Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Kryptide, die nicht zur Hominologie oder Dracontologie gehören

Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Marozi » 15.11.2007 20:37

Die Keller von Naturkundemuseen, Universitäten usw. sind wahre Schatzgruben, soviel ist bekannt. Wie viele neue Arten oder ungewöhnliche Schätze der Fauna hier noch zu entdecken sind, ist phänomenal. Und manchmal helfen sie sogar, ungelöste kryptozoologische Geschichten einem Ende zuzuführen...

1886 erschoss der mormonische Großvater von Jack Kirby in Madison Valley (Montana, USA) eine wolfsähnliche Kreatur, die Nutztiere getötet hatte und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte. Die Hutchins-Familie zog 1880 in das Madison River Valley und gründete hier eine Ranch, vierzig Meilen nördlich der Kleinstadt Ennis (heute als Sun Ranch bekannt). Bald schon begegneten sie der geheimnisvollen Kreatur. Hutchins wurde eines Wintermorgens auf das Gebell der Hunde aufmerksam und sah ein wolfsähnliches, dunkelfarbiges Tier, dass die Gänse jagte. Er feuerte sein Gewehr, verfehlte es jedoch woraufhin es den Fluss hinunter lief. Mehrere Male wurde es darauf um die Ranch und zehn bis fünfzehn Meilen im Umkreis gesichtet. Die Beschreibungen, die von einem nahezu schwarzen Tier mit hohen Schultern und einem abfallenden Rücken ähnlich einer Hyäne sprachen, wurden schließlich bestätigt als im Januar Israel Ammon Hitchins wiederum durch die Hunde aufmerksam wurde und es ihm gelang die Kreatur zu erschießen. Um was für eine Kreatur es sich jedoch handelte ist nicht überliefert worden. Der Kadaver wurde von Hutchins an den Taxidermisten Joseph Sherwood für eine Kuh verkauft, da der Rancher mit dem ersten verfehlten Schuß die eigene Kuh getötet hatte. Sherwood stellte das Tier schließlich seinem Lebensmittelladen und "Museum" in Henry Lake, Idaho, als "ringdocus" aus. Danach verliert sich die Spur. Jahre später nahm sich Ross Hutchins, der Enkel des Ranchers, des Mysteriums an. Der Zoologe beschrieb das Tier 1977 in seinem Buch "Trails to Nature's Mysteries: The Life of a Working Naturalist" und spekulierte, dass es sich um eine aus einem Zirkus entlaufene Hyäne handeln könnte. Der nächste Zirkus, so merkte er zugleich an, war zu diesem Zeitpunkt jedoch hunderte von Meilen entfernt... Der Wissenschaftler sandte sogar eine detaillierte Beschreibung an die renommierte Smithsonian Institution, doch auch dort konnte es nicht identifiziert werden.
Alles was Ross Hichens blieb, war ein schwarzweißes Foto des ausgestellten unidentifizierten Tieres mit der Beschriftung des wissenschaftlich-klingenden Namens "Guyasticutus" (der Name einer mythischen Kreatur, die von Schaustellern erfunden wurde um Publikum anzulocken).

1995 erzählte der Ioway-Indianer Lance Foster dem Kryptozoologen Loren Coleman über ein mysteriöses Tier, genannt "shunka warak'in", dass sich nachts in die Lager schlich und Hunde stahl. Es sähe aus wie eine Art Hyäne und kreische wie ein Mensch, der umgebracht wird. Foster, der von der Geschichte um den "ringdocus" gehört hatte, dachte es handle sich um einen "shunka warak'in" und damit war ein Bezug zu indianischen Legenden hergestellt.

Die prähistorische Hyäne Hyaenodon montanus, der pleistozäne hyänenartige Borophagus oder einfach ein Wolf, viel wurde spekuliert, um was für ein Tier es sich handeln könnte. Jetzt, 121 Jahre nach der tödlichen Schuß, steht das Rätsel um den "ringdocus" wohl kurz vor der Lösung. "Ich habe die Geschichte nie angezweifelt," so Jack Kirby. Nach der Lektüre eines Halloween-Artikels über lokale ungeheuerliche Kretauren, machte er sich auf die Suche und fand das Ausstellungsstück schließlich im Idaho Museum of Natural History in Pocatello, dem die gesamte Sammlung von Joseph Sherwood überlassen wurde. Das Museum lieh es ihm und Kirby es nun zurück ins heimatliche Madison Valley History Museum, nicht ohne am Grab von Israel Ammon Hutchins Halt zu machen und ihm seine Kreatur nochmals zu zeigen.

