British Big Cats Society veröffentlicht Fallzahlen

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British Big Cats Society veröffentlicht Fallzahlen

Beitragvon Marozi » 21.04.2004 18:19

Der Sprecher und Gründer der British Big Cats Society (BBCS), Danny Bamping, hat gestern Mittag gegenüber der Presse einige Daten und Schlussfolgerungen der fünfzehnmonatigen Situationsanalyse (Januar 03 bis März 04) veröffentlicht. Diese deuten darauf hin, dass nur wenig Zweifel an der Existenz großer, freilebender Katzen in Großbritannien bestehen. Unmissverständlich hat die BBCS die Regierung aufgefordert, angesichts dieser Daten eine wissenschaftliche Untersuchung zu veranlassen. Danny Bamping: "Die Beweise haben zugenommen und sind zunehmend klarer - wir werden jetzt bei den zuständigen Autoritäten um ihre Unterstützung für eine wissenschaftliche Studie über die Großkatzen in Großbritannien anfragen. Wir möchten uns auf den Südwesten konzentrieren; das ist das aktivste Areal und Sitz der BBCS."

Über 2052 Sichtungsreporte wurden von der BBCS durch ganz Britannien erfasst, das sind statistisch gesehen vier pro Tag. Die Top Ten der Sichtungen erfolgen in absteigender Reihenfolge in Schottland (231 Sichtungen), Kent (141 Sichtungen), Yorkshire (127 Sichtungen), Wales (102 Sichtungen), Devon (100 Sichtungen), Cornwall (96 Sichtungen), Lancashire (86 Sichtungen), Irland (82 Sichtungen), Lincolnshire (80 Sichtungen) und in Somerset (69 Sichtungen). Eine statistische Auswertung ergab einen prozentualen Anteil im Südwesten von 21 Prozent, im Südosten von 16 Prozent, in „East Anglia“ von 12 Prozent, in Schottland 11 % und in den „West Midlands“ von 9 Prozent. Die physischen Daten beinhalten fünf Angriffe auf Pferde, über vierzig Hinweise auf Schafstötungen und mehrere gesicherte Entdeckungen von Pfotenabdrücken. Über ein Dutzend Stücke von Videofilmen wurden der BBCS übersandt, wovon jedoch nur einige wirklich auf Großkatzen zurückgehen könnten. "Das Problem mit Augenzeugen ist grundlegend die Wahrnehmung der Sichtung," so Danny Bamping. "Bevor wir nicht zu den Plätzen gefahren sind und Untersuchungen des Areal unternommen haben, bleiben diese nicht schlüssig.

Er sieht die Ursache der steigende Anzahl an Sichtungen beziehungsweise Informationen in mehreren Gründen. Eine davon ist die Präsenz der BBCS-Webseite, die inzwischen über 85.000 Hits aufweist. Zudem seien die Augenzeugen weniger ängstlich von einer Sichtung zu berichten und weit mehr Organisationen haben sich dem Thema angenommen (u. a. NFU, diverse Polizeieinheiten und Tierorganisationen). Über die letzten paar Jahre hat sich die BBCS weit mehr Gehör verschafft mit ihrer Botschaft. Danny Bambing: "Nicht nur durch die Medien in der Öffentlichkeit, sondern auch bei den zuständigen Behörden die für die momentane und zukünftige Situation verantwortlich sind. Ich schlug ihnen vor, die Großkatzensituation genau wie den Umgang mit dem Wildschweinszenario zu behandeln, das über Jahre geleugnet wurde. Letztlich sollten sie die Fakten akzeptieren und eine Studie der Tiere und deren Präsenz in Großbritannien unternehmen. Wenn dies abgeschlossen ist, müssen die Fakten veröffentlicht werden und mit den notwendigen, geschulten Weg behandelt werden. Vor rund neun Jahren unternahm die Regierung eine Studie über die Präsenz des "Beast of Bodmin Moor". Sie schlussfolgerten, dass sie keine Schlussfolgerung schließen konnten. Es ist an der Zeit das Thema ernst zu nehmen und von nun an aktiv zu werden, anstatt untätig zu bleiben wie dies bislang war."
Andere Informationen, die der Society zugänglich gemacht wurden, sind die Anzahl von großen (oder exotischen) Katzen die in den letzten vierzig Jahren in die Wildnis freigelassen wurden. Dies hat zu einer interessanten historischen Forschung geführt, die der BBCS eine Einschätzung der heute präsenten Arten ermöglichen. Zusätzlich wünscht man sich eine Liste der getöteten oder gefangenen Tiere in Großbritannien. Momentan sind neunzehn Kadaver auf dieser Liste, darunter Pumas, verschiedene Luchse und einige Exoten.

