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Nachruf auf den Cryptodracontologisten Jaques Boisvert Drucken E-Mail
Montag, den 27. Februar 2006 um 20:09 Uhr
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{mosimage}Am 4. Februar 2006 verstarb im Alter von 73 Jahren der bekannte Monsterjäger, Taucher und Historiker Jaques Boisvert, auf dessen Suche das Wort "Dracontology" zurückgeht.

Boisvert wurde am 11. Oktober 1932 in Magog (Quebec) als viertes von fünf Kindern geboren. Er arbeitete lange Zeit für die Versicherung seines Vaters, im Investment- und Skimanagement. Seine Leidenschaft galt jedoch seit 1960 dem Tauchen. Allein 5.500 Tauchgänge unternahm er im Lake Memphremagog. Gleichzeitig interessierte er sich sehr für die lokale Historie und gründete 1980 die Lake Memphremagog Historical Society. Damit kam er auch nicht umhin sich mit dem Seemonster auseinanderzusetzen. Seine Recherchen brachten es erst an die weltweite Öffentlichkeit, weswegen er auch die Ehre in Anspruch nahm es zu benennen und diesen Namen in Kanada offiziell zu registrieren - Memphre.

Während seiner Nachforschungen am Memphrémagog-See fragte er in den achtziger Jahren einen Mönch und Linguisten der Benediktiner-Abbey von St-Benoît-du-Lac nach einem Wort für die Wissenschaft von seltsamen, unidentifizierten seebewohnenden Kreaturen, woraufhin dieser den Begriff „dracontologie" fand. Boisvert, der bald von den Medien als Cryptodracontologist betitelt wurde, definierte Dracontologie strikt als „die Studie von der Wissenschaft unbekannten Seetieren". Im Dezember 1984 wurde der Begriff von offizieller Seite anerkannt und 1985 auch in den englischen Wörterbüchern registriert. Dr. Bernard Heuvelmans, der moderne Begründer der Kryptozoologie, akzeptierte nach den Angaben von Boisvert das Wort als Bezeichnung für diesen großen Teil der kryptozoologischen Disziplin. Dracontologie wurde von vielen Autoren im Laufe der Zeit nicht mehr in der eigentlichen Definition verwendet, sondern für alle wasserbewohnenden Kryptiden gebraucht.

In den neunziger Jahren geriet der tatsächlich eher selten genutzte Begriff, der nie eine so große Akzeptanz erzielte wie "Kryptozoologie" selbst, in Kritik. 1965 stellte der Linguist Michael Quinion fest, dass sich „dracontologie" eigentlich auf die Studie von Drachen bezieht, da es sich vom griechischen „drakon", Schlange oder sinnhaft "Drache", ableitet. Noch heute ist der Begriff jedoch in Gebrauch, da es eines besseren mangelt.

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