Thylacine als Haustier

Forum für alles rund um den Beutelwolf, den Thylacoleo und andere Beutler.

Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 17.02.2009 09:13

Folgender Beitrag eines Thylacine-Fans stellt die Frage, ob sich das wohl beruehmteste gestreifte Beuteltier als Haustier geeignet haette... :wink:

http://www.wherelightmeetsdark.com/inde ... cineAsAPet
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon jersy » 17.02.2009 14:36

Da die wenigsten Menschen einen Beutelwof gesehen haben ;) würde ich mich ersteinmal fragen, in wie weit es überhaupt ausführliche Beschreibungen seiners Verhaltens betreffend sowohl in der Tierhaltung (Zoos) und im Freiland gibt?
Hundeähnliches Aussehen zieht ja nicht unbedingt hundähnliches Verhalten mit sich.
Mal abgesehen davon das ich dem "Haustier" Thylacinus (selbst wenn eine Wiederherstellung möglich wäre) keinen durchschlagenden Erfolg zutraue ;)

Schön Gruß
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 17.02.2009 14:55

@jersy: Beschreibungen gibt es zwar, aber die deuten nicht unbedingt auf eine besondere Eignung zum Haustier hin; damalige Zoodirektoren wie Ludwig Heck in Berlin waren gelinde gesagt nicht besonders vorteilhaft von den Wesenseigenschaften der von ihnen gehaltenen Exemplaren angetan...

Interessanterweise glaube ich mich erinnern zu koennen, dass zumindest der Beutelteufel einigen Autoren zufolge, wenn von Hand aufgezogen, ganz manierlich sein soll-was den Umgang mit diesen Tieren in manchen australischen Zoos erklaeren koennte. Allerdings haben die dort mitunter eine etwas andere Auffassung von Arbeitssicherheit (Schwimmen mit Seeleoparden und weissen Tigern...).
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon jersy » 17.02.2009 16:10

Ja, das die Beutelteufel umgänglich sein können bei Handaufzuchten habe ich auch gelesen. Es steht im Urania "Neue großes Tier-Enzyclopädie" Band 1 Seite 38 unter einem Bild des Tieres und auf Seite 39 im Text
Zitat:
...liebevoll aufgezogene Exemplare schließen sich eng dem ihnen rasch vertrauten Pfleger an...
Sie werden nicht nur sehr zahm und zutraulich, sondern offenbaren dann ein für Beuteltiere ungewöhnliches hohes Maß an "Intelligenz" und Beißhemmung..."

Zitat ende

Auf den selben Seiten wird auch über Beutelwolfpopulationen auf Tasmanien berichtet, die sich dort nur halten konnten, weil dort keine Dingos hingelangten.

Schön Gruß
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 17.02.2009 16:12

Ein zahmer Beutelteufel, Honigdachs oder Vielfrass als Haustier <seufz> -das waer' schon was. Ich waere allerdings auch "schon" mit einer Ratufa-Art hoechstzufrieden...;)
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Vogel Greif » 17.02.2009 16:44

T.c. wurde erfolgreich als Haustier gehalten. Wen das interessiert, Robert Paddle hat das in seinem Werk "The Last Tasmanian Tiger: The History and Extinction of the Thylacine" mehr als ausführlich recherchiert.
In dieser Hinsicht ließe sich viel erzählen von geheimnisvollen Tieren, deren Papierdasein sich so ziemlich über den ganzen Erdball erstreckt hat.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Marozi » 17.02.2009 19:13

Die Quellen über als "Haustiere" gefangen gehaltene Beutelwölfe sind nach Paddle ja alles andere als ausgiebig, da diese bzw. andere Arten von Haustierhaltung kaum Eingang in die Publikationen fand. Eine genaue Zahl kann daher nicht genannt werden und die Dunkelziffer ist gelinde gesagt sehr hoch. Dennoch mögen als Vergleich (für unsere Leser mit weniger Englisch-Kenntnissen) die bereits erwähnten Jahre 1826 bis 1851 dienen, in denen nachweislich 22 Tiere in Gefangenschaft gehalten wurden. Größtenteils wurden die Beutelwölfe als "Hunde" behandelt, d. h. an Ketten gelegt, mit Leine und Halsband ausgeführt usw. Und tatsächlich bauten wohl einige Tiere auch "Beziehungen" zu ihren Haltern auf und wurden (relativ gesehen) recht zahm. Aber wie Vogel Greif meinte, lest selbst (S. 70 - 74).
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Annie » 17.02.2009 20:31

Hi!
Irgendwie ein netter Gedanke, ein Thylacinus als Haustier...

