Existieren im Dschungel des Kongo wahrhaftig überlebende Dinosaurier? Lebt in Südamerika heute noch eine Boden bewohnende Faultierart? Ist der australische Beutelwolf tatsächlich ausgestorben? Und was ist wirklich dort draußen unter den unergründlichen Wellen des weltbekannten schottischen Hochlandsees? Gibt es tatsächlich noch unbekannte Tierarten auf unserer Erde, die uns nur aus Berichten bekannt sind?
Die Anzahl aller beschriebenen Tierarten dieses Planeten beträgt zusammengenommen schätzungsweise 1,75 Millionen Arten. Das ist nur ein kleiner Bruchteil der unbekannten 15 Millionen die offiziell noch vermutet werden. Und die meisten Menschen kennen noch weniger als 0,01 Prozent davon. Wie sehr hatte sich der französische Baron und Naturwissenschaftler Georges Cuvier doch geirrt, als er im Jahr 1812 verkündete dass nur wenig Hoffnung bestünde neue Tierarten zu entdecken...
Die Kryptozoologie ist auf der Suche nach derart verborgenen Tieren. Kommen Sie mit auf eine Expedition in unsere unbekannte Welt!
Einige Räumlichkeiten von Naturkundemuseen, Universitäten und ähnlichen Institutionen sind wahre Schatzgruben für Biologen voll mit bekannten, ungewöhnlichen und tatsächlich auch unbekannten Arten die erst noch untersucht, klassifiziert und beschrieben werden müssen. Und auch für die Kryptozoologie findet sich hier mitunter einiges an wertvollem Material. Als Beispiel mag die umfangreiche Sammlung des Londoner Natural History Museum dienen, in dem unter anderem die Felle eines kenianischen Marozi und eines südafrikanischen Wollgeparden aufbewahrt werden. Im Schweizer Naturkundemuseum Lausanne lagern tausende von Unterlagen über bekannte und unbekannte Kryptide, die Dr. Bernard Heuvelmans dem Museum hinterließ. Und selbiger fand das entscheidende Vergleichsmaterial der ziegenartigen Serau (Capricornis sumatrensis thar) für die Bestimmung der Haare des von Edmund Hillary mitgebrachten Yeti-Skalps im Belgian Royal Institute of Natural Sciences in Brüssel. Ein Museum könnte nun, nach 121 Jahren, erneut die Lösung für ein kryptozoologisches Rätsel bieten…
Tod und Geburt des Ringdocus
Der Ort an dem die Geschehnisse ihren Lauf nahmen ist das Madison River Valley im amerikanischen Bundesstaat Montana. Die mormonische Familie Hutchins zog 1880 in das Tal und gründete hier eine Ranch (heute als Sun Ranch bekannt), vierzig Meilen nördlich der Kleinstadt Ennis. Der Zoologe Ph. D. Ross Hutchins beschrieb in seiner 1977 erschienenen Autobiografie „Trails to Nature's Mysteries: The Life of a Working Naturalist“ ein ungewöhnliches Tier, dass sein Großvater Israel Ammon Hutchins im Jahr 1886 hier erschossen hatte:
„An einem Wintermorgen wurde mein Großvater durch das Bellen der Hunde aufgeweckt. Er entdeckte, dass eine wolfsähnliche Bestie von dunkler Farbe die Gänse meiner Großmutter jagte. Er feuerte sein Gewehr auf das Tier ab, verfehlte jedoch. Es flüchtete den Fluss hinab, aber mehrere Morgen später wurde es wieder bei Tagesanbruch gesichtet. Es wurde noch mehrere Male auf der Ranch und auch bei anderen Ranches zehn oder fünfzehn Meilen talabwärts gesehen. Was auch immer es war, es war ein großer Reisender…
Haare sind schon eine interessante Sache. Ganze boomende Berufs- und Industriezweige beschäftigen sich damit, verschiedenste Produktpaletten haben nur Haare als alleiniges Ziel. Ohne viel darüber nachzudenken, geben Menschen weltweit tagtäglich Unsummen für Haarpflegeprodukte, Pelzmäntel, Enthaarungscremes und Hundefrisöre aus- nicht zu vergessen die Unmengen an Wasser, das beim Shamponieren, Färben, Strähnchenlegen und was auch immer arglos weggespült wird.