Es ähnelt sehr stark einem Wolf, zeigt jedoch den beschriebenen hyänenartig abfallenden Rücken und einen ungerade-geformten Kopf mit einer schmalen Schnauze auf. Das Fell ist dunkelbraun, beinahe schwarz, mit helleren Arealen und einem schwachen Eindruck von Streifen auf der Seite. Es weist eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,21 Meter und 68 bis 71 Zentimetern Schulterhöhe auf. Das präparierte Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand und zeigt keine Anzeichen von Beschädigungen oder Zeiteinflüssen z. B. auf die Fellfarbe auf. Ein DNA-Test könnte sich also lohnen und Experten stehen hierfür zur Verfügung, doch Kirby ist sich nicht sicher ob er bereit ist das Mysterium seiner Familie zu beenden. "Wollen wir es wissen?" fragt er. Der "ringdocus" wird ab Mai im neueröffneten Madison Valley History Museum zu bestaunen sein.

Bozeman Montana Local News (mit Bild)
Altes Schwarzweiß-Foto
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Beitragvon Annie » 15.11.2007 20:59

Hallo!

Also, ich wünsche mir ja sehr, daß es wirklich besagte alte "Kreatur" ist... wäre dann ja eine echte Sensation.... doch gerade das:

Das präparierte Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand und zeigt keine Anzeichen von Beschädigungen oder Zeiteinflüssen z. B. auf die Fellfarbe auf


lässt bei mir Zweifel aufkommen,.... ich hoffe sie sind unbegründet, nur sieht das Tier für das Alter, für meinen Geschmack schon zu gut aus.... wobei ich nicht weiß wie die Unterbrigung im letzten Jahrhundert war.

Auch schade finde ich, daß man das Tier nicht ganz sieht, am Besten wäre zusätzlich die selbe Perspektive, wie auf dem s/w Bild, ..... klar möchte der Finder mit auf's Bild,.. kann ich ja verstehen, :wink: aber das Tier hätte ich gerne auch ganz gesehen, naja, vielleicht werden demnächst ja noch weitere Bilder veröffentlicht......
außerdem bin ich mal gespannt auf die DNA Analyse..... wenn sich herrausstellt, dass es etwas "noch unbekanntes" ist,... wäre super.... auch für das Ansehen, der "echten" Kryptozoologie....

... danach könnte man überlegen, hinter welchen "Geschichten" (das meine ich nicht negativ) dieses Tier noch stecken könnte,...
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Beitragvon jersy » 15.11.2007 21:16

"wollen wir es wirklich wissen?"
das wir bezieht sich wohl auf seine familie. dann weiß ich die antwort natürlich nicht.
bezieht sich das "wir" auf die kryptozoologen in aller welt, dann braucht diese frage nicht gestellt werden.
sensationell ist diese wiederentdeckung und es wäre sehr schade wenn dieses
präparat nicht mit modernsten mitteln untersucht wird. selbst wenn nur ein ein
deformierter wolf hinter diesem tier steckt, dann möchte ich das selbstverständlich wissen.
dazu forscht man doch schließlich, man möchte antworten auf fragen.
schön gruß
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Beitragvon Vihma » 18.11.2007 16:18

Das ist ja witzig. Ich habe erst neulich in meinem englischsprachigen Kryptozoologie über diesen Fall gelesen und mich gefragt, ob das Tier vielleicht auch mit dem "Waheela" einem sagenhaften Riesenwolf identisch sein könnte.

Also auf dem neuen Foto sieht das Tier wirklich entschieden wolfsähnlicher aus, als auf der alten Aufnahme, wo ich zweimal hingucken musste, ehe ich den Wolfskopf erkannte. Wegen der Körperform und der dürren Beine dachte ich früher immer an ein dünnes Wildschwein..... Fragt nicht, warum.

