10 | 09 | 2010
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Tag: KryptozoologieOrdering

Georg William Steller ist wohl einer der bekanntesten Naturforscher des 18. Jahrhunderts. Geboren 1709 in Windsheim bei Nürnberg, erforschte er im Auftrag Peters des Grossen um 1741 Alaska und die zwischen Russland und Nordamerika liegenden nördlichen Inseln. Dabei entdeckte und beschrieb er verschiedene, der Fachwelt bislang unbekannte Tier - und Pflanzenarten. Die wohl bekannteste dürfte die inzwischen ausgerottete Stellersche Seekuh sein. Insbesondere die englischen, aber auch einige deutsche Trivialbezeichnungen diverser weiterer Tierarten weisen auf Steller als Erstentdecker hin, etwa Stellerscher Seelöwe, Riesenseeadler (Steller’s Sea Eagle), Scheckente (Steller’s Eider Duck) oder Diademhäher (Steller’s Jay).

Doch in Stellers Reiseberichten finden sich einige Tiere, die sich nicht so ohne weiteres identifizieren lassen. Oder doch?

Der Seeaffe

Am Abend des 10. August 1741, ungefähr 180 Seemeilen von den Tchirikov-Inseln entfernt (die wiederum vor der Alaska-Halbinsel liegen) sah die Besatzung der St. Peter ein Tier, das Steller später folgendermaßen beschrieb:

“Am 10. August sahen wir ein sehr ungewöhnliches und unbekanntes Meerestier, über das ich kurz berichten will, da ich es volle zwei Stunden lang beobachten konnte. Es war etwa zwei russische Ellen [ca. 1,8m] lang, der Kopf war wie der eines Hundes, mit spitzen, aufgerichteten Ohren. Von den oberen und unteren Lippen hingen an beiden Seiten Schnurhaare herab, so dass es fast wie ein Chinese aussah. Die Augen waren groß, der Leib länglich-rund und dick, zum Kopf hin verdickend, und sich allmählich zum Schwanz hin verjüngend. Der gesamte Körper war mit dichten Haaren bedeckt, die auf dem Rücken grau, im Bauchbereich aber rötlichweiß gefärbt waren. Im Wasser erschien das Tier aber in seiner Gesamtheit rötlich und kuhfarben. Der Schwanz war in zwei Teile aufgeteilt, von denen einer länger als der andere war [laut manchen Autoren sogar doppelt so lang].“

Eine der immer wieder auftauchenden Fragen von jungen, an der Kryptozoologie interessierten Menschen, ist die Frage, wie man Kryptozoologe wird beziehungsweise ob, wie und wo man Kryptozoologie studieren kann. Der folgende Artikel wird diese Fragen klären und einige Tipps zur Berufswahl rund um die Kryptozoologie geben.

Wie werde ich Kryptozoologe?

Entgegen dessen, dass der Begriff „Kryptozoologie“ im allgemeinen Verständnis eine dahinter stehende wissenschaftlich-akademische Ausbildung impliziert oder zumindest eine fachspezifische Berufsausbildung, ist dies nicht der Fall. Kryptozoologie ist keine anerkannte Wissenschaft, beziehungsweise kein anerkannter Wissenschaftsbereich, daher ist kein Studium vorgeschrieben. Da sie ebenfalls kein anerkannter Beruf ist, erfordert sie des weiteren auch keine berufsspezifische Ausbildung. Aus diesen Gründen kann sich grundsätzlich jeder, der dies möchte und sich mit der entsprechenden Thematik beschäftigt, legal „Kryptozoologe“ nennen, womit es somit in der subjektiven Ansicht jedes einzelnen liegt, wer tatsächlich zu Recht diese Bezeichnung führt und wer nicht.

Ein Studium mit Bezug zur Kryptozoologie

Da die Kryptozoologie per Definition eine Methodik der Zoologie ist und prinzipiell wissenschaftliches Arbeiten erfordert, sind dies (nach Ansicht der meisten, die sich ernsthaft mit der Kryptozoologie beschäftigen) zuförderst natürlich studierte Personen. Kryptozoologie selbst kann jedoch nicht studiert werden. An keiner akademischen Lehranstalt oder anderer vergleichbarer Einrichtung gibt es dementsprechend ein Studienfach oder ein Programm für Kryptozoologie. Zwar verwenden gelegentlich einzelne Personen oder einige wenige Universitäten die Kryptozoologie für entsprechende Kurse, darüber hinaus wird jedoch nichts angeboten.