Im Grunde sind Haare eigentlich nicht viel mehr als Hornfäden, wie Haut und die übrigen Hautanhangsgebilde wie Krallen, Hufe oder Hörner ektodermalen Ursprung. Haare sind, sieht man von einigen ausgestorbenen Pterosauriern ab, ein typisches Säugetiermerkmal. Wer also einen Haarstern kämmen oder bei einem Haarfrosch die Locken aufzeigen will, kommt nicht weit.
Nebst der wichtigen Funktion bei der Thermoregulation und dem Schutz vor Unwetter haben Haare, in der Gesamtheit beim Tier auch als Fell oder Pelz bekannt, noch viele weitere Funktionen, sei es Tarnung, Orientierungshilfe (z.B. in Form von Tasthaaren) oder Verteidigung, etwa in Form von Stacheln oder durch Vergrößerung der Körperumrisse („Katzenbuckel", Erdwolf).
Haare dienen als deutlich sichtbare „Visitenkarte", die Mitmenschen bzw. -tiere über Vitalität & Fertilität, Alter, Gesundheit, aktuelle Laune und sozialen Rang des Haarträgers informieren. Beim Menschen kommt der Art und Weise der Frisur zudem noch im sozialen Umgang eine nicht unerhebliche Rolle der Information über z.B. finanzielle Lage, Modebewusstsein oder sogar politische Gesinnung des Haarträgers zu.
Ganz besondere Bedeutung messen viele Menschen dem Ergrauen der Haare (was auf den altersbedingten Stopp der Melaninproduktion zurückzuführen ist) als Zeichen des Altwerdens zu-ein besonders misslicher Zustand in Zeiten überbordender Jugendkultur.
Ein einzelnes graues Haar stürzt manch einen in tiefste Depression und Todesfurcht, und welcher Mann betrachtet nicht bangen Blickes das Zurückweichen der Haarlinie als verhängnisvollen Anfang vom Ende?
Was aber hat dieser wunderliche Haar-Lobgesang mit der Kryptozoologie zu tun? Nun, welches augenscheinliche Merkmal unterscheidet all die Almas und Agogwe, die Batututs und Bigfoots, die Didis und Hibagons, die Yowies und die Yetis, kurz all die „Wilden Hominiden" so sehr von naturbegeisterten heimlichtuerischen Nudisten? Richtig - außer gewissen Unterschieden hinsichtlich Körper - und Schuhgröße ist es vor allem die im Vergleich zu den meisten modernen Menschen üppige Körperbehaarung. 2-5cm soll der Pelz der meisten Wildhominiden lang sein; im Nacken als „Vokuhila" gern etwas länger.
Was haben Nessie & Donnervögel, Sasquatch & Mokele-Mbembe, Riesenanakondas & Nandi-Bär miteinander gemein? Nun, nebst der Tatsache, dass es sich dabei um Kryptiden handelt, sind sich die Genannten noch in einem Punkt sehr ähnlich: sie sind groß, wirklich groß, um nicht zu sagen unwahrscheinlich groß. Mindestens Menschengröße, meist aber eher deutlich darüber, zeichnet die Beschreibung vieler bekannter kryptider Lebewesen aus - eben „Monster“, deren weitläufige Popularität sich vielleicht auch auf dieses körperliche Attribut zurückzuführen ist. Doch gibt es auch andere Kryptiden, die - wenn auch von kleinerer Gestalt - durchaus unserer Aufmerksamkeit wert sind. So auch die Kreatur, die in diesen Artikel vorgestellt werden soll. Ausgerechnet in Japan soll sie vorkommen, einem Land, das im Ausland eh meist eher für kleinere Formen - seien es Bonsais, Elektronik oder gar seine menschlichen Bewohner - bekannt ist.
Die Beschreibungen, beziehungsweise die Kombination aller Merkmale von "Gambo", wie Karl Shuker es nach dem Land seines Fundortes benannte, trennen es klar von jeglichem rezenten und auch ausgestorbenen, bekannten Wasserbewohnern.