"Mockumentarys" alias Fake- Dokumentationen

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"Mockumentarys" alias Fake- Dokumentationen

Beitragvon Quagga » 03.09.2015 00:41

Hallo zusammen!

Ich muss meinem dicken Hals leider echt mal allmählich ein bisschen Luft machen!
Bin nun bereits zum zweiten Mal auf eine "Doku" vom Discovery Channel hereingefallen, die wirkliche Begebenheiten mit total fiktivem Quatsch vermengt und das ganze dann als seriöse Ermittlungen zu kryptozoologischen Fällen darstellt.

Die erste ging um den Megalodon, wo angeblich in Südafrika ein riesiger Hai ein Boot zum Kentern brachte und die vier oder fünf Mann Besatzung nie wieder gesichtet wurden. Im Verdacht stand ein "riesiger weißer Hai", um die 9 m lang, namens "Submarine", nach dem mit nicht unerheblichem Aufwand "gesucht" wurde, aber natürlich verlief die Expedition mysteriös ergebnislos.
Soweit ja ganz nett und ja auch nicht ganz und gar unmöglich, und da wurde auch ein Riesenaufwand mir Unterwasserkameras gemacht, stationär am Meeresgrund eines Schelfrandes und auch mobile, Taucher, mehrere Boote, pipapo. Doch mit Fortgang der "Doku" wirkten die Doktoren und Professoren und deren Agieren dann doch zunehmend unverhältnismäßig, eher gespielt, und nach dem Recherchieren erwies sich dann: Mockumentary...
Zusammengesetzt aus "mock" (engl. to mock- verspotten...) und "Documentary", eben Mockumentary... Da ärgerte ich mich schon einigermaßen, weil das ganze Ding eigentlich richtig professionell aufgezogen war und wirklich vom Vorgehen her lupenrein gemacht war...

So, und nun kürzlich die zweite, Titel, glaube ich, "Djatlov- Pass- Der russische Yeti":
Gesponnen um die Vorfälle am russischen Djatlov- Pass, wo im Winter 1959 neun russische Studenden auf mysteriöse und bis heute offiziell nicht geklärte Art ums Leben kamen. Deren Zelt war von innen zerschnitten, die Leichen fand man in Unterwäsche anderthalb Kilometer weiter in einem Waldsaum, teils mit gebrochenen Rippen, eine Studentin ohne Augen und Zunge- alles sehr dubios...
Die Verdächte gehen dabei von den armen Aliens (die irgendwie für alles herhalten müssen) über's russische Militär, die da geheime Raketentests machten und keine Zeugen gebrauchen konnten bis hin zu einem russischen Yeti, genannt "Menk" (von dem ich dato das erste Mal hörte).

Auch diese "Doku" war einwandfrei aufgezogen, zwar mit auf Alt getrimmten Zwischensequenzen, die das Geschehen im groben nachstellten und in denen auch ein wenig zu viel panisch geschrien wurde, und auch vermengt mit immer denselben Fotos der Leichen, aber an sich auch richtig aufwändig.
Mit Reisen zum angeblichen Ort des Geschehens, Befragens der letzten Zeitzeugen (unter anderem den einzigen beiden noch lebenden Männern des damaligen Suchtrupps) und sogar Jeff Meldrum (!) als Sachverständigem zu kryptiden Großprimaten...
Durch Jeff Meldrums Mitwirken war ich nach den ersten aufgekeimten Zweifeln noch absolut geneigt, die Sache dennoch ernst zu nehmen, weil auch ein Bild aus dem Archiv der Studenten auftauchte, eines der letzten von ihnen gemachten, welche eine relativ unidentifizierbare Gestalt an einem Baum zeigten, von dem auch noch das Negativ existierte, welches einer der überlebenden Suchtrupp- Männer dann präsentierte.
Die russische Dolmetscherin jedoch wirkte in den Interview- Zwischensequenzen immer gespielter, und dann wurde es auch völlig unlogisch.
Ein "einheimischer Jäger" zeigte dem Forscher und der Dolmetscherin eine Höhle, in der "keinesfalls Bären ihren Winterschlaf hielten". Darinnen fand man dann "Moosnester", die indes wie einfach vor kurzem wirr reingeschüttetes Moos wirkten, und statt da nach Haaren etc. zu fahnden, beschließt der taffe Forscher dann mal eben, in der Höhle zu zelten, um abzuwarten, was reinkommt oder auch nicht...
Natürlich hört er auch prompt was, rennt aus dem Zelt, lässt die Frau da alleine drinnen, rennt irgendwas hinterher und findet, oh Wunder, in einem anderen Höhlengang NOCH ein Nest, na sowas...

Auch hier habe ich, nachdem ich eigentlich schon nach der Hälfte keinen Bock mehr hatte, zu Ende gekuckt, aber wie erwartet ein völlig ungeklärter Ausgang, mysteriös- nebulöse Worte des Abschlusses, fertig. Und auch hier ergab ein Nachgoogeln- Mockumentary"! Erneut"!
Und beide vom Discovery Channel, von dem ich eigentlich mehr erwartet hatte...
Steve Irwin ist fast 10 Jahre tot, Jeff Corwin und all die anderen Profilneurotiker längst nicht mehr interessant, so dass die sich was neues ausdenken müssen? Und dafür eben mal Fakten mit Fiktion vermengen, was ja an sich als Buchgeschichte ok ist, das dann aber allen Ernstes tausenden Leuten als echt verkaufen wollen?

Vielleicht ist ja einer von Euch auch auf diesen Schmonz hereingefallen- falls nicht, warne ich Euch hiermit davor (es soll wohl auch so ein Teil über Meerjungfrauen geben, was ja noch als Käse zu entlarven wäre...). Und wüsste ansonsten gerne mal, was diese dumme Masche mit den Mockumentarys soll, ob die Leute nur noch für dumm gehalten werden, und was Ihr davon haltet :(?

Grüße,
Andreas
"If i see a track i know something made it!"
Weise Erkenntnis eines Hobby- Kryptozoologen :gut:
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