Bernhard Grzimek macht in seinem Buch „ Mit Grzimek durch Australien“ von 1966 ( Zitate) einen kleinen Abstecher zu den Beutelwölfen. Ist ganz interessant was er sagt. Unter anderem schreibt er auch schon, dass es nicht viele Beschreibungen zum Verhalten des Beutelwolfes gibt, und man diese aus bestimmten Gründen auch noch kritisch betrachten soll.

Zum einen hatte der Thylacinus ja nun mal kein so gutes Image, und es wurden viele Horrorgeschichten über ihn erzählt. Aus dem Mund der Schäfer kommen wahrscheinlich Geschichten, wie dass die Beutelwölfe ihren Opfern das Blut aus dem Hals saugen, (bitte jetzt nicht „chupa“ schreien :wink: ) bzw nur die blutgefüllten Nasenschleimhäute, Leber und Nierenfett fressen würden. Wirklich Mühe ihn in freier Wildbahn zu beobachten hat wohl kaum einer oder gar keiner gemacht. Also, heißt es dass was man hat ist nur bedingt brauchbar um das Verhalten wirklich zu beschreiben.

Dann hat lt. Grzimek (der ja oben schon genannte) Prof. Ludwig Heck sie also so beschrieben (Seite 75):

„Die obligate Dosis Beuteltierstumpfsinn als selbstverständlich eingerechnet, benehmen sie sich recht vertraut, kommen unruhig schnüffelnd dich an die Gitterstäbe heran, wenn man diesseits der Schranke unmittelbar vor dem Käfig steht. In ewiger Gier verlangen sie stets nach Fraß, wenn sie nicht schlafen, und in ewig sich gleichbleibender Dummheit glauben sie immer wieder einmal, die Gitterstäbe durchbeißen zu können. Aus dem Schlaf auf weichen Strohlager m dämmrigen Nachtkäfig lassen sie sich schwer erwecken, werden aber auch nicht ungemütlich, wenn man dies versucht. Ihr klares dunkelbraune Auge starrt dem Beobachter leer entgegen und entbehrt vollständig des Ausdrucks eine wirklichen Raubtierauges.“

Grzimek kommentiert es sogleich:
„Wir sind heute mit solchen Berichten über gefangengehaltener Tier in viel zu kleinen Zookäfigen recht vorsichtig geworden; viele solcher „stumpfsinniger“ Tiere haben sich als recht zugänglich, lebendig und interessant erwiesen, wenn man sich die Mühe nahm, sich näher mit ihnen zu beschäftigen und sie sorgsamer zu pflegen“

Ok, die zwei waren sich wohl nicht ganz grün (?), aber ich denke da hat Grzimek schon recht...

Lustig & interessant fand ich das hier (Seite 74):
„Die Beutelwölfe sollen nicht schnell und leichtfüßig wie Hunde laufen, sondern meist nur traben, sie sollen keine besondere Angst vor Hunden zeigen,... Bei sehr scharfer Verfolgung sollen die Beutelwölfe zum Schluss nur auf den Hinterfüßen gesprungen sein, ähnlich wie Känguruhs.“

Außerdem wird geschrieben, dass Beutelwölfe ihren Schwanz nicht zur Körpersprache eingesetzt haben...
naja, sie sind halt keine Hunde...
Liebe Grüße von
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 18.02.2009 11:59

@Annie: Die Hecks und Grzimek waren sich tatsaechlich nicht gruen; Hecks Soehne (mWn v.a. Heinz) haben u.a. nach WW2 versucht, Grzimek bei den Allierten wegen angeblicher Nazi-Umtriebe anzuschwaerzen. Dabei ging Ludwig Heck selbst bei Hermann Goering ein und aus...

Waere die "Haustier"haltung der Thylacine wirklich "erfolgreich" gewesen, dann gaeb's die Art wohl noch heute. Die Beschreibungen erinnern eher an die mehr oder minder sporadischen, ebenfalls meist eher spaerlich dokumentierten Haltungs"experimente" mit anderen Wildraubtieren, seien es Geparden, Karakale oder Streifenhyaenen.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Annie » 18.02.2009 14:43

@kouprey: Aha, ja, als ich gucken wollte aus welchem Jahr mein Buch hier stammt, war ich über die " Heck/Grzimek- Geschichte " gestolpert... habe es aber nicht weiter verfolgt ... (suchte ja was anderes :wink: )

Waere die "Haustier"haltung der Thylacine wirklich "erfolgreich" gewesen, dann gaeb's die Art wohl noch heute.


