Existieren im Dschungel des Kongo wahrhaftig überlebende Dinosaurier? Lebt in Südamerika heute noch eine Boden bewohnende Faultierart? Ist der australische Beutelwolf tatsächlich ausgestorben? Und was ist wirklich dort draußen unter den unergründlichen Wellen des weltbekannten schottischen Hochlandsees? Gibt es tatsächlich noch unbekannte Tierarten auf unserer Erde, die uns nur aus Berichten bekannt sind?
Die Anzahl aller beschriebenen Tierarten dieses Planeten beträgt zusammengenommen schätzungsweise 1,75 Millionen Arten. Das ist nur ein kleiner Bruchteil der unbekannten 15 Millionen die offiziell noch vermutet werden. Und die meisten Menschen kennen noch weniger als 0,01 Prozent davon. Wie sehr hatte sich der französische Baron und Naturwissenschaftler Georges Cuvier doch geirrt, als er im Jahr 1812 verkündete dass nur wenig Hoffnung bestünde neue Tierarten zu entdecken...
Die Kryptozoologie ist auf der Suche nach derart verborgenen Tieren. Kommen Sie mit auf eine Expedition in unsere unbekannte Welt!
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Eine der Gefahren, der Wale neben der Umweltverschmutzung und Bejagung (direkt oder indirekt) durch den Menschen ausgesetzt sind, sind Kollisionen mit Schiffen. Natürlich stellt dies für ein hiervon betroffenes Tier prinzipiell beinahe immer ein Problem dar, allerdings kann dies unter Umständen auf Populationsebene eine andere Dimension gewinnen. So war die Kollision mit einem Schiff beispielsweise mit 35 Prozent (entspricht 16 Tieren) zwischen 1970 und 1999 die zweithöchste Ursache bei 45 nachweislichen Todesfällen von Atlantischen Nordkapern (Eubalaena glacialis), die hauptsächlich durch Bejagung nur eine relativ kleine Gesamtpopulation aufweisen. Diese Gefahr könnte auch nach Ansicht einiger Forscher den Unterschied zwischen Aussterben und Überleben dieser Walart ausmachen. Aber auch für andere Cetacea stellt der Schiffsverkehr eine Gefahr dar. Seit dem Aufkommen von Dampfschiffen im späten neunzehnten Jahrhundert und der durch die neue Technologie zunehmenden Geschwindigkeit von Schiffen lassen sich derartige Kollisionen mit steigendem Vorkommen verzeichnen. Diverse Forschungsberichte der letzten Jahre haben dabei gezeigt, dass solche Zusammenstöße weit häufiger sind als einst angenommen. Die Daten in diese Richtung werden deshalb mittlerweile ständig aktualisiert, wobei im folgenden als Beispiel eine Auswertung des Zeitraums zwischen 1970 und 2002 genügen soll. Die Biologen Aleria Jensen und Gregory Silber zählten anhand von Berichten und gestrandeten Tieren mit entsprechenden Verletzungen insgesamt 292 Großwal-Schiffskollisionen. Die Dunkelziffer nicht erkannter oder nicht berichteter Kollisionen ist mit Sicherheit allerdings weit höher, da nicht immer ein Bericht vorliegt oder ein toter Wal angeschwemmt wird1. Betroffen von Zusammenstößen mit Schiffen ist natürlich nicht nur der Atlantische Nordkaper sondern auch andere Großwale. Der Finnwal wird sehr häufig getroffen (75 Tiere) und nimmt damit die traurige Spitzenposition ein, Kollisionen mit dem Buckelwal (44), Grauwal (24), Zwergwal (19), Pottwal (17) und Südlichem Glattwal (15) sind relativ häufig in einigen Gebieten, nur wenige gibt es hingegen mit dem Blauwal (8). Zusammenstöße mit Sei- und Brydewal (jeweils 3) und dem Grönlandwal sind noch seltener. Eine sehr große Anzahl (42) wurde beziehungsweise konnte nicht identifiziert werden. Zwar verliefen nicht alle Kollisionen mit größeren Konsequenzen für das betroffene Tier (48 Vorfälle resultierten lediglich in Verletzungen) aber mit 198 tödlichen Vorfällen nichtsdestotrotz der Großteil. Die Verletzungen selbst umfassten im übrigen eine große Bandbreite angefangen von Hämatomen und Propeller-Schnitten bis hin zu Frakturen und abgetrennten Flossen. Wie erwähnt, konnte nicht in allen Fällen das mit dem jeweiligen Schiff kollidierte Tier identifiziert werden. Und solch ein Fall schien zunächst auch der sogenannte Ataka2-Kadaver zu sein...
