namens) durchaus bei näherer Untersuchung der Verwandtschaftsbeziehungen verändert werden kann.
Einem solchen Namen wird oft der Name des Erstbeschreibers sowie die Jahreszahl der Erstbeschreibung angehängt. Der Name des Erstbeschreibers steht in Klammern, wenn dem Artnamen ein anderer Gattungsname voraus geht, als in der originalen Kombination.

Kastentext 2:

Kasten: Was sind Cichliden?

Die Familie Cichlidae ist eine der artenreichsten Fischfamilien, sie gehört zur Ordnung der Barschartigen. Nahe verwandt sind die Brandungsbarsche, Lippfische und Riffbarsche. In 105 Gattungen gibt es fast 1500 Arten, die über Süd- und Mittelamerika bis nach New Mexico und Texas verbreitet sind. In Afrika kommen sie nahezu überall südlich der Sahara vor, aber auch im Nil und Oasengewässern bis in den Atlas. Ebenso findet man sie im nahen Osten bis Afghanistan, im Irak und Iran, Pakistan und Indien.
Besonders artenreich sind die Cichliden in den afrikanischen Grabenseen Viktoriasee, Tanganijkasee und Malawisee, jedoch sind durch das Einsetzen von Nilbarschen in den Viktoriasee zahlreiche Arten binnen kurzer Zeit ausgestorben.
Cichliden besiedeln fast ausschließlich Süßgewässer, nur wenige Arten gehen in Brackwasser oder können längere Zeit im Seewasser überleben.

Für den Aquarianer sind viele Cichlidenarten interessant, da viele Arten kleine bis mittelgroße Fische darstellen (die kleinsten Arten erreichen knapp 3 cm Gesamtlänge, Tiere jenseits der 30 cm sind selten und auf wenige Arten beschränkt, die größten Arten erreichen etwa 80 cm) und oft sehr farbig sind. Hinzu kommt, dass alle Arten Brutpflege betreiben, teilweise als Maulbrüter, was im Aquarium gut zu beobachten ist.
Andererseits zeichnen sich insbesondere größere Arten durch robustes Auftreten aus, was sie zu Fischen macht, die kaum in den üblichen bepflanzten Gesellschaftsaquarien gehalten werden können. Das ist eine Tatsache, die viele Cichlidenpfleger aber gerne akzeptieren und auf den besonderen Charakter ihrer Tiere verweisen.

Aufgrund ihres differenzierten Verhaltens, zahlreicher Anpassungen und relativ einfacher Haltbarkeit sind Cichliden zum beliebten Objekt in Forschung und Lehre geworden. Häufig reisen schreibende Aquarianer in die Ursprungshabitate ihrer Pfleglinge, um dort Fische zu fangen und zu importieren bzw. herauszufinden, wie ihre Aquarienfische in der Natur leben. Durch sie wurden zahlreiche interessante Entdeckungen gemacht.
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um so eindeutiger muss der Beweis sein, um akzeptiert zu werden."

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Beitragvon fred » 13.10.2007 11:45

Hallo,
Da ich auch ein Aquarianer bin (260 liter) Bin Ich auch schon auf verschiedene Fische gestossen die ich nirgendwo finden konnte.
Ich habe z.B. einen weissen Bratpfannenwels mit gelben und schwarzen
Streifen der vielleicht grade mal 7 cm lang ist und den ich nichtmal bei Fishbase gefunden habe.
LG
Jan
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Beitragvon Marozi » 13.10.2007 17:51

Hallo zusammen,

ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass wir den Artikel Kryptozoologie im Aquarium mit Bildern auch ins DKR-Artikelarchiv aufgenommen haben.
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Leopardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower
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Beitragvon Tobias » 13.10.2007 20:10

Hallo Marozi,

der Satz ist gut gelungen, das Layout gefällt mir. Schön ist, dass man nun die Bilder auch mal in Farbe sehen kann, im Druck des KZR ist leider viel verloren gegangen.

Sorry, dass ich dich da mit der Riesenmail bombardiert habe, ich hab erst beim Abschicken gemerkt, wie groß sie ist.

schöne Grüsse

Tobias
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