Ja, der Gedanke kam mir auch... und es folgte natürlich der nächste: Ob es sie doch noch irgndwo gibt? Ich meine, war es nicht der Davidshirsch, der auch so überlebte?
Nun, ich denke (leider) wenn es so wär',... dann wüsste es die Welt bestimmt schon, .... oder? :wink:
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 18.02.2009 16:55

Die (noch nicht abgeschlossene Ueberlebens)geschichte des Davidshirsche war eine Verkettung vieler mehr oder minder gluecklicher Umstaende. Hatte irgendjemand die Voraussicht besessen, den Thylacine, oder aber Wandertaube, Riesenalk und Stellersche Seekuh heimlich am Leben zu erhalten, waere er damit vermutlich schon laengst an die Oeffentlichkeit getreten. So oder so eine nette Idee fuer eine Kurzgeschichte: wink: :
http://www.scifi.com/scifiction/classic ... drop1.html

Eine australische Zeitung veroeffentlichte vor kurzem einen netten Comic-Strip, in der ein tasmanisches "White Trash"-Ehepaar ihre "Hunde" vor einem Beamten versteckt; man kann sich denken, um was fuer "Hunde" es sich dabei handelt. :wink:
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Vogel Greif » 19.02.2009 14:17

Kouprey hat geschrieben:Eine australische Zeitung veroeffentlichte vor kurzem einen netten Comic-Strip, in der ein tasmanisches "White Trash"-Ehepaar ihre "Hunde" vor einem Beamten versteckt; man kann sich denken, um was fuer "Hunde" es sich dabei handelt. :wink:


Ich weiß nicht, was Du unter "vor kurzem" verstehst, aber handelt es sich bei der von Dir beschriebenen Karikatur um diejenige von Allan Langoulant, die am 06.08.1966 im Launceston Express mit der Bildunterschrift: "Better hide the dogs , Pa - there's another one of them city fellas comin' up here." veröffentlicht wurde ?
Falls nein, handelt es sich um einen Nachdruck aus jüngerer Zeit und wenn ja, wo, wann und bei welcher Gelegenheit, oder ist es einfach eine dreiste Kopie?
Ich interessiere mich für Karikaturen, vielleicht weißt Du ja mehr.


Übrigens ist diese Karikatur, sofern man Eric R. Guiler Glauben schenken darf, eine sehr treffende Beschreibung des Verhältnisses der tasmanischen Landbevölkerung zu "ihrem" Tiger. Guiler hat in seinem Standardwerk "Thylacine: The Tragedy of the Tasmanian Tiger" zahlreiche Fälle gesammelt, in denen Umtriebe der Tasmanier Tiger-Sichtungen, geschossene und sogar lebend gefangene Tiger verschleiert haben sollen.
In dieser Hinsicht ließe sich viel erzählen von geheimnisvollen Tieren, deren Papierdasein sich so ziemlich über den ganzen Erdball erstreckt hat.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 19.02.2009 15:56

@Vogel Greif: Das ist ja interessant. "Vor kurzem" duerfte im Falle des Zeitungsartikel, den ich meine, allenfalls ein, hoechstens 1,5 Monate bedeuten. Die Bildunterschrift stimmt auf alle Faelle. Anscheinend handelt es sich demnach um einen Nachdruck.

Bevor ich den letzten Beitrag schrieb, hatte ich noch mal versucht, den erwaehnten Artikel zu finden, aber leider ohne Erfolg. Kennst Du zufaelligerweise irgendein gutes Internet-Kompendium fuer solche Cartoons? Ich nutze derlei immer wieder gern fuer Praesentationen usw.
Vielleicht ist Dir dieser noch unbekannt:
http://www.utas.edu.au/library/exhibiti ... tt_daz.jpg