Girvan ist eine kleine Stadt im schottischen Verwaltungsgebiet South Ayrshire. Das ehemalige Fischerdorf liegt 32 Kilometer südlich von Ayr und 48 Kilometer nördlich von Stranraer an der Westküste Schottlands. Die Stadt bietet heute natürlich einige touristische Attraktionen mehr als zur damaligen Zeit wie zum Beispiel malerische Strände, einen Golfplatz, Folkmusik-Festivals und mancherlei mehr. Und Girvan verfügt wie viele schottische Orte auch über eine lokale Legende - allerdings ist die Legende der Stadt verwoben mit einer der grausamsten, abscheulichsten und dunkelsten Erzählungen Schottlands überhaupt.1 Einst soll in der Dalrymple Street von Girvan eine Frau namens Elspeth McCrudden gelebt haben. Doch sie bewahrte ein Geheimnis, und als sich die Ereignisse schließlich überschlugen sollte es ihr zum Verhängnis werden.
In einer Küstenhöhle in Bannane Head, ganz in der Nähe von Galloway County (dem heutigen South Ayrshire) lebten nach der involvierten zweiten Legende Alexander „Sawney“ Bean2 und seine Frau mehr schlecht als recht vom Raubmord an vorbeikommenden Reisenden. Da sie so nur schwerlich ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten, gingen sie irgendwann dazu über ihre Opfer nicht nur zu berauben und zu ermorden, sondern diese sodann in die Höhle zu schleppen, sie auszuweiden und schließlich aufzuessen um Geld für Nahrungsmittel zu sparen. Was man nicht sogleich verwerten konnte, wurde zum späteren Verzehr in Salz und Essig eingelegt und in der Höhle an Haken abgehängt.3 Im Laufe der Zeit wurden ihnen acht Söhne, sechs Töchter sowie - durch inzestuöse Verbindung - 32 „Enkel“ geboren, die alle alsbald in das blutige Handwerk mit eingebunden wurden. Eines Tages geschah jedoch ein folgenschwerer Fehler und ein Reisender überlebte4, woraufhin die alarmierte Obrigkeit Truppen entsandte, denen es mit Hilfe von Bluthunden gelang, das Versteck ausfindig zu machen. Ob ihrer grausamen Verbrechen wurden die männlichen Familienmitglieder zum langsamen Tode durch Ausbluten verurteilt, alle Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Alle bis auf eine, denn Elspeth McCrudden war nach der Legende von Girvan niemand anderes als die den grauenhaften Verhältnissen entflohene älteste Tochter der Beans. Doch nach den Verhaftungen kam man auch hinter ihre wahre Identität und obwohl sie nach einer anderen Erzählung noch versuchte ihrem Schicksal zu entfliehen5, knüpfte der Mob sie an einen Ast ihres selbst gepflanzten Baumes. Noch heute könne man, wenn man unter dem „Hairy Tree“ genannten Baum stehe, das Geräusch ihres baumelnden Leichnams hören.6 Was hat all das mit Kryptozoologie zu tun? Nicht wirklich viel, außer dass die tragische Legende um Elspeth McCrudden und den Hairy Tree nicht der einzige Fall ist, in dem ein Leichnam in Girvan eine bedeutende Rolle spielt...
Die „Pseudoplesiosaurier-Theorie“ bietet damit eine rationale Erklärung für derartige Tierleichen, sie ist jedoch keineswegs allgemeingültig. Letztlich bietet der Kadaver von Querqueville aber auch zwei Lehren, die in der Kryptozoologie von Vorteil sind: es ist immer besser einen Experten vor Ort mit Zugriff auf das zu untersuchende Objekt zu haben als nur wild zu spekulieren. Und es ist nicht immer alles so, wie es zu sein scheint.