Die BBCS wird ihre Forschungen weiterführen und sich sowohl auf ihr Kamera-Projekt als auch verstärkter wissenschaftlicher Beweissuche widmen. Danny Bamping: "Die BBCS sollte weiterhin wachsen und sich bemühen die unbeantworteten Fragen zu beantworten, so zum Beispiel wie viele und welche Arten es gibt, ob sie sich fortpflanzen und ob sie eine Gefahr für Menschen und Nutz-/Haustiere darstellen. Persönlich möchte ich herausfinden, was es mit diesen schwarzen Katzen auf sich hat, da nicht alle große domestizierten Katzen oder Wildkatzen sein können und genauso wenig schwarze Leoparden!" Die BBCS, die sich vor rund vier Jahren gründete, hat sich in der Zwischenzeit signifikant vergrößert und verfügt nun über Mitglieder in ganz Großbritannien. Ihre Stimme hat für ein verstärktes Verständnis für exotische Katzenarten in Britannien gesorgt und es dem einzelnen erlaubt mit seinen Sichtungen und Begegnungen an eine Stelle zu wenden die ihn ernst nimmt und über ein entsprechendes Netzwerk verfügt die die Berichte überprüft.

Am Rande merkt der Zoologe und Berater der BBCS Chris Mosier an, dass die Freilassung von exotischen Katzenarten zwar eine kriminelle Handlung sei, jedoch möglicherweise nicht immer eine schlechte Idee. Viele Biologen glauben demnach, dass die Populationen von Beutetieren zu groß sind und nicht ausreichend Jäger zur Kontrolle des Gleichgewichts vorhanden sind. Die Wiederansiedlung des Luchses mag sofern sie korrekt durchgeführt wird, zur Wiederherstellung dieses Gleichgewichts führen. Angesichts der großen terroristischen Bedrohungen, der damit einhergehenden Verschärfung der Waffenkontrolle und der nicht mehr akzeptierten Hundejagd, mag die Rückkehr einer der lang verlorenen Jäger für die Farmer und Landeigner Hoffnung geben.

http://www.britishbigcats.org
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Studie von April 05 bis Juli 06 veröffentlicht

Beitragvon Marozi » 24.09.2006 14:37

Die Anzahl der Großkatzen in Großbritanniens Wildnis steigt nach der letzten Analyse der British Big Cats Society (BBCS). Der in der April-Ausgabe des BBC Wildlife-Magazins veröffentlichte Bericht umfasst den Zeitraum von April 2004 bis Juli 2005. 2123 Sichtungen von Großkatzen wurden in dieser Zeit bekannt, der Großteil wiederum im Nordwesten mit Devon, Cornwall und Somerset. Schottland wurde von Devon an der Spitze der Top Ten abgelöst und steht nunmehr an dritter Stelle mit einem 50 %igen Fall der Sichtungen. An vierter Stelle steht Wales mit 123 Berichten.

60 % der Sichtungen berichten über schwarze Katzen, 32 % über braun- oder sandfarbene Felide, von denen die BBCS annimmt es handle sich um Pumas. Luchse bzw. luchsartige Katzen machen nur etwa 6 % der Berichte aus. Auch neue Beweise wie z. B. der Schädel eines im Juli 2005 von einem Farmer aus Devon gefundenen Puma werden präsentiert. Insgesamt gab es drei Attacken auf Pferde, über 35 Fälle von Schafstötungen, mehrere bestätigte und mit Gipsabdrücken gesicherte Pfotenspuren und 17 Berichte über eine Großkatze mit Jungen (was einen immer größeren Trend darstellt und auf sich fortpflanzende Tiere hinweist). Auch gelang es über ein Dutzend Haarproben, die jetzt auf ihre Analyse warten zu sammeln.
Hinweise auf 23 Freilassungen von Großkatzen in die Wildnis seit dem Bestehen des Dangerous Wild Animals Act von 1976 konnte die BBCS erlangen. Darunter ein Panther (d. h. ein schwarzer Leopard), Pumas, Luchse und weitaus exotischere Katzen wie Karakale, Ozelots und Dschungelkatzen.

