| Montag, den 18. August 2008 um 10:01 Uhr |
Ein weiterer Kryptid, dem der Zoologe Marc van Roosmalen auf der Spur ist, wurde nunmehr beschrieben. Durch die Dorfbewohner von Tucanaré am Rio Aripuana wurde Van Roosmalen ein kompletter Schädel und ein Unterkieferknochen eines unbekannten Tieres überlassen, das diese geschossen und gegessen hatten. Das von den Einheimischen „anta-pretinho“ bezeichnete Tier, ist laut den Forschungen des Niederländers eine im Rio Aripuana-Bassin heimische Zwertapirart, die kleiner und dunkler als das Flachland- (Tapirus terrestris) u. mittelamerikanischer Tapir (T. bairdii) ist. Sie unterscheidet sich im Vergleich zu T. terrestris, mit dem es sympatrisch lebt, durch die fehlenden weißen Ohrenspitzen, den proportional kürzere Kiefer und Nasenbein und einige nicht vorhandene Zähne.
Bereits in Spix und Martius Reisebericht „Reise in Brasilien in den Jahren 1817 – 1820“ (München, 1828) erwähnt Carl Friedrich Philip von Martius das Vorkommen einer Zwergform des Flachlandtapiers im brasilianischen Staat Minas Gerais, dort bekannt als „anta-xuré“: „Dieses Tier von kleinerer Statur, die Ohren von einer gleichförmigen Farbe, nicht weiß an den Spitzen, ist wahrscheinlich nur eine Variation des gewöhnlichen Tapir, aber nach Dr. von Spix sollte es getrennt von dem viel größeren gewöhnlichen Tapir werden und als eigene Art berücksichtigt werden.“ Sollte, so M. van Roosmalen, Spix ein Tier von Mina Gerais mitgebracht haben das noch in der Zoologischen Staatssammlung München existiert wäre es der Holotypus. In diesem Fall würde der Zoologe es zu Ehren von Johann Baptist von Spix „T. spixianus“ nennen, ansonsten „T. pygmaeus“.
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