Das "Twitter-Monster" von Texas City, Texas

See-, Fluß- und Meeresungeheuer

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Das "Twitter-Monster" von Texas City, Texas

Beitragvon TasmanischerTiger » 22.09.2017 13:00

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In den letzten Wochen erregte ein Tweet der Mitarbeiterin der National Audubon Society (einer us-amerikanischen Vogelschutz-Gesellschaft) Preeti Desai große Aufmerksamkeit. Sie hatte am 7. September 2017 nämlich bei einer Strandbegehung im texanischen Ort Texas City am Golf einen für sie rätselhaften "Seemonster-Kadaver" entdeckt und die versammelte Twitter-Belegschaft um Hilfe bei der Identifikation gebeten.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis dem vermeintlichen Seeungeheuer, das womöglich gar der Hurrikan Harvey aus seinem unterseeischen Versteck gehoben hatte, durch kundige Ichthyologen ein Name gegeben werden konnte. Die scheinbar durch eine muntere Raterunde, in der sie sich gegenseitig besonders schwere Fälle vorlegen, gut im Training stehenden Ichthyolgen kamen schnell auf die Lösung: Ihr Guru Benjamin Frable vom Scripps Institution of Oceanography der UCSD war wohl am schnellsten.
Es handelt sich nach menschlichem Ermessen - ein gewisser Restzweifel bleibt aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung bestehen - um einen Schlangenaal der Art Aplatophis chauliodus, der im gesamten Golf von Mexiko verbreitet ist. Einen deutschen Namen gibt es für diesen bis zu 84 cm großen Vertreter der Schlangenaale leider nicht, die sich in 30 bis 100 m Tiefe zum größten Teil in sandiges Sediment eingraben und sich mit ihrer köderartigen Zunge kleinere Fische und Krustentiere zwischen die Zähne locken.
Hier zum Eintrag in der Fishbase (http://www.fishbase.org/summary/7550)
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