In Hinblick auf die "Verschleierung": das erinnert mich z.B. an die beiden Fischer, die angeblich in den 1970igern einen jungen Thylacine erschlugen, dessen Kadaver dann am naechsten Morgen verschwunden sei soll...
Sehe ich mir allerdings so die Kommerzialisierung des Thylacines an,
http://www.utas.edu.au/library/exhibiti ... rcial.html
so wuerde es mich schon verwundern, dass nicht der eine oder andere Tasmanier des lieben Geldes und Ruhmes wegen das "Geheimnis" schon laengst enthuellt haette. :wink:
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Vogel Greif » 19.02.2009 17:54

Danke für den Link, das kannte ich noch nicht. Ich werde mir mal die Mühe machen, die Karikatur von Langoulant einzuscannen. Ich stell es dann hier rein.
Nun, ich sammle Karikaturen nicht digital, sondern auf Papier, tausche auch mit Freunden, Zeitungsausschnitte, Fotokopien, etc. Digital bin ich bei Karikaturen nicht so bewandert, ich nutze das Internet in diesem Zusammenhang nur, um Informationen über die Veröffentlichung zu sammeln.


Wegen des von Dir erwähnten Zwischenfalls: Meinst Du den "Sandy-Cape-Zwischenfall" von 1961?

Was den Versuch angeht, mit einem Thylacine Geld zu machen: Ich kann nur mehr als abraten. Abgesehen von den strafrechtlichen Konsequenzen bestehen aus dem Threatened Species Protection Act 1995 (und davor auch aus seinen Vorläufern; die Umweltgesetzgebung in Tasmanien ist wirklich faszinierend und es verwundert nicht, dass die Grüne als politische Kraft dort ihren Ausgang genommen hat!) praktisch unbegrenzte zivilrechtliche Ansprüche gegen jedermann, der ein Thylacine auch nur stört ("disturb" im Gesetzestext).

Interessant übrigens auch dieser Auszug aus dem selben Gesetz:

§ 59. Secrecy

(1) The Secretary may, with the approval of the Minister, declare information about a listed taxon of flora or fauna or any plan, agreement, determination or interim protection order to be confidential if the Secretary is of the opinion that disclosure of that information is likely to result in any harm being done to the flora or fauna or its habitat.

(2) If, in the course of performing duties under this Act, a person receives information which has been declared to be confidential, that person must not disclose or make use of that information except to the extent necessary to perform his or her duties or for the purpose of legal proceedings.

Korrespondierend aus dem Freedom of Information Act 1991:

35A. Information likely to threaten endangered species, &c.

Information is exempt information if its disclosure would be likely to –

(a) threaten the survival of a rare or endangered species of flora or fauna; or

(b) prejudice any measures being taken, or proposed to be taken, for the management or protection of a rare or endangered species of flora or fauna; or

(c) have an adverse effect on a site or area of scientific, cultural or historical significance; or

(d) prejudice any measures being taken, or proposed to be taken, for the management or protection of a site or area of scientific, cultural or historical significance provided such measures would not themselves have any of the effects referred to in paragraph (a), (b) or (c).

Ich würde zugern einmal mit Nick Mooney unter vier Augen über diese Bestimmung sprechen...
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 19.02.2009 19:30

Bzgl. Sandy-Cape-Incident: just den meinte ich, auch wenn ich mich anscheinend im Jahrzehnt geirrt habe...

Was Gesetzesauflagen und Wildtiere angeht, so kann ich Dir aus eigener Erfahrung versichern: sobald sich Geld verdienen laesst, kennen viele keine Skrupel. Zudem ist es immer wieder erstaunlich, wie leicht auch 'straffere' Gesetze, wie etwa die australischen Restriktionen beim Ausfuhr von heimischen Wildtieren, mitunter umgangen werden koennen. Nur wenn man "dumm" genug ist, es auf den legalen Weg zu versuchen, beisst man schnell auf Granit.

Danke im voraus fuer's Einscannen.
Zuletzt geändert von Kouprey am 23.04.2014 09:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Marozi » 09.12.2009 19:32

