Mehr als Science-Fiction: Klasse-M-Planet entdeckt

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Mehr als Science-Fiction: Klasse-M-Planet entdeckt

Beitragvon Tobias » 18.04.2014 17:18

Hallo,

im Star-Trek-Universum ist ein Klasse-M-Planet ein Planet, auf dem flüssiges Wasser vorhanden ist, der den richtigen Abstand zum Muttergestirn hat, um die richtige Temperatur zu haben, der ausreichende, aber nicht übermäßige Schwerkraft aufweist und eine ausreichend schnelle Eigenrotation, um Einstrahlung und Temperatur zu verteilen. Hat er atembare Atmosphäre, ist dort humanoides Leben möglich.

Bisher kannte man zwar 1779 "Exoplaneten", also Planeten, die um fremde Sterne kreisen (Stand 20.03.2014). Die waren jedoch entweder zu groß, hatten keine feste Oberfläche oder waren zu nahe am Muttergestirn dran, um zur "Klasse M" zu gehören.
Kepler-186f ist da anders: er umkreist den Roten Zwerg Kepler-186 (1), der etwa 490 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Cygnus liegt. Dabei liegt er in der habitalen Zone, die flüssiges Wasser und damit Leben auf Kohlenstoffbasis ermöglicht.
Kepler-186f ist der fünfte und damit äußerste, bekannte Planet des Kepler-186-Systems, er hat einen Radius von etwa 1,11 Erdradien und umkreist seine Sonne im Abstand von 52.4 Millionen Kilometern. Ein Jahr dauert auf diesem Planete 130 Erdentage. Da der Zentralstern Kepler-186 wesentlich schwächer strahlt, als unsere Sonne, bekommt der Planet nur etwa ein Drittel der Strahlungsenergie der Erde. So befindet er sich am äußeren Rand der habitablen Zone, oder wie es auf der Enterprise bezeichnet würde "Kalt, aber gerade noch bewohnbar".

Kepler-186f ist einer von etwa 20 bekannten Exoplaneten, die in der habitablen Zone liegen, und der einzige, der vermutlich kein Gasriese ist.

Diese Entdeckung, die die Arbeitsgruppe von Elisa Quintana von der NASA im Fachmagazin Science veröffentlichte, eröffnet viel Raum für Spekulationen. Erstmals ist ein Planet entdeckt worden, auf dem exoterrestrisches Leben möglich erscheint. Weitere Fakten wird vermutlich erst das im Bau befindliche James-Webb-Weltraumteleskop ermitteln können, so wird es vermutlich das Lichtspektrum und damit die chemische Zusammensetzung einer Atmosphäre ermitteln können.

Ob exoterrestrisches Leben zur Kryptozoologie gehört, wurde viel diskutiert. Ich meine "nein", es handelt sich hierbei um Exobiologie, nicht um Kryptozoologie, wobei es auf fremden Planeten ja durchaus auch Kryptide geben kann, natürlich völlig andere als auf der Erde.
Dennoch macht es Spaß, über exoterrestrische Lebewesen zu spekulieren, es müssen ja nicht gerade die oft zitierten grünen Männchen oder die derzeit modernen Greys sein. Viel spannender fände ich zu erfahren, ob ähnliche Lebensräume auch biologische Lösungen hervor brachten, die den Lösungen auf der Erde vergleichbar sind: Wie sehen Boden- oder Wasserlebewesen auf fremden Planeten aus? Wie kommunizieren die Wesen? Gibt es vielleicht mobile Photosyntheten?

Ich hoffe jedenfalls, dass wir nicht in den Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation kommen. Wer immer uns erreichen kann, wird technisch wesentlich weiter entwickelt sein, als wir und wie hochentwickelte Zivilisationen mit Gesellschaften umgehen, die auf deutlich niedrigerem Niveau stehen, kann man in der Menschheitsgeschichte immer wieder sehen.

Schöne Grüße

Tobias

Quellen:
Originalarbeit von E. Quintana bei Science

Wikipedia-Eintrag zu Exoplaneten allgemein
Memory-Alpha = hypothetische Star-Trek-Wiki zum Thema Klasse M Planet



(1) Üblicherweise werden Sterne, also selbstleuchtende Zentralgestirne, wie unsere Sonne eins ist, nach oder von ihrem Entdecker benannt. Kepler-186 ist der 186. Stern, den das Kepler-Weltraumteleskop entdeckte.
Planeten dieser Sterne werden mit dem Sternennamen und fortlaufenden Buchstaben von innen nach außen, beginnend mit b benannt. Der Stern wird dann mit A (als Großbuchstabe) bezeichnet. Die Erde würde nach diesem System als Sonne-d benannt werden.
"Je ungewöhnlicher eine Tatsache ist, die zu beweisen ist,
um so eindeutiger muss der Beweis sein, um akzeptiert zu werden."

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