Aber warten wir erstmal die DNA-Untersuchung ab.
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Beitragvon Quagga » 17.12.2007 19:38

Interessant wäre zu wissen, wie das Tier lief (ja übrigens der Superbrüller, daß der Farmer da zunächst seine Kuh erlegt hat, man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll...), da ja Hund/ Wolf und Hyänenartige jeweils ganz eigen laufen/ rennen...

Um den Zustand des Tieres beurteilen zu können, müßte man andere Taxidermien des Präparators sehen, denn wenn der am Shunka so gute Arbeit leistete, müssen seine anderen Arbeiten ja ebenfalls ähnlicher Qualität sein *denk*...

Ansonsten bin ich ja auf die Auflösung sehr gespannt, einen Wolfshybriden verwegener Mischung halte ich für nicht gar zu unmöglich, wobei die Streifenzeichnung eventuell die Stromerung andeutet, die man dann und wann bei Hunden findet...

Grüße, Andreas
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Beitragvon jersy » 17.12.2007 23:41

die kuh hat er wohl aufgrund fehlender präzision seiner waffe "erlegt".
die waffen damals waren eher das, was wir gemeinhin "schießprügel" nennen.
schön gruß
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Beitragvon Hillbilly » 29.12.2007 23:59

Hallo allerseits!

Es ist ja ein wenig still um das Präparat geworden. Oder hat sich inzwischen etwas ergeben? Hat Jack Kirby es analysieren lassen?

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Beitragvon Marozi » 31.12.2007 13:07

Etwas neues gibt es derzeit nicht. Lediglich Spekulationen und eine neue Geschichte, die das Präparat nicht dem Ringdocus-Hintergrund zuordnen sondern dem "Sherwood-Beast of Island Park" in Idaho (Shunka-Wars). Ich tippe darauf, dass erst zur Neueröffnung des Museums im Mai bessere Bilder bzw. ein evtl. Analyseergebnis veröffentlicht wird. :wink:
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Beitragvon Hillbilly » 31.12.2007 15:27

Hallo, Marozi!

Danke für die Info. Gerüchte und Spekulatius lass ich lieber beiseite. Hoffe, dass Kirby die Neugier übermannt. Dann wissen wir - hoffentlich - endlich, was es damit auf sich hat.

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Marozi » 24.05.2009 10:11

Seit 15. November 2007 bzw. seit der Neueröffnung des Madison Valley History Museum (USA) im Mai 2008 warteten viele kryptozoologisch Interessierte auf die Veröffentlichung von Bildern eines mysteriösen Tierpräparats. Nun endlich hat ein Besucher, der um die Historie dieser Kreatur wußte, diese Fotos gemacht und sie an Loren Coleman zum publizieren gesandt. Doch vorher ein kurzer Blick zurück (bzw. an den Threadanfang):

1886 erschoss der mormonische Großvater von Jack Kirby in Madison Valley (Montana, USA) eine wolfsähnliche Kreatur, die Nutztiere getötet hatte und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte. Israel Hutchins wurde eines Wintermorgens auf das Gebell der Hunde aufmerksam und sah ein wolfsähnliches, dunkelfarbiges Tier, dass die Gänse jagte. Er feuerte sein Gewehr, verfehlte es jedoch woraufhin es den Fluss hinunter lief. Mehrere Male wurde es darauf um die Ranch und zehn bis fünfzehn Meilen im Umkreis gesichtet. Die Beschreibungen, die von einem nahezu schwarzen Tier mit hohen Schultern und einem abfallenden Rücken ähnlich einer Hyäne sprachen, wurden schließlich bestätigt als im Januar Israel Ammon Hitchins wiederum durch die Hunde aufmerksam wurde und es ihm gelang die Kreatur zu erschießen.