Nach dem Bericht von Times.com zu urteilen ist ein derartiger Gedanke recht weit verbreitet. Auch Mike Archer, Professor an der School of Biological, Earth and Environmental Sciences der University of New South Wales (UNSW), vertritt die Meinung die einmaligen australischen Tiere zu domestizieren um sie vom Aussterben zu retten. Natürlich eigneten sich einige Tiere besser als andere hierfür (Wombats, Koalas oder Beutelteufel wären sicherlich keine einfachen Haustiere). Dennoch hofft Archer dass die Regierung irgendwann die Haltung einheimischer Wildtiere erlauben wird. „Kein Tier dass jemals den inneren Zirkel [der Menschen] betreten hat ist ausgestorben. Wenn du etwas Wert beimisst und eine emotionale Bindung damit hast... verschwindet es einfach nicht.
Eine Strategie, die in kleinerem Maßstab schon einmal in Australien erfolgreich war. 1987 wurden Regenbogenfische im nördlichen Queensland, ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, für ausgestorben gehalten. Im Bemühen sie zu retten sammelten Aquarianer sie jedoch für ihre Aquarien und als die Behörden soweit waren, wurden diese Fische als Grundlage neuer Brutprogramme in der Wildnis benutzt.

Auch andere sind auf diese Überlegungen aufmerksam geworden. Die Rural Industries Reserach and Development Corporation (RIRDC), eine Regierungsorganisation, will im nächsten Jahr eine Studie veröffentlichen, die das Potential der gefährdeten Tüpfelbeutelmarder (Dasyurus viverrinus) als Haustiere auf der Basis, dass sie selten sind und an ein urbanes Habitat anpassbar sind, ausgelotet hat. Rosalie Chapple, Professorin am Institute of Environmental Studies an der UNSW und Hauptautorin des Reports warnt jedoch vor den Gefahren wilde Tiere als Haustiere zu missbrauchen. Immer sollten solche Maßnahmen auf der Grundlage von Arterhaltungsmaßnahmen und nicht aus kommerziellen Interessen erfolgen. Die Fürsorge für das Tier müsse beachtet werden, Richtlinien für die Haltung und Nahrungsbedürfnisse müssten erarbeitet werden genauso wie strenge Auflagen zur Lizenzierung und Regulation. Andere wie Daniel Ramps, Mitarbeiter des Australian Wetlands and River Center der UNSW sieht hingegen die Gefahr, die Wildtiere mit der Öffnung für den Haustiermarkt diese auch dessen dunkleren Seiten wie Tiermisshandlungen, ungenügenden Haltungsbedinungen u. ä. Auszusetzen. Katzen und Hunde waren jahrtausendelang der Domestikation durch den Menschen ausgesetzt. Tüpfelbeutelmarder und andere ähnliche Wildtiere jedoch nicht und hätten einen langen Weg vor sich um mit dem Menschen auf engstem Raum zusammen zu leben. Ein Argument, dass Archer aus persönlicher Erfahrung nicht so recht glauben mag erfuhr er doch eine enge Bindung mit einem ebensolchen Beutelmarderjungtier.

Wie oben bereits erwähnt, wäre ein solcher Weg auch für den Tiger möglich gewesen. Allein jetzt ist es zu spät hierfür.
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon BlackSun » 15.12.2009 12:58

Hallo,

ich sehe bei der "haustierwerdung" verscheidener beuteltiere auch ein problem. Gerade die meisten raubbeutler sind nunmal nicht unbedingt die anschmiegsamen lieben, intelligenten "kätzchen und hündchen". Heck hatte das mit dem "beuteltierstumpfsinn" schon soweit erkannt. Es sind wenn dann eher heimtiere für spezialisten, die niemals 2ersatz für herkömmliche hunde und katzen sein können.
Gruß Sebastian

„Wenn man an solche Geschichten glaubt, gibt es eine Bestie, die dem Willen Davy Jones’ gehorcht, ein fürchterliches Ungeheuer mit riesigen Tentakeln, das einem das Gesicht wegsaugt und ein ganzes Schiff in die zermalmende Tiefe zieht: DER KRAKEN!“ - Joshamee Gibbs
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 15.12.2009 17:08

Dasyurus viverrinus als Haustier hat nur drei Nachteile: 1) werden die Burschen nicht sonderlich alt (was allerdings auch manch einen nicht von der Haltung von Laborratten oder Chamäleons abhält..), 2) sind sie gelinde gesagt beissfreudig (was allerdings auch manch einen nicht von der Haltung von Netzpythons oder Schnappschildkröten abschreckt...) und 3) hat die australische Regierung kein allzu großes Interesse daran, ihre endemische Fauna groß mit der Welt zu teilen (was allerdings auch manch einen nicht davon abhält, auch auf illegalem Weg z.B. Rabenkakadus zu erwerben...). Einziges mir bekanntes, häufiger als Heimtier gehaltenes Beuteltier ist allenfalls der Kurzkopfgleitbeutler und das Bennett-Wallaby.

