derWesten.de hat geschrieben:Bad Berleburg. Das Wisent-Auswilderungsprojekt steht auf der Kippe. Hintergrund ist die, allerdings noch nicht abschließend entschiedene, Frage der Fördergelder des Bundes in Höhe von rund 1,3 Mio. Euro.
Im Bundesumweltministerium wurden nach WR-Informationen zuletzt intern kritische Stimmen laut, die das Wisentprojekt offenbar lieber heute als morgen zu den Akten legen würden.
Nachdem die Initiatoren der Wiederansiedlung des Wisents in den Bad Berleburger Wäldern, Taurus e.V. und die Wittgenstein-Berleburg'sche Rentkammer, ihren Förderantrag mit umfänglicher Projektbeschreibung beim Bundesumweltministerium (BMU) eingereicht hatten, stellen sich dort erneut offenbar grundsätzliche Fragen.
Wie die für Grundsatzfragen des Naturschutzes zuständige Dr. Elsa Nickel aus dem BMU auf WR-Anfrage bestätigte, sei entscheident, ob das Auswilderungsgebiet trotz seiner Größe von rund 4000 Hektar als Gatter bezeichnet werden könne: „Gatter gibt es in der Bundesrepublik viele. Das wäre dann nicht innovativ. Und nur ein innovatives Projekt ist förderungswürdig.”
Gleichwohl, so Nickel, „ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen”. Sollte es keine Fördermittel des Bundes geben, sei im ja Zweifel auch noch eine Förderung durch das Landes-Umweltministerium NRW oder private Sponsoren möglich, so Dr. Nickel weiter.
Breuer und Brase suchen Kontakt zu Bundesminister Sigmar Gabriel
Siegen-Wittgensteins Landrat Paul Breuer (CDU) mochte die kritischen Stimmen aus dem BMU nicht bestätigen. Eine öffentliche Diskussion sei zu diesem Zeitpunkt nicht förderlich. Auch Breuer sieht es so, dass das letzte Wort um die Gelder aus dem EE-Topf für „Entwicklung und Erprobung” noch nicht gesprochen ist.
Er geht jetzt auf die Entscheidungsträger in der Spitze zu. Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Willi Brase sucht er jetzt das persönliche Gespräch mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Auch auf Staatssekretärs-Ebene laufen die Drähte offenbar heiß. NRW-Umweltstaatsekretär Alexander Schink, der den Vertrag über das Wisent-Wiederansiedlungsprojekt zwischen dem Land NRW und dem Kreis Siegen-Wittgenstein unterzeichnet hat, ist im Gespräch mit seinem Berliner Kollegen Machnik im BMU, betonte Breuer. „Ich bin der Meinung, dass uns Gabriel und Machnik helfen werden”, ist Breuer optimistisch. Bei den meisten Umweltschutzprojekten sei es so, dass sie von oben herab beschlossen würden, „ich kannn mir aber nicht vorstellen, dass dieses Projekt, das von unten kommt, abgelehnt wird”, so Breuer. Sicherlich sei es erforderlich „Sachebenen zu übersteuern. Das muss man dann zur Kenntnis nehmen.”
Forstdirektor Johannes Röhl von der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer bestätigte gestern, „dass es kritische Stimmen im BMU gibt”.
Röhl: Einstufung des Projektes als „nicht innovativ” nicht nachvollziebar
„Es ist aber auch nicht nachvollziehbar, dass ein Wiederansiedlungsprojekt von Wisenten im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW als nicht innovativ eingestuft wird”, so Röhl.
Das Auswilderungsgebiet von 4000 Hektar sei nicht rundherum eingezäunt, gab er den Kritikern zu bedenken. Gleichwohl erinnerte Röhl daran, dass „wir nie gesagt haben, dass dieses Projekt ein Selbstläufer wird”. Die Initiatoren sähen der Entscheidung aber emotionslos entgegen. Nur müsse es auch einmal eine Entscheidung geben, so Röhl.
Wenn es keine Fördergelder gibt, dann ist das Projekt gescheitert. Gleiches gilt auch für das Wisentschaugehege bei Wingeshausen, für das der Bad Berleburger Stadtrat kürzlich in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen hatten. „Das Schaugehege ist in der Förderung des Gesamtprojekts enthalten”, machte Breuer klar.
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Bedauerlich






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