Um was für eine Kreatur es sich jedoch handelte ist nicht überliefert worden. Der Kadaver wurde von Hutchins an den Taxidermisten Joseph Sherwood für eine Kuh verkauft, da der Rancher mit dem ersten verfehlten Schuß die eigene Kuh getötet hatte. Sherwood stellte das Tier schließlich seinem Lebensmittelladen und "Museum" in Henry Lake, Idaho, als "ringdocus" aus. Danach verliert sich die Spur. Jahre später nahm sich Ross Hutchins, der Enkel des Ranchers, des Mysteriums an. Der Zoologe beschrieb das Tier 1977 in seinem Buch "Trails to Nature's Mysteries: The Life of a Working Naturalist" und spekulierte, dass es sich um eine aus einem Zirkus entlaufene Hyäne handeln könnte. Der nächste Zirkus, so merkte er zugleich an, war zu diesem Zeitpunkt jedoch hunderte von Meilen entfernt... Der Wissenschaftler sandte sogar eine detaillierte Beschreibung an die renommierte Smithsonian Institution, doch auch dort konnte es nicht identifiziert werden.
Alles was Ross Hichens blieb, war ein schwarzweißes Foto des ausgestellten unidentifizierten Tieres mit der Beschriftung des wissenschaftlich-klingenden Namens "Guyasticutus" (der Name einer mythischen Kreatur, die von Schaustellern erfunden wurde um Publikum anzulocken).

Nach der Lektüre eines Halloween-Artikels über lokale ungeheuerliche Kretauren, machte sich Kirby auf die Suche und fand das Ausstellungsstück schließlich im Idaho Museum of Natural History in Pocatello, dem die gesamte Sammlung von Joseph Sherwood überlassen wurde. Das Museum lieh es ihm und so brachte er es zurück ins heimatliche Madison Valley History Museum wo es seitdem ausgestellt war. Der wieder gefundene „ringdocus“ ähnelt sehr stark einem Wolf, weist jedoch den bereits zuvor beschriebenen hyänenartig abfallenden Rücken und einen ungerade-geformten Kopf mit einer schmalen Schnauze auf. Das Fell ist dunkelbraun, beinahe schwarz, mit helleren Arealen und einem schwachen Eindruck von Streifen auf der Seite. Es weist eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,21 Meter und 68 bis 71 Zentimetern Schulterhöhe auf. Das präparierte Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand für ein Alter von 121 Jahren und zeigt keine größeren Anzeichen von Beschädigungen oder Zeiteinflüssen z. B. auf die Fellfarbe. Zum Bedauern vieler, veröffentlichte der Bozeman Daily Chronicle am 15.11.2007 in seinem Online-Artikel über die erfolgreiche Wiederentdeckung des verschollenen „ringdocus“ nur ein Bild des Tierpräparats aus einem für die weitere Analyse unzureichendem Winkel. Sollte es tatsächlich dasselbe sein wie das in der Autobiografie abgebildete, steht im Vergleich mit dem neuen Foto weit deutlicher die Ähnlichkeit zu einem Wolf (Canis lupus) als zu einem anderen, ausgestorbenen Tier im Raum.

Letztlich war eine nähere Untersuchung des Ausstellungsstücks oder womöglich sogar ein DNA-Test zur völligen und sicheren Aufklärung jedoch notwendig.

Mehr zur Geschichte des Tierpräparats in unserem Artikel: Ringdocus-Shunka Warak’in - Historie eines Tierpräparats

Am 22.05.09 erschien der Beitrag Mystery Photograph von Loren Coleman im Blog Cryptomundo, in dem der Autor aufforderte über zwei Nahaufnahmen des Fells ein geheimnisvolles Tier zu identifizieren. Am 23.05.09 wurden im Folgebeitrag Mystery Photo: More Clues weitere Fotos veröffentlicht. Und am 24.05.09 erschien schließlich Mystery Photograph Revealed in dem des Rätsels Lösung offenbart wurde. Es handelte sich um Bilder des Ringdocus-Shunka Warak'in, die Lance Foster beim Besuch des Museums schoß! "Es ist definitiv ein Canide irgendeiner Art, keine Hyäne oder ein schweineähnliches Tier. Die Zähne, Füße etc. alle sind canid. Das Fell sieht ähnlich einem Vielfraß aus, aber das kann auch das Alter des Präparats sein. Es gibt einige schwache Streifen, nicht gestreift, einfach Streifen. Es ist in anständiger Verfassung. Es wurde teilweise mit Hilfe von Arsenik präpariert. Der Schädel könnte original sein (die Zähne sehen echt aus und nicht wie Plastik). Der Inhaber sagte, dass da ein Fish and Game-Mensch vorbeikam und es nicht exakt identifizieren konnte, aber es gibt Gerüchte über einen DNA-Test des Fells."