Bzgl. „Kein Tier dass jemals den inneren Zirkel [der Menschen] betreten hat ist ausgestorben." : s. Vorfahre(n) des Dromedars, Auerochse oder europäisches Wildpferd ("Tarpan") und demnächst Afrikanischer Esel, Wilder Wasserbüffel, Wildkamel und Wildyak... :roll:
Zuletzt geändert von Kouprey am 23.04.2014 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Vogel Greif » 16.12.2009 19:43

Kouprey hat geschrieben:Bzgl. „Kein Tier dass jemals den inneren Zirkel [der Menschen] betreten hat ist ausgestorben." : s. Vorfahre(n) des Dromedars, Auerochse oder europäisches Wildpferd ("Tarpan") und demnächst Afrikanischer Esel, Wilder Wasserbüffel, Wildkamel und Wildyak... :roll:


Nun das ist doch eine Bestätigung für Archer's These: Während die wilden Vertreter der genannten Arten heute völlig verschwunden sind, sind uns diejenigen Exemplare und ihre Nachfahren erhalten geblieben sind, die es in diesen "inneren Zirkel des Menschen" geschafft haben.
Was Archer aber außer Acht lässt, ist der Preis den eine Spezies für ihre Aufnahme in diese evolutionäre Sonderzone zahlen muss: Eine perniziöse Verkettung ihres evolutionären Schicksals mit dem von Homo sapiens. Die Vernichtung der Wildform führt dann zu einer funktionellen Extinktion. Die Haustiere werden dann immer weiter weg von ihrer ursprünglichen Stellung im ökologischen Gefüge hin zu ihrer neuen Rolle im "inneren Zirkel" selektiert. Wenn dann Homo sapiens ausstirbt, was in (geologischen Maßstäben betrachtet) nicht allzu ferner Zukunft geschehen wird, ist in aller Regel auch ihr Ende gekommen.
Es ist doch die Ausnahme, das eine Spezies den Absprung aus dieser Abhängigkeit jemals geschafft hat.
Im Zweifel wäre ich natürlich auch dafür uns eine Spezies als Pet im Zoo, Wohnzimmer oder sogar auf der Farm zu erhalten, wenn es anders nicht mehr geht. Aber ein Ersatz für nachhaltigen Umweltschutz, die Bewahrung natürlicher Lebensräume und von Wildspezies kann das nicht sein und das muss eindeutig klarer vermittelt werden.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Kouprey » 17.12.2009 14:07

Vogel Greif hat geschrieben:

Nun das ist doch eine Bestätigung für Archer's These: (...)

Nicht wirklich; Auerochse bzw. Wilddromedar in ihrer eigentlichen Form sind nunmehr nonexistent. Zudem sei noch auf diverse ausgestorbene Haustierrassen ala Baldinger Tigerschwein, Yorkshire Kaltblut oder Englischer Weisser Terrier hingewiesen, die Archers These umso mehr widerlegen.

Ich glaube übrigens nicht, dass alle Haustierrassen zwangsläufig dem Untergang geweiht wären, sollte unsere Spezies von einem Tag auf dem anderen sich nicht mehr um sie kümmern; das beweist das Bsp. zahlreicher "verwilderter" Haustiere weltweit.
Zuletzt geändert von Kouprey am 23.04.2014 10:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon BlackSun » 17.12.2009 15:49

Kouprey hat geschrieben:Einziges mir bekanntes, häufiger als Heimtier gehaltenes Beuteltier ist allenfalls der Kurzkopfgleitbeutler.


auf dem vormarsch als wie ich find sehr interessantes haustier ist das Kurzschwanz-zwergopossum, Monodelphis domestica

ganz niedliche zeitgenossen hier infos: http://www.rodent-info.net/kurzschwanzo ... meines.htm
Gruß Sebastian

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Re: Thylacine als Haustier

Beitragvon Dooley » 10.02.2010 14:37

hey

ich finde es auch eine Interessante Idee einmal darüber nachzudenken wie es wäre einen Beutelwolf als Haustier zu haben.
Wäre man nur schon früher auf die Idee gekommen, dann würde es ihn wahrscheinlich noch geben.
Naja schwieriger als einen Beagle zu halten (den ich schließlich habe) wird es wohl kaum sein :lach:
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