| International Society of Cryptozoology (ISC) | ![]() | ![]() |
| Geschrieben von: Marozi | |||
| Dienstag, den 19. September 2006 um 02:00 Uhr | |||
Gründung
Die Auswahl der Gründungs- beziehungsweise der Gesellschaftsratsmitglieder (engl.: Board of Directors) erfolgte anhand von Überlegungen möglichst viele internationale und möglichst solche Wissenschaftler zu finden, die die zahlreichen biologischen Disziplinen, mit denen die Kryptozoologie beschäftigt ist, repräsentieren. Nach diesen Gesichtspunkten wurden von den beiden Initiatoren bereits vorab zahlreiche Forscher kontaktiert und zu ihrer Bereitschaft in einer kryptozoologischen Organisation als führendes Organ mitzuwirken befragt. In den Vorstand aufgenommen wurden schließlich (in alphabetischer Reihenfolge):
Aus diesem inneren Kreis wurden Dr. Bernard Heuvelmans als Präsident1 , Dr. Roy P. Mackal als Vize-Präsident und J. Richard Greenwell als Sekretär, Kassenverwalter und Redakteur der ISC-Publikationen gewählt. Relativ bald nach der Gründung zeigte sich ein vergleichsweise großes internationales Interesse, was angesichts steigender Mitgliederzahlen in verschiedenen europäischen Ländern am 01. Januar 1985 zur Gründung eines Sekretariats der Gesellschaft in Europa führte. Geleitet wurde die in der Schweiz nahe Genf (Prangins) gelegene Außenstelle, die als Ansprechpartner für europäische Mitglieder, die Presse und Interessenten diente, von Dr. Ned Winn. Das Europa-Büro der Gesellschaft führte seine Arbeit sechs Jahre lang aus, wurde schließlich aber zum Ende des Jahres 1990, bedingt durch den Umzug von Dr. Winn nach Übersee, geschlossen. ZieleDie ISC sollte dazu dienen,
Zur zweitägigen Gründungskonferenz, zu der sich außer dem Gastgeber Dr. Zug auch die Gründungsmitglieder Dr. Gennaro, Dr. Heuvelmans, Dr. Krantz, Dr. LeBlond, Dr. Mackal sowie die Herren Greenwell und Wood in Washington D.C. einfanden, wurde als erstes die oft gestellte Frage diskutiert, was Kryptozoologie ist und mit was sich die Gesellschaft zukünftig befassen sollte. Nachdem eine längere Debatte über die Definition und die bislang verwendeten literarischen Begrifflichkeiten entstand, einigte man sich schließlich in Erweiterung der bestehenden Begriffsbestimmung darauf, dass Kryptozoologie „auch die mögliche Existenz von bekannten Tieren in Gebieten in denen sie nicht erwartet oder bekannt (weder jetzt noch in der Vergangenheit) sowie auch das unbekannte Weiterbestehen ausgestorben gedachter Tiere in die Gegenwart oder die jüngste Vergangenheit" enthalten sollte. Festgestellt wurde zudem, dass Kryptozoologie keine Restriktionen aufgrund der Größe von Kryptiden beinhalten sollte. Ein Konsens wo man die dennoch notwendige Grenze bei der Größenfrage ziehen muss, fand sich jedoch nicht. Einigkeit bestand aber darin, dass ein Tier nicht „unbekannt" oder „ausgestorben" sein muss, um für die Kryptozoologie von Interesse zu sein. Es muss vielmehr „unerwartet" sein. Demnach wurde in die Verfassung der ISC die Absicht der Gesellschaft zur „Förderung wissenschaftlicher Untersuchungen, Bildung und Kommunikation unter Leuten, die an Tieren unerwarteter Form oder Größe oder unerwartetem zeitlichen und räumlichen Vorkommen interessiert sind" aufgenommen. Die ISC veröffentlichte ihre Absichten zudem auch in folgender Stellungnahme: Absichten der Society Die Absicht der International Society of Cryptozoology (ISC) ist es als Fokus für die Ermittlungen, Analysen, Publikationen und Diskussionen aller Art zugehörig zu dem berichteten Vorkommen zoologisch unverifizierter oder „unerwarteter" Tiere zu dienen; das sind, vermutete Tierarten durch Augenzeugen berichtet und oftmals in historischen Erzählungen, Kunstwerken und Folklore dargestellt, die jedoch unbekannt - oder unakzeptiert - für die systematischen Zoologie blieben. Solche Tiere könnten 1) Arten der Zoologie unbekannt; 2) bekannt aber als ausgestorben gedachte Arten oder Formen; 3) bekannte Arten drastisch außerhalb ihres angenommenen Verbreitungsgebietes; oder 4) bekannte Arten, aber von ungewöhnlicher individueller Größe, Form, Musterung oder Farbe sein. Die Society erkennt, dass über die Existenz solcher Tiere eine sehr emotional geführte Debatte geführt wurde und dass die zukünftige Arbeit in diesem Gebiet nicht ohne Kontroversen bleiben wird. Wie dem auch sei, die Society versucht diese Themen in einer strikt objektiven Art zu behandeln, den etablierten wissenschaftlichen Prinzipien und Methoden folgend. Eines der Hauptziele der Society ist die Verbreitung kryptozoologischer Information. Dies schließt Augenzeugenberichte als auch die Analyse solch unterstützender Beweise wie Fotografien, Film oder Videoaufnahmen, Sonarspuren, Gipsfußabdrücke, und Gewebe- oder Haarproben ein. Die Society, geleitet durch einen Verwaltungsrat von professionellen Wissenschaftlern, dient auch als Forum für öffentliche Diskussionen und Unterrichtung sowie zur Bereitstellung zuverlässiger Informationen für öffentliche Stellen und die Medien. [...] Rechtlicher Status
Symbol der GesellschaftDas s/w-farbene Logo des ISC besteht aus einem von der Seite gezeichneten Okapi in der Mitte eines Doppelkreises in dem in der oberen Bogenhälfte der Schriftzug „INTERNATIONAL SOCIETY OF CRYPTOZOOLOGY". Verschiedentlich wurde in der unteren Bogenhälfte das Gründungsdatum mit „EST. 1982" angegeben. MitgliedschaftDie Mitgliedschaft in der ISC stand jedem Interessierten ohne weitere Vorbedingungen offen und berechtigte zur kostenlosen Teilnahme an den Mitgliedertreffen sowie zum Bezug der von der Gesellschaft publizierten Periodika. Die Kosten hierfür betrugen anfänglich fünfundzwanzig Dollar pro Jahr, ab 1989 wurde der Beitrag aufgrund gestiegener Unkosten auf dreißig Dollar erhöht. Der Hauptteil der Unkosten wurde durch die so genannten „unterstützenden Mitglieder" (engl.: Sustaining Members) getragen, die hierfür mit einer namentlich Nennung im ISC-Newsletter honoriert wurden. Zum „unterstützenden Mitglied" wurde schlicht derjenige, der eine Spende (in unbegrenzter) Höhe über den normalen Mitgliedsbeitrag hinaus tätigte. Seit 1989 ordnete man diese Mitglieder organisatorisch in vier Kategorien je nach Höhe der Spende ein (1. Kategorie: Geldspenden bis zu 29 $; 2 Kategorie: Geldspenden zwischen 30 $ und 99 $; 3. Kategorie: 100 $ bis 1.000 $; 4 Kategorie: 1.000 $ und mehr). Eine Spende ab 1.000 Dollar führte neben der Bezeichnung „Wohltäter" (engl.: Benefactor) und der namentlichen Nennung in den ISC-Publikationen automatisch zu einer lebenslangen Mitgliedschaft2 . Aktivitäten und PublikationenZu den Hauptaktivitäten der ISC gehörte die Publikation zweier Periodika:
Viele der Mitglieder betätigten sich als eigenständige Autoren, weshalb die ISC und ihre Arbeit in deren älteren Büchern oft auf den ersten oder den letzten Seiten mehr oder weniger ausführlich dargestellt wird. Die Gesellschaft selbst verlegte kein Buch, lediglich die Mitarbeit am „Field Guide to the Sasquatch" von David Gorge Geordon firmierte unter dem Namen der ISC3 . Ein Ziel der Organisation war die öffentliche Unterrichtung über kryptozoologische Themen. Hierfür wurden neben den erwähnten Periodika und gelegentlichen Vorträgen bei zoologischen Veranstaltungen zudem die jährlichen ISC-Treffen genutzt, die