Tüpfelbeutelmarder in Australien wiederentdeckt?

Forum für alles rund um den Beutelwolf, den Thylacoleo und andere Beutler.

Tüpfelbeutelmarder in Australien wiederentdeckt?

Beitragvon Marozi » 03.11.2006 13:31

Der letzte lebende Tüpfelbeutelmarder (Dasyurus viverrinus) auf dem australischen Festland wurde 1960 im Vorort Vaucluse von Sydney gesichtet. Seitdem hat die Verdrängung durch eingeschleppte Arten, vor allem Hunde und Katzen, sowie dem Menschen zur Annahme geführt, die Art sei auf dem Festland ausgestorben. Sein heutiges Verbreitungsgebiet ist daher auf Tasmanien und die Bass Inseln beschränkt.

Nicole Palmer, Einwohnerin von Hawkesbury und Angestellte eines Zeitungsverlags, fuhr Ende Oktober entlang der Roberts Creek Road als sie ein Paar ungewöhnlich aussehender Tiere sah. „Da waren zwei von ihnen. Einer war kleiner. Ich hielt an und der größere hüpfte in Richtung des Autos, so dass ich begann rückwärts den Hügel hinabzurollen und meine Hupe zu betätigen. Sie waren beide dunkelbraun mit weißen Flecken an den Backen [Übersetzungsproblem; engl.: jow]) und dem Halsbereich, 8 bis 10 Zentimeter des Schwanzendes waren weiß und es sah nicht aus wie ein Tiger Quoll, es war viel kleiner und weniger schwer."

NPWS-Aufseherin Vickii Lett und Professor Rob Close von der University of Western Sydney glauben aufgrund der Beschreibung, dass Frau Palmer zwei Östliche Beutelmarder begegnet ist. Die Nationalparks werden aufgrund der Sichtung reagieren, so Vickii Lett. „Wir sprachen mit Dr. Rob Close an der UWS und sehen nun was wir tun können. In der Zwischenzeit bitten wir die Einwohner ein Auge offen zu halten und, wenn sie etwas ungewöhnliches sehen, ein Foto davon mit ihrer Kamera oder Handy zu machen. Wir bitten die Leute ebenfalls vorsichtig zu sein wenn sie ihre Hunde und Katzen in der Gegend herumlaufen lassen."

Dr. Close, der erst kürzlich die Einwohner für Anzeichen von seltenen Wildtieren sensibilisierte, spricht von einem aufregenden Erlebnis. „Wenn es tatsächlich eine echte Sichtung ist, ist es sehr aufregend. Es gibt einige wenige unbestätigte Sichtungen in den letzten Jahren, so dass die Hoffnung aufgeweckt wird sie sind noch immer da draußen. Wenn sie in Vaucluse seit den sechziger Jahren leben können, besteht die Chance, dass sie auch in den mehr isolierten Gebieten überlebt haben. Niemand weiß, was die Tüpfelbeutelmarder ausgerottet hat. Eine Epedemie wären eine Möglichkeit und wenn diese nun vorbei wäre, könnte ihre Anzahl sich derzeit wieder im Aufbau befinden."

Aratat
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Leopardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower
Benutzeravatar
Marozi
Panthera leo maculatus
Panthera leo maculatus
 
Beiträge: 2323
Registriert: 08.03.2003 15:03
Wohnort: Baden-Württemberg

Tüpfelbeutelmarder-Kadaver auf Festland gefunden

Beitragvon Marozi » 15.10.2008 09:44

Nur wenigen Monaten nach zuvor erfolgten Sichtungen, wurden zwei tote Tüpfelbeutelmarder (Dasyurus viverrinus) an das Melbourne Museum zur Analyse übergeben. Die Tiere wurden im September an der Seite einer Straße nahe Little River gefunden.

Der letzte lebende Tüpfelbeutelmarder auf dem australischen Festland wurde 1960 im Vorort Vaucluse von Sydney gesichtet. Seitdem hat die Verdrängung durch eingeschleppte Arten, vor allem Hunde und Katzen, sowie dem Menschen zur Annahme geführt, die Art sei auf dem Festland ausgestorben. Sein heutiges Verbreitungsgebiet ist daher auf Tasmanien und die Bass Inseln beschränkt.

Rayleen Reynolds, die die Beutelmarder gefunden hatte, hatte diese zuvor bei der Nahrungsaufnahme ebenfalls an der Straße gesehen und durch ihre eigene Wildtierarbeit identifizieren können. Es wird angenommen, dass die Tiere aus dem nahe gelegenen Mount Rothwell Conservation and Research Centre (MRCRC) entkommen sind, wo einige Jahre lang ein Zuchtprogramm durchgeführt wurde. Alle der dortigen Tüpfelbeutelmarder verfügen jedoch vorschriftsgemäß über einen Mikrochip zur Identifikation. Zumindest der erste tote Beutelmarder hatte jedoch keinen solchen. Das lässt Paul Mervin, den Manager des MRCRC, schließen, dass das Tier in Freiheit geboren wurde. Dazu kommen zudem Berichte über Sichtungen von Tüpfelbeutelmardern aus dem lokalen Gebiet, die ihm gemeldet wurden. Das Zuchtprogramm wurde vor einiger Zeit bereits eingestellt, so dass die Tiere sich frei innerhalb des abgezäunten zwölf Kilometer großen Gebietes bewegen können. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es Tiere geschafft haben die Barriere zu überwinden merkt Mervin an. Der Zaun sei gegen "Einbrüche" gedacht, nicht gegen "Ausbrüche".

Damit sind laut Chris von www.wherelightmeetsdark.com drei Szenarien denkbar. Die Tiere stammen entweder aus dem Centre, konnten entkommen und wurden dann getötet oder es handelt sich um Nachkommen von Beutelmarder, die zuvor dem Centre entkommen konnten. Am unwahrscheinlichsten - aber dennoch möglich - ist das dritte Szenario, dass es sich um in Freiheit überlebende Tüpfelbeutelmarder handelt. Wo auch immer die Tiere herkommen, es könnte sich eine wildlebende Population auf dem Festland entwickeln oder evtl. bereits entwickelt haben. Gut natürlich für die Beutelmarder, aber schlecht für (lokale) Sichtungen - denn wer könnte "erneut wildlebende" und überlebende Beutelmarder unterscheiden?

Museum Victoria
WhereLightMeetsDark
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Leopardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower
Benutzeravatar
Marozi
Panthera leo maculatus
Panthera leo maculatus
 
Beiträge: 2323
Registriert: 08.03.2003 15:03
Wohnort: Baden-Württemberg


Zurück zu Thylacinus & Co.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron