| Mittwoch, den 07. März 2007 um 20:16 Uhr |
Wie der Baden-Württembergische Landwirtschaftsminister Peter
Hauk heute in Stuttgart verkündete, leben tatsächlich wieder Wildkatzen im
„Ländle". Analysen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg
bestätigten, dass zwei Tiere aus der Region Kaiserstuhl im Oberrheingraben
sowohl die äußeren morphologischen als auch die genetischen Merkmale der
Wildkatze (Felis silvestris) aufweisen und es sich somit nicht um
beispielsweise verwilderte Hauskatzen handelt. Seit die wahrscheinlich letzten
beiden Wildkatzen in Baden-Württemberg in den Jahren 1911 und 1912 bei
Lienzingen im Enzkreis und in Leutershausen im Rhein-Neckar-Kreis erlegt
wurden, gab es keinen gesicherten Nachweis ihrer Existenz im Land. Tot
gefundene Katzen und Museumsmaterialien aus der Zeit nach 1912, erwiesen sich
stets als gewöhnliche Hauskatzen. Die beiden untersuchten Wildkatzen, ein männliches
und ein weibliches Tier, waren im Rahmen des so genannten Wildmonitorings unter
mehreren bei Verkehrsunfällen getöteten Katzen aufgefunden worden. Ihre genaue
Herkunft ist unklar. Das letzte Rückzugsgebiet der Wildkatzen vor 1912 lag im
Schwäbisch-Fränkischen Wald, in der Region Stromberg-Heuchelberg, im Schönbuch,
auf der Ostalb und im Nordschwarzwald. Die beiden untersuchten Exemplare sind
vermutlich aber aus den nahe gelegenen Vogesen eingewandert, wo es eine stabile
Population gibt. Sichtungen, die man jedoch aufgrund der Verwechslungsgefahr
mit der Hauskatze nicht verifizieren kann, wurden auch aus anderen Landesteilen
unter anderem vor allem aus dem nördlichen Schwarzwald gemeldet. Ob außer
diesen beiden Exemplaren noch weitere Wildkatzen im Land leben ist jetzt die
Frage, die ein Diplomand im Auftrag der FVA klären soll. SWR |