Sophie Stafford, Redakteur des BBC-Magazins: "Der Gedanke, dass Großkatzen die britische Wildnis durchstreifen hat die Vorstellungskraft vieler Leute gefangen genommen, aber der Nachweis ihrer Existenz war bis heute unmöglich. Mit neuen Beweisen und steigenden Sichtungen, ist die British Big Cats Society jetzt nahe daran um einen konkreten Beweis ihrer Präsenz zu erbringen."

Dabei nimmt die BBCS nicht aus, dass es in den letzten Jahren mehrere Hoaxes, darunter das Foto eines angeblichen schwarzen Panthers aus dem April 2005, entlarven konnte. Statt einer echten Großkatze handelte es sich um ein Spielzeugtier. "Das ist ein gutes Beispiel, wie einfach es ist einen Hoax zu produzieren," so der Sprecher der Gesellschaft Danny Bamping. "Dieses Jahr waren wir in der Lage mehr Hinweise mit größerem Detail zu studieren und errechneten, dass weniger als ein Drittel aller berichteten Sichtungen keine Großkatzen waren - entweder weil die Leute ihre Sichtung verwechselten oder die Berichte zu vage waren. Es gibt auch die Leute, die während des Reports berichten es sähe aus wie Der rosafarbene Panther, Garfield, Top Cat oder Simba."

Die BBCS hofft nun für Unterstützung durch die Regierung, speziell durch die Polizei und Defra. Interesse seitens einiger regionalen Polizeibehörden besteht. So sammelt z. B. der Naturschutzpolizist Mark Robson seit 1999 Sichtungsberichte und entwickelte einen Plan wie sich Polizisten bei Berichten über Großkatzen verhalten sollten. Zudem baut Robson zusammen mit der Gesellschaft eine nationale Datenbank von Großkatzenreporten auf, um die Bewegungen der Tiere nachzuvollziehen. Defra hingegen sieht die Angelegenheit skeptisch. "Basierend auf den Hinweisen, glaubt Defra nicht das in der Wildnis von England Großkatzen leben," so ein Sprecher.

Dennoch findet die Suche nach Großkatzen insgesamt großes Interesse. So beispielsweise auch bei der IUCN Cat Specialist Group. "Fossile Hinweise deuten auf das Überleben des Luchses in Großbritannien bis vor 1500 Jahren hin, sein Aussterben erfolgte aufgrund des Menschen und nicht durch Umweltveränderungen. Nun besteht wachsendes Interesse in der Idee den Luchs in Großbritannien wieder anzusiedeln. Wenn es demonstriert werden könnte, dass Großkatzen in der britischen Wildnis mit kleiner oder keiner Auswirkung auf Menschen oder deren Haustiere leben können, würde dies den Plan stärken."

British Big Cats Society
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Beitragvon Sven » 24.09.2006 16:10

Interessanter Bericht, aber irgendwie meine ich mich dunkel zu erinnern, dass weder Luchs noch Puma Großkatzen sind. Grad durch solche aussagen nehmen sie sich selbst die Glaubwürdigkeit...
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Beitragvon Marozi » 24.09.2006 16:34

Hallo Sven,

ich fürchte mitunter hat der Text auch durch die Übersetzung etwas gelitten. "big cats" steht auch für "große Katzen", daher bitte meine Flüchtigkeitsfehler nicht dem BBCS anlasten. Was nun Puma und Luchs angeht, hilft uns unser Freund Wiki Pedia. :wink:
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Beitragvon Sven » 25.09.2006 23:39

Na denn will ich nochmal ein Auge zudrücken.

Warum brauchen die bei sowas eigentlich immer so ewig um Haarproben zu analysiren?
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