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Neue Kapuzineraffenart (wieder)entdeckt? Drucken E-Mail
Freitag, den 19. Mai 2006 um 21:32 Uhr
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{mosimage}Brasilianische Wissenschaftler um Antonio Rossano Mendes Pontes, Professor für Zoologie an der Federal University of Pernambuco, verkündeten in einem Telefoninterview mit Forbes am Donnerstag durch Zufall eine neue Kapuzineraffenart in den nordöstlichen Regenwäldern des Landes gefunden zu haben. Sie benannten die im Journal Zootaxa beschriebene Art Cebus queirozi. „Sobald ich den Affen mit seinem gold-gelben Haar und der weißen Tiara auf dem Kopf sah, wusste ich es ist eine neue Art" so Pontes. Ein Männchen wiegt nach Schätzungen ca. 2900 Gramm und misst 81 Zentimeter vom Kopf bis zum Schwanz. Etwa 32 Tiere halten sich laut Pontes im Gebiet, rund 1200 Meilen von der Hauptstadt von Pernambuco Recife, auf.

Einige Paläontologen stellen jedoch die neue Art bereits in Frage. Sie gehen vielmehr davon aus, es handle sich um die Wiederentdeckung der Affenart Simia flavia, die vom deutschen Taxonom Christian Daniel von Schreber im 18ten Jahrhundert beschrieben und als Abbildung gezeichnet wurde. Danach wurde S. flavia nie wieder gesehen. Auch Mario de Vivo, Primatologe an der University of Sao Paulo sieht eine haargenaue Übereinstimmung. „Aber wir wissen es nicht genau, denn Pontes behielt kein Exemplar des Affen." Vielmehr fing er ein Tier, untersuchte und fotografierte es und entließ es dann aufgrund der vermutlich kleinen Population wieder in die Wildnis. Wissenschaftlich gesehen fehlt somit der grundlegende Holotypus.

Vivo merkt zur Problematik der neuen Art an, dass Schrebers Zeichnung von C. queirozi aber auch differiert, da das auffällige weiße Band von Ohr zu Ohr, fehlt. Dies könnte jedoch auch mit dem Alter des Tieres in Verbindung stehen.

"Aber auch wenn es nur eine Wiederentdeckung ist, ist sie sehr wichtig das ein so großer Affe so lange unbemerkt blieb" so Vivo. Hierzu könnte das relativ unzugängliche Sumpfgebiet beigetragen haben. Nur durch Zufall fanden sie die Affen während ihrem fünfjährigen Forschungsprojekt, dass sie durch vierundzwanzig Waldfragmente des Staates führte. Ihrem Führer war die Affenart bekannt und er wies sie auch darauf hin. Geglaubt hatten sie ihm jedoch kein Wort, da das Gebiet sehr klein war. „Es ist unglaublich, dass im einundzwanzigsten Jahrhundert keine extensive Suche nach kleinen und großen Säugetieren im Areal stattfand" so Pontes.

Forbes
Zootaxa (PDF-File des Journals)
Simia flavia (Zeichnung)

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