Ogopogo

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Ogopogo: Die kanadische Seeschlange aus dem Okanagan See

Wer in der Nähe von Kelowna, Kanada, zu Hause ist, wächst bereits sehr früh mit den Geschichten des Monsters aus dem Okanagan See auf, das weithin als Ogopogo bekannt ist. Der Mythos selbst erzeugt keine Furcht, sitzt aber tief im kulturellen und historischen Gedächtnis. Die Läden der Gegend verkaufen bunte Ogopogo Plüschtieren T-Shirts und andere Erinnerungsstücke. Sowohl Einheimische als auch Touristen kennen die Ogopogo Statue. Die eigentliche Geschichte und Mythologie um die seltsame Seeschlange ist jedoch etwas anders.

Die vermeintliche Seeschlange ist kein physisches Monster. Das sagen zumindest die, die denken, dass die Originalgeschichte des Ogopogo viele hundert Jahre in der Vergangenheit liegt, als die allerersten Siedler über den See setzten. Sie baten den Wassergeist N’ha-a-itk um eine sichere Überfahrt. Um die zu gewährleisten, forderte der Geist ein Opfer. Weshalb jedes Mal, wenn ein Boot über den See fuhr ein Huhn oder ein anderes kleines Tier geschlachtet und ins Wasser geworfen wurde.
Aus dieser Geschichte formte sich eine Legende. Der Wassergeist verwandelte sich in ein echtes physisches Wesen und der Ogopogo war geboren. Die Legenden erzählten von einer langen, mehr höckrigen Kreatur, dunkelgrau oder grün gefärbt, mit dem Kopf einer Schlange oder eines Alligators. In den frühen 1900er Jahren wurde die Seelegende immer bekannter, bis sie irgendwann nach 1924 einen Namen bekam. Die Jahreszahl lässt sich so genau benennen, da in dem Jahr ein englisches Lied mit dem Namen “The Ogo-Pogo: The Funny Fox-Trot” bekannt wurde, wie der Zoologe und Kryptozoologe Karl Shuker bei seinen Recherchen feststellte.

Ähnlich wie das Monster von Loch Ness in Schottland, gab es auch beim Ogopogo über die Jahre viele Sichtungen. Die meisten visuellen Beweise konnten als Baumstämme, Wellenformationen durch Strudel, Boote oder Tiere wie Bieber und große Fische enttarnt werden. Ein Handyvideo aus dem Jahr 2011 zeigt zwei dunkle Formen im See. Auch hier wird davon ausgegangen, dass es sich um zwei Baumstämme handelte. Benjamin Radford von National Geographic analysierte das Video für Discovery News und kam zu dem Schluss, dass die Video Qualität zu schlecht und die Aufnahme zu wackelig sei um genaueres zu erkennen. Allerdings könne man sehen, dass in dem dreißig-sekündigem Video nicht ein langes, sondern zwei kürzere Objekte im Wasser schwammen. Es gab keine sichtbaren Höcker, keinen Kopf oder irgendeine Form, die auf etwas anderes als zwei Holzstämme hätten schließen lassen können.


Trotz all dieser Erklärungen gab es immer wieder Jagden und Expeditionen um die Existenz des Ogopogo zu beweisen. Eine davon versprach eine Belohnung von einer Million Dollar. Niemand hat dieses Geld bisher eingefordert. Der Okanagan See ist 135 km lang und zwischen vier und fünf Kilometer breit bei einer durchschnittlichen Tiefe von über sechs Metern. Die tiefst Stelle misst 21 Meter. Eine Expedition im Jahr 1991 versuchte das Monster mit Hightech-Ausrüstung ausfindig zu machen. Doch weder ein kleines U-Boot noch ferngesteuerte Kameras konnten an der tiefsten Stelle des Sees irgendeine Art von unbekannten Wasserwesen ausfindig machen. Mehr noch: man fand auch keine Hinterlassenschaften eines Tieres dieser Größe wie Hautreste oder Knochen.