{mosimage}Die Anzahl der Großkatzen in Großbritanniens
Wildnis steigt nach der letzten Analyse der British Big Cats Society
(BBCS). Der in der April-Ausgabe des BBC Wildlife-Magazins
veröffentlichte Bericht umfasst den Zeitraum von April 2004 bis Juli
2005. 2123 Sichtungen von Großkatzen wurden in dieser Zeit bekannt, der
Großteil wiederum im Nordwesten mit Devon, Cornwall und Somerset.
Schottland wurde von Devon an der Spitze der Top Ten abgelöst und steht
nunmehr an dritter Stelle mit einem 50 %igen Fall der Sichtungen. An
vierter Stelle steht Wales mit 123 Berichten. 60 % der Sichtungen berichten über schwarze Katzen, 32 % über
braun- oder sandfarbene Felide, von denen die BBCS annimmt es handle
sich um Pumas. Luchse bzw. luchsartige Katzen machen nur etwa 6 % der
Berichte aus. Auch neue Beweise wie z. B. der Schädel eines im Juli
2005 von einem Farmer aus Devon gefundenen Puma werden präsentiert.
Insgesamt gab es drei Attacken auf Pferde, über 35 Fälle von
Schafstötungen, mehrere bestätigte und mit Gipsabdrücken gesicherte
Pfotenspuren und 17 Berichte über eine Großkatze mit Jungen (was einen
immer größeren Trend darstellt und auf sich fortpflanzende Tiere
hinweist). Auch gelang es über ein Dutzend Haarproben, die jetzt auf
ihre Analyse warten zu sammeln. Hinweise auf 23 Freilassungen von großen Katzen in die Wildnis seit
dem Bestehen des Dangerous Wild Animals Act von 1976 konnte die BBCS
erlangen. Darunter ein Panther (d. h. ein schwarzer Leopard), Pumas,
Luchse und weitaus exotischere Katzen wie Karakale, Ozelots und
Dschungelkatzen. Sophie Stafford, Redakteur des BBC-Magazins: "Der
Gedanke, dass Großkatzen die britische Wildnis durchstreifen hat die
Vorstellungskraft vieler Leute gefangen genommen, aber der Nachweis
ihrer Existenz war bis heute unmöglich. Mit neuen Beweisen und
steigenden Sichtungen, ist die British Big Cats Society jetzt nahe
daran um einen konkreten Beweis ihrer Präsenz zu erbringen." Dabei nimmt die BBCS nicht aus, dass es in den letzten Jahren mehrere
Hoaxes, darunter das Foto eines angeblichen schwarzen Panthers aus dem
April 2005, entlarven konnte. Statt einer echten Großkatze handelte es
sich um ein Spielzeugtier. "Das ist ein gutes Beispiel, wie einfach es ist einen Hoax zu produzieren," so der Sprecher der Gesellschaft Danny Bamping. "Dieses
Jahr waren wir in der Lage mehr Hinweise mit größerem Detail zu
studieren und errechneten, dass weniger als ein Drittel aller
berichteten Sichtungen keine Großkatzen waren - entweder weil die Leute
ihre Sichtung verwechselten oder die Berichte zu vage waren. Es gibt
auch die Leute, die während des Reports berichten es sähe aus wie Der
rosafarbene Panther, Garfield, Top Cat oder Simba." Die BBCS hofft nun für Unterstützung durch die Regierung, speziell
durch die Polizei und Defra. Interesse seitens einiger regionalen
Polizeibehörden besteht. So sammelt z. B. der Naturschutzpolizist Mark
Robson seit 1999 Sichtungsberichte und entwickelte einen Plan wie sich
Polizisten bei Berichten über Großkatzen verhalten sollten. Zudem baut
Robson zusammen mit der Gesellschaft eine nationale Datenbank von
Großkatzenreporten auf, um die Bewegungen der Tiere nachzuvollziehen.
Defra hingegen sieht die Angelegenheit skeptisch. "Basierend auf den
Hinweisen, glaubt Defra nicht das in der Wildnis von England Großkatzen
leben," so ein Sprecher. Dennoch findet die Suche nach Großkatzen insgesamt großes Interesse. So beispielsweise auch bei der IUCN Cat Specialist Group. "Fossile
Hinweise deuten auf das Überleben des Luchses in Großbritannien bis vor
1500 Jahren hin, sein Aussterben erfolgte aufgrund des Menschen und
nicht durch Umweltveränderungen. Nun besteht wachsendes Interesse in
der Idee den Luchs in Großbritannien wieder anzusiedeln. Wenn es
demonstriert werden könnte, dass Großkatzen in der britischen Wildnis
mit kleiner oder keiner Auswirkung auf Menschen oder deren Haustiere
leben können, würde dies den Plan stärken." British Big Cat Society |