auch für Nicht-Mitglieder der Gesellschaft zugänglich waren. Während des Bestehens der ISC wurden insgesamt mehr als zehn internationale Treffen abgehalten u. a. an der University of British Columbia, Vancouver (Kanada, 1982), New York University, New York (USA, 1983), University of Paris VI, Paris (Frankreich, 1984), Hubbs-Seaworld Research Institute, San Diego (USA, 1985), University of Chicago, Chicago (USA, 1986), Königliches Museum/Nationales Museum Schottland, Edinburgh (Großbritannien, 1987), University of Maryland, College Park (USA, 1988), Washington State University, Pullman (USA, 1989), University of Surrey, Guildford (England, 1990) und an der A. & M. University, Galveston (USA, 1991). Die finanzielle Unterstützung von Expeditionen, gab die ISC nach einer internen Untersuchung im Juli 1984 auf. Neben der schlechten eigenen wirtschaftlichen Situation wurde unter anderem der Aufwand wie beispielsweise die Kontrolle der Ergebnisse, und die „Konkurrenz" zu bereits etablierten Gruppen zu groß. Damit stand die ISC nur noch zur Publikation von eigenständigen und unabhängigen Expeditionen seitens der Mitglieder zur Verfügung. Finanzprobleme, Inaktivität und StilllegungSeit der Gründung der ISC im Jahr 1982 bestand das größte Problem der Organisation in ihrer Finanzierung. Neben den laufenden Verwaltungskosten, die eine Gesellschaft mit sich brachte4 , den Kosten für das gemietete Büro sowie für das Arbeitsentgelt von J. Richard Greenwell musste zudem auch eine ausreichende Finanzierung für die Herausgabe der Publikationen aufgetrieben werden. So verursachte beispielsweise bereits zu Beginn die Veröffentlichung der 1. Ausgabe des Journals „Cryptozoology" Kosten, die durch mangelndes Startkapital und fehlenden Überschuss auch in den nächsten Jahren nicht kompensiert werden konnten. So musste das Journal regelmäßig von noch nicht vorhandenen Einnahmen des folgenden Jahres gedruckt werden.
Verschiedene Gründe, darunter vor allem die lange Krankheit des federführenden Redakteurs J. Richard Greenwell, führten letztlich dazu, dass seit 1993 die Publikationen nicht mehr in ihrem gewohnten Rhythmus veröffentlicht werden konnten. Die Ausgaben 12 und 13 des Journals „Cryptozoology" umfassten deshalb mehrere Jahre (1993 bis 1996 bzw. 1997 bis 1998), in denen sonst kaum nennenswerten Aktivitäten des ISC verzeichnet werden konnten. Die Mitgliedsbeiträge wurden somit de facto ohne eine entsprechende Gegenleistung einbehalten und einem unbestimmten Verwendungszweck zugeführt. Der Tod wichtiger Gesellschaftsratsmitglieder wie beispielshalber von Dr. Bernard Heuvelmans und Dr. Grover S. Krantz tat ein Übriges hinzu. Angesichts der jahrelangen Inaktivität der ISC ohne irgendeine offizielle Erklärung seitens des Gesellschaftsrats ließ Vizepräsident Dr. Roy P. Mackal am 28.07.2004 durch Loren Coleman verkünden, dass „die ISC keine jetzt funktionierende Entität ist. Weder Richard Greenwell noch sonst jemand hat die Autorität um überhaupt eine Aktion zu unternehmen ohne Anweisung einer Mehrheit der Gesellschaftsratsmitglieder oder einer exekutiven Anweisung von mir, Roy P. Mackal, Vizepräsident der ISC." Trotz dieser Verlautbarung wurde gegen Ende 2004 die seit Jahren bereits abgemeldete Webseite der ISC auf Betreiben von J. Richard Greenwell unter einer neuen Adresse wieder online geschaltet und Interviews im Namen der Gesellschaft gegeben. Greenwell plante für die Zukunft die ISC wieder zu beleben, doch sein Tod im November 2005 bedeutete auch für diesen (nominellen) Versuch das Ende.
Quellenverzeichnis:
Bildnachweis:
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