Nichtsdestotrotz bieten sich für diejenigen, die ein Studium beginnen möchten und dabei einen Bezug zur Kryptozoologie suchen, mehrere Möglichkeiten. Da Kryptozoologie eine zoologische Methodik ist, liegt es als erstes natürlich nahe, Biologie, Tiermedizin, Forstwissenschaft, Geographie u. ä., zu studieren um später als Zoologe zu arbeiten. Aufgrund des interdisziplinären Charakters dieser Methodik stehen aber auch andere Studien- bzw. Wissenschaftsrichtungen wie die Paläontologie, Ökologie, Linguistik, Ethnologie, Journalismus usw. offen, die bei der Anwendung der kryptozoologischen Methodik nützlich sind.

Eine Ausbildung mit Bezug zur Kryptozoologie

Auch wer nicht studieren möchte, kann sich später mit seinen beruflichen Kenntnissen oder Möglichkeiten möglicherweise sinnvoll mit Kryptozoologie beschäftigen. Zwar wird letztlich zur wissenschaftlichen Auswertung, beziehungsweise Beschreibung, die Fachkenntnis eines Biologen notwendig sein, doch die Methodik selbst ist nicht auf diese beschränkt – ganz ähnlich wie zoologische Arbeit auch nicht immer Zoologen erfordert. Alle Berufe, die einen in fremde Länder führen, mit Schrifttum, Sprache o. ä. zu tun haben, können durchaus geeignet sein, um verborgenen Tieren auf die Spur zu kommen. So könnte zum Beispiel ein Arzthelfer, der sich humanitär in Afrika beschäftigt, nebenher Recherchen und Interviews betreiben, der Bibliotheks-Assistent alte Bücher auswerten usw.

Kryptozoologie sollte nur Nebensache sein

Unabhängig davon, ob man nun eine Berufs- oder akademische Ausbildung anstrebt, die Wahl des späteren Berufes sollte unbedingt nach der eigenen persönlichen Neigung und dem eigenen Interesse erfolgen, denn wer nicht auch für diese "Ersatzwahl" Interesse mitbringt, der wird es in späteren Jahren nur bereuen! Wer all das beherzigt und sich in das recht starre Gefüge der herkömmlichen Wissenschaften einfügt, der hat das Potential zum professionellen Kryptozoologen... „You could become tomorrow’s Ruth Harkness, the discoverer of the Giant panda (Ailuropoda melanoleuca) or Hans Schomburgk, the discoverer of the Pygmy hippopotamus (Hexoprotodon liberiensis).“ ( Loren Coleman)

Quellennachweis:

Arment, Chad: “Cryptozoology – Science or Speculation?” Landisville: Coachwhip Publications 2004 Coleman, Loren: "Cryptozoology FAQ" URL: http://www.lorencoleman.com/cryptozoology_faq.html [Stand: 31.12.2002] Greenwell, J. Richard: "So you want to be a Cryptozoologist..." In: ISC-Newsletter Vol. 12, No. 1 1993 Henninger, Wolfgang: “Biologinnen und Biologen” In: BfA-Broschüre: Arbeitsmarkt-Information für qualifizierte Fach- u. Führungskrafte Täubner, Mischa: “Biologie” In: Die Zeit, Studienführer 2007/2008

Bildnachweis:

Study: MC Quinn (Creative Commons 2.0-Lizenz) URL: http://flickr.com/photos/mcquinn/2302027163/ Meghan Portrait 2: bourgeoisbee (Creative Commons 2.0-Lizenz) URL: http://flickr.com/photos/bourgeoisbee/2459380197/

Der Zoologe Dr. Karl Patrick Nicholas Shuker, über dessen Privatleben in der Öffentlichkeit recht wenig bekannt ist, wurde 1959 in West Bromwich in den West Midlands (England) als einzigstes Kind seiner Eltern geboren und lebt heute in Wednesbury.

Sein Interesse an Kryptozoologie begann im Alter von dreizehn Jahren, als er in einem Buchladen in der Nähe seines Elternhauses auf eine Ausgabe von Bernard Heuvelmans „On the Track of Unknown Animals" aufmerksam wurde und das Buch schließlich zum Geburtstag als Geschenk erhielt. Zu dieser Zeit begann er damit systematisch Zeitungsberichte, Artikel und Bücher mit kryptozoologischer Thematik zu sammeln. Angesichts dieser Interessenlage erschien es nahe liegend, ein Studium der Zoologie zu ergreifen, das Shuker schließlich 1979 an der Universität Leeds begann. Überschattet wurde der Anfang jedoch noch im gleichen Jahr von einer ungewöhnlichen massiven Gewichtsabnahme. Nach eingehenden Untersuchungen wurde im Hospital schließlich die Erkrankung an insulinabhängiger Diabetes diagnostiziert, was für sein zukünftiges Leben körperliche Einschränkungen - auch im Hinblick auf zukünftige Feldforschungen - bedeutete. Er vollendete das Studium schließlich mit einem erfolgreichen Abschluss als BSc/H1 in Zoologie und studierte in Folge an der Universität Birmingham, wo er als Ph.D.2 in Zoologie und vergleichender Physiologie abschloss.

Alle bis dahin aufgetretenen Faktoren, seine akademische Ausbildung in Zoologie, sein Interesse an Kryptozoologie sowie die krankheitsbedingten physischen Einschränkungen, veranlassten ihn schließlich eine Karriere als freier Autor zu beginnen. Zu seinen Veröffentlichungen gehören hunderte von Artikeln unter anderem in Magazinen wie „Man and Beast" (Reader's Digest: New York: Pleasantville 1993), „Secrets of the Natural World" (Reader's Digest: New York: Pleasantville 1993) oder dem „Almanac of the uncanny" (Reader's Digest: Surrey Hills, Australia, 1995). Er arbeitete als wissenschaftlicher Berater für „The Guiness Book of Records (Guinness: London, 1997), „Monsters" (Lorenz Books: London 2001), „Mysteries of the Deep" (Llewellyn: St Paul 1998), "Guiness Amazing Future" (Guiness: London 1999) sowie "The Earth" (Channel 4 Books: London 200). Als beratender, kryptozoologischer Redakteur arbeitete er für das Strange- und das FATE Magazine und betreut zwei entsprechende Kolumnen in Fortean Times („Alien Zoo" und „The Lost Ark").

Gründung

Nachdem mehr als eineinhalb Jahre über die Schaffung einer kryptozoologischen Gesellschaft nachgedacht, diskutiert und erste Kontakte zu potentiellen Mitgliedern geknüpft wurden, gründete sich auf die Initiative von Dr. Roy P. Mackal und J. Richard Greenwell auf einer zweitägigen Konferenz am 8./9. Januar 1982 in den Räumen des National Museum of Natural History, Smithsonian Institution, Washington D.C., die International Society of Cryptozoology (ISC).

Die Auswahl der Gründungs- beziehungsweise der Gesellschaftsratsmitglieder (engl.: Board of Directors) erfolgte anhand von Überlegungen möglichst viele internationale und möglichst solche Wissenschaftler zu finden, die die zahlreichen biologischen Disziplinen, mit denen die Kryptozoologie beschäftigt ist, repräsentieren. Nach diesen Gesichtspunkten wurden von den beiden Initiatoren bereits vorab zahlreiche Forscher kontaktiert und zu ihrer Bereitschaft in einer kryptozoologischen Organisation als führendes Organ mitzuwirken befragt. In den Vorstand aufgenommen wurden schließlich (in alphabetischer Reihenfolge):

Im Jahr 2005 wurden, nicht nur im Bereich der Insekten, einige neue Tierarten aufgespürt. Obwohl vermutlich nur die wenigsten davon von ihren Entdeckern im Bewusstsein um die Kryptozoologie gemacht wurden, zeigt die Geschichte dieser Entdeckungen deutlich, dass man sich Gedanken machen muss um die Intention der Kryptozoologie. Denn bei all diesen Entdeckungen waren die unbekannten Tiere eben doch ethnologisch, d. h. einer gewissen Gruppe oder Person, bekannt oder es bestanden zwar Indizien, die aber als ungenügend bewertet wurden. Zwei wichtige Kategorisierungsmerkmale, die die Kryptozoologie für sich voraussetzt.

 

Die folgende „Top Ten“-Liste führt nochmals alle über das Jahr 2005 für die Kryptozoologie relevanten Nachrichten auf. Diese Punkte wurden ausgewählt, weil sie entweder große Aufmerksamkeit der Medien beziehungsweise der Öffentlichkeit auf sich zogen oder für die Kryptozoologie aus wissenschaftlicher oder historischer Sicht bedeutend waren.

„Kryptid“ (engl. „Cryptid“) ist ein neu gebildetes Wort1, das sich vom Begriff „Kryptozoologie“ ableitet. Der Terminus wird verwendet um die verborgenen Tiere, die für die Kryptozoologie von Interesse sind, zu bezeichnen und geht auf John E. Wall aus Manitoba (USA) zurück, der ihn in einem Leserbrief an die International Society of Cryptozoology (veröffentlicht in der Sommerausgabe 1983 des ISC-Newsletter, Vol. 2, Nr. 2, S. 10) in diesem Sinn gebrauchte.

Nach der Definition von Dr. Bernard Heuvelmans ist Kryptozoologie „die wissenschaftliche Studie von Tierformen, deren Existenz nur auf Zeugenaussagen oder Indizien oder auf Material, das jemand als ungenügend bewertet hat, basiert“. Hieraus resultiert, dass sich die Kryptozoologie lediglich mit solchen Kryptiden beschäftigt, für deren tatsächliche Existenz eine Tierform zumindest möglich erscheint.

Unter diesem zoologischen Aspekt wurden auch, neben den klassischen Aufteilungen wie zum Beispiel der Einordnung nach Land- und Wasserlebewesen, verschiedene Klassifizierungssysteme aufgestellt. Nach J. Richard Greenwell, dem ehemaligen geschäftsführenden Sekretär der International Society of Cryptozoology (ISC), kann man Kryptide unterscheiden in

Dr. Bernard Heuvelmans wurde am 10. Oktober 1916 in der nordfranzösischen Stadt Le Havre geboren. Der belgisch–französische Zoologe, der sein Leben der Suche nach verborgenen1 Tieren widmete und damit die Kryptozoologie im modernen Sinne begründete, publizierte verschiedenste Bücher und Artikel in diesem Bereich, aber auch zur Jazzmusik und solche mit philosophisch-wissenschaftlichem Inhalt2. Sein Lebensziel war es, diese verborgenen Tiere zu suchen und die Anerkennung beziehungsweise gezielte Anwendung seiner Suchmethodik zu erreichen. Bernard Heuvelmans wurde als Sohn eines belgischen Richters im Exil und einer holländischen Mutter geboren3. Durch die Geburt auf französischem Boden bekam er die französische Staatsangehörigkeit zugesprochen, durch die belgische Nationalität seines Vaters erhielt er aber ebenfalls die belgische und wurde auch im Bewusstsein ein „Sohn Belgiens“ zu sein erzogen. In seiner Kindheit während der zwanziger Jahre besuchte er in den Schulferien oft seine Großeltern in Antwerpen, wo er dann fast täglich im Zoo anzutreffen war. Dort fertigte er auch seine ersten Tierzeichnungen an und bekundete damit sein Interesse an der Natur und der Zoologie im speziellen. Seinen christlichen Religionslehrer schockierte er damals mit seinem großen und „unheiligen“ Wissen über Evolution und Jazz. Als Jugendlicher gründete Heuvelmans dann auch eine eigene Jazz-Band namens „Bib Heuvelmans et les hot Swings“, was ihm den Spitznamen „Bib“ einbrachte unter dem er auch als Erwachsener noch jedem bekannt war.

 

Die meisten Menschen wissen mit welcher Thematik sich die wissenschaftlichen Disziplinen der Paläontologie oder der Zoologie beschäftigt, doch was ist mit der Kryptozoologie? Was ist Kryptozoologie? Am einfachsten kann man sich sicherlich etwas darunter vorstellen, wenn man das Wort selbst in seinen Bestandteilen betrachtet und diese hierfür in die eigene Sprache übersetzt. Kryptozoologie setzt sich aus den griechischen Wörtern "kruptos" für versteckt/verborgen, "zoon" für Tier und "logos" für Studie zusammen. In einem Satz sinngemäß übertragen also die "Studie der verborgenen Tiere". Der Begründer und Namensgeber dieser Studie, der belgische Zoologe Bernard Heuvelmans, definierte seine Suche als: „die wissenschaftliche Studie von Tierformen, deren Existenz nur auf Zeugenaussagen oder Indizien oder auf Material, das jemand als ungenügend bewertet hat, basiert.“ Eine ähnliche Definition traf auch der bekannte amerikanische Kryptozoologe Professor Loren Coleman von der Universität Süd-Maine: "Kryptozoologie ist die Studie von versteckten Tieren (ob groß oder klein), welche von der (meist) westlichen Wissenschaft nicht anerkannt werden, deren Existenz aber trotzdem von menschlichen Wesen bezeugt werden kann." Die 1982 unter Präsidentschaft von Heuvelmans gegründete International Society of Cryptozoology (ISC), die sich für eine wissenschaftliche Anerkennung der Kryptozoologie einsetzt, formulierte nach zahlreichen Diskussionen eine noch weitergehende Begriffsbestimmung. Demnach enthält die Kryptozoologie auch die mögliche Existenz bekannter Tiere in Gebieten wo ihr Vorkommen nicht vermutet wird (weder jetzt noch in der Vergangenheit), ebenso wie das unbekannte Fortdauern vermeintlich ausgestorbener Tiere in die heutige Zeit oder die jüngste Vergangenheit.