Foster bestätigt die bisherigen Ansichten, dass es sich um ein relativ schlecht gemachtes Präparat handelt. Die Beschreibungen des Verhaltens des Ringdocus-Shunka Warak'in und die Bekanntheit von Wölfen, Hunden und Kojoten bei den Siedlern schließen für ihn eine Identifikation als solches eher aus. Auch ein Hybrid (Wolf-Hund, Kojote-Hund usw.), von denen er selbst einige beobachtete kommen für ihn als des Rätsels Lösung nicht in Frage. Insofern verweist Foster auf den endgültigen DNA-Test.


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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Marozi » 24.05.2009 16:48

Während meiner heutigen Recherche-Tour durchs Netz bin ich zu diesem Thema pbrigens auch auf das Projekt einiger Studenten der School of Film and Photography der Montana State University aufmerksam geworden:

"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon BlackSun » 24.05.2009 20:10

Hi,

irgendwie kann ich mich nicht gegen den eindruck wehren, dass die streifen irgendwie wie aufgemalt wirken und es einfach ein antiquitätisches schlechtes präparat eines bedauerswerten Canis lupus gepaart mit einer alten hillbillystory ist.
Gruß Sebastian

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Hillbilly » 06.06.2009 10:33

Für mich sieht das auch aus wie ein schlecht präparierter Wolf, wenn es hoch kommt Wolfshund.
Kann ich einen Kryptiden mehr von meiner Liste streichen.

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Cronos » 06.06.2009 13:09

Ein scharzer Kojote wäre vielleicht auch möglich, die gibt es immer mal wieder. Außerdem würde das erklären, warum er überhaupt präpariert wurde.
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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon BlackSun » 06.06.2009 14:42

BlackSun hat geschrieben:... alten hillbillystory ist.


@Hillbilly: das ging njetzt nicht gegen dich :D :lol:
Gruß Sebastian

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Hillbilly » 06.06.2009 14:50

*lach* Danke, das dachte ich mir schon.

Schwarzer Kojote wäre auszuschließen. Dafür ist der Schädel nicht schmal und spitz genug,
und der Körper ist insgesamt zu stämmig, die Ohren in Relation zum Kopf zu kurz.

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Annie » 06.06.2009 15:42

Dafür ist der Schädel nicht schmal und spitz genug,


Ich habe ohnehin den Eindruck, dass gerade an der Kopfform speziell an der Schnauze schon rumanipuliert wurde. Ob nun gewollt oder aus Schlampigkeit.
Irgendwie scheint es als sei das Fell schon jetzt zu sehr auf Spannung... versteht Ihr was ich meine? Das lebende Tier scheint mir gar nicht so einen lang gestreckten Schädel gehabt zu haben. Auch kommen mir die "Mundwinkel" so vor als seien sie gezielt nach unten gezogen worden (Bild 13)

Sollte (!) dem so sein würde es mich nicht wundern, wenn vielleicht auch andere Merkmale des Präparats vom Erscheinungsbild des lebenden Tieres abweichen.

Soweit mein nichtFachmännischer Eindruck...

Vielleicht gibt es ja doch irgendwann mal ein Ergebnis einer DNA Analyse !? .... Wäre doch vielleicht der einfachste Weg eine Antwort zu finden, oder? Macht mich etwas skeptisch, dass man das noch nicht gemacht hat, bzw, dass man nichts von einem Ergebnis hört.
Erinnert mich so ein bischen an die Spinnen, die man vor einigen Jahren (2001) unter Queen Moms Schlösschen gefunden hatte, und als eine "neue Art" sensationell in den Medien feierte. Dass sich hinterher herausstellte, dass es sich doch um eine gar nicht so unbekannte Art handelte wurde in den Medien natürlich nicht so laut posaunt... da musste man fleissig suchen um das zu erfahren ... naja, ist ja auch peinlich sowas :wink:
Liebe Grüße von
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Bilder des Ringdocus-Shunka Warak'in

Beitragvon indigen » 11.07.2009 20:21

Währe es nicht möglich das sich ein entlaufender Hund mit einem Wolf gekreuzt hat der ab fallende rücken weist auf dieses hin z.b. Schäferhund auch die kleinen Ohren deuten auf einen Hund hin auch das erwähnte nicht normale jagt verhalten kann sich durch die Kreuzung mit einer anderen Art stark ändern...Was denk ihr über dieses Tier???
indigen
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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Marozi » 11.07.2009 20:24

