Nimerigar

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Nimerigar: Das Kriegsvolk aus dem Land der Schoschonen

Die mündlichen Überlieferungen vieler Ureinwohner Nordamerikas, unter ihnen die Stämme der Sioux, Cheyenne und Arapaho, erzählen von “kleinen Leuten”, die wenig größer als 50 bis 90 Zentimeter wurden. Sie tauchen als “winzige Menschenfresser” in alten Erzählungen auf. An anderen Stellen wird von ihnen als Geister und Heiler gesprochen, die ähnlich wie Kobolde oder Feen magische Kräfte haben. Gemein ist allen Geschichten, dass sie auf dem Kontinent bekannt waren lange bevor ihn die ersten Europäer betraten.

Die Schoschonen nannten sie Nimerigar und erzählten von kleinen Menschen, die sie mit winzigen Bögen und vergifteten Pfeilen angriffen. Der Stamm wusste, dass sich die Nimerigar untereinander mit einem Schlag auf den Kopf töteten, sobald jemand zu alt wurde um ein aktiver Teil ihrer Gesellschaft zu sein. So ethisch verwerflich wie es heute scheinen mag war diese Handhabe damals nicht. Auch nomadische Indianerstämme praktizierten diese Art von unfreiwilliger Sterbehilfe.

Obwohl weithin geglaubt wird, dass die Erzählungen über die Nimerigar nur Teil von Legenden sind, lassen einige Entdeckungen durchaus auch das Gegenteil vermuten. Der bedeutendste Fund zur Untermauerung der Existenz eines kleinwüchsigen Volkes war die Entdeckung einer knapp 35 Zentimeter großen Mumie, die 1932 in den San Pedro Mountains in Wyoming.

Die Mumie befand sich in einer Höhle, die die Goldgräber mit Dynamit sprengten. Sie saß mit gekreuzten Beinen auf einem Felsvorsprung und war klein, braun und faltig. Die Stirn der Mumie lag tief und war sehr flach. Ebenso die Nase. Die Augen waren mit schweren Lidern bedeckt und der sehr breite Mund hatte äußerst dünne Lippen. Das Gesicht sah aus wie das eines alten Mannes. Jedoch war die Mumie selbst so gut konserviert, dass an den Händen immer noch Fingernägel zu sehen waren.

Die beiden Goldgräber brachten ihren unerwarteten Fund in die nächstgelegene Stadt und in kürzester Zeit fanden sich dort Wissenschaftler aus dem ganzen Land zusammen. In der Annahme, einer Fälschung gegenüberzustehen wurden umfangreiche Tests durchgeführt. Röntgenaufnahmen brachten ein perfekt geformtes, menschenähnliches Skelett zum Vorschein. Ihre Wirbelsäule war beschädigt, ein Schlüsselbein gebrochen und der Schädel schwer perforiert. Hinter einer weichen Substanz am Kopf wurde Hirngewebe und erstarrtes Blut entdeckt.

Nach Auswertung aller Proben schätzten die Wissenschaftler, dass es sich bei der Mumie um einen Erwachsenen handelte, der zum Zeitpunkt seines Todes ungefähr 65 Jahre alt gewesen sein muss. Das seltsamste Merkmal der Mumie waren ihr Gebiss, dessen Zähne übermäßig spitz waren und einen vollständigen Satz an Eckzähnen besaßen.

Viele Jahre lang wurde die Mumie in Shows gezeigt, bevor sie von einem Geschäftsmann gekauft wurde. Nach dessen Tod wechselte sie den Besitzer und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Der momentane Aufenthaltsort der Mumie ist unbekannt.

Andere Skelette weiterer “kleiner Leute” sollen auch in anderen Teilen der USA gefunden worden sein. In Ohio fand man Berichten zufolge eine Grabstätte mit Resten einer kleinwüchsigen Rasse. In Tennessee wurden 1876 ein weiterer Friedhof entdeckt, in denen die Körper von Tausenden von Zwerg-ähnlichen Menschen lagen.