Hallo indigen,

ich habe Deinen Beitrag hierher verschoben da es in diesem Thread bereits um das Shunka Warak'in-Tierpräparat geht. Du kannst hier auch bereits einige Meinungen darüber lesen.
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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon indigen » 11.07.2009 22:45

@ Vihma ja das mit dem Schwein dachte ich auch die Beine sehen ein wenig so aus ....habe mir die aufnahmen nochmal genauer angesehen währe es vielleicht möglich dass sich da jemand was zusammen gepuzzelt hat???? ;-)
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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon BlackSun » 12.07.2009 00:02

Hi,

da ja auch mal die idee von etwas hyänenartigen aufkam habe ich mal ein paar vergleiche angestellt. Sollte wie damals und heute meist üblich der schädel und die zähne für das präparat benuzt worden sein, ist eine hyände auszuschließnen. Die zähne sind deutlich hundeartig. Vergleich zwischen streifenhyäne und hund hier: http://www.diensthundepraxis.homepage.t ... iss_1a.htm.

Nun habe ich mir gedacht, das vielleicht das fell einer hyäne benutzt worden ist. Das fell scheint ja wenn auch undeutlich streifen aufzuweisen. Die tüpfelhyäne fällt somit sofort aus. Es bleiben als verdächtige nurnoch die streifen- und schabrackenhyäne und vielleicht der erdwolf übrig. Sowohl die streifenhyäne wie auch der erdwolf sind aber in ihrer zeichnung so einzigartig, das sie nicht zu den vorliegenden fell passen. Eventuell passen könnte die schabrackenhyäne, wobei mir dort die streifen und flecken anden beinen fehlen. Die schabracke fehlt mir auch. Allerdings ist es durchaus möglich, das das fell bearbeitet wurde und vielleicht einem jungen tier gehörte.

Ich gehe mehr und mehr davon aus, das es sich um ein zusammengestückeltes präparat auf hundeartiger basis handelt. Wenn man bedenkt, was da teilweise für kuriositäten gebastelt wurden (meermenschen, yetis, etc.) noch ne relativ harmlose geschichte. Ich frag mich nur, was so schwierig ist, die tierart(en) zu bestimmen, die an dem vieh beteiligt waren.
Gruß Sebastian

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Re: Shunka Warak'in-Präparat wiederentdeckt

Beitragvon Quagga » 12.07.2009 11:54

Hallo!

Hm, sehr gute Bilder (erst jetzt angeschaut habe)...
Aufgrund dieser wage ich meine These, und zwar ist es möglicherweise ein Tripelhybrid...

Im Amiland sind ja sog. Coydogs nicht so selten, also Kreuzungen aus Coyoten und Haushunden (die auch weiterhin gut fertil sind, auch Coywolves soll es geben. Also Wolf x Coyote...).
Wenn man die freizügige Hundehaltung damaliger Zeiten nimmt, und sich nun denkt, daß solch ein Coydog sich mit einem Wolf verpaarte, könnte ich mir ein Ergebnis vorstellen, daß aufgrund seiner doch arg unterschiedlichen Elternteile (je nachdem, wie der Hund "gebaut" war) ziemlich gut an den Shunka herankommt.

Für Hundebeteiligung sprechen für mich die etwas abstruse Körperhaltung sowie die langen, schwarzen Krallen. Für Coyoteneinfluß der doch recht lange und schmale Schädel, sowie die scheinbar stärkere Rückenmähne (mit der Coyoten im Drohverhalten oder Imponieren ja "katzbuckeln") und der Schwanzansatz. Für Wolf die stärkere Halsmähne, die starken Zähne und die Robustheit des Körpers...

Was meint ihr?

Grüße, Andreas

PS: Dieses Tier kommt mir doch sehr ähnlich dem vor, welches auf der bekannten historischen Fotografie des Shunka zu sehen ist. Insbesondere die Kopfpunkte (Ohren, leicht aufgebogen wirkende Schnauze) scheinen mir sehr dafür zu sprechen, daß es